Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1860)
- Date
- 1860-10-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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24. Jahrgang. All g e e i n e Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. .! ' - Heraus gegeben von/ ' Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. / Leipzig, den 30. Oetober 1860. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in i1/* bis 2 Bogen. Preis des Jahrgang- 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Dirrteljährig :22l/i Ngr: Inserate - 'werben' mit 1 Ngr. für die Petit. Zeile ober deren Raum berechnet. Beilagegedühren betragen für 1 -Bogen 4 Thlr., -für '}Jx Bogen 3 Thlr. - für Bogen 2 Thlr. - Alle Buchhandlungen, Postämter, uyd ZritungS. Expeditionen , nehmen,,Bestellungen an; . der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sächs. Haupt-Zeitungs«Bureau hier unterzogen. / In ha l t. Leitende Ärt^elr Der. unwiderstehliche Fortschritt. — Die ^"'Wohlthat'' der preußischen Universitäten.über.die Zulassung - : der Juden als' Lehrer an denselben, aus dem'Jahre 1847. lForts.) -7- Die Rede des Prof. Dr.'Böckh bei der Jubelfeier der Berliner Universität. -- Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Die Schweiz:.Aus dem.Aargau. .. - Frankreich:>Paris.-..Holland: Amsterdam. Italien: Paris. Türkei: Bagdad. Amerika.: St. Louis. Leitende Artikel. Magdeburg, 21. Oktober. Der unwiderstehliche Fortschritt. Wir haben in voriger Nummer die erfreuliche Mittheilüng zu machen gehabt, daß vr.' Gabrieb Ri eßex in Hamburg züm Ob'ergerichtsrath' erwählt worden, womlit die Verwirklichung der neuen Hamburger Verfassung äüf würdigste Weise eingeweiht ist. Unser Hamburger Correspdndent verstand est sogleich ' den rechten Beurtheilungspunkt dieser Thatsache festzustellen. Es ist zum ersten ^Male, daß in Deutschland' ein Jude eine Richterstelle und sogar an einem Obergerichte einnimmt,' und cs wäre damit factisch auch auf deutschem Boden, die Gleichstellung' äü'ch für das bedeutungsvolle'Gebiet des richterlichen Mrtes .ins Leben getreten. Niemand war würdiger, däffdies durch Ihn geschehe, als Rießer, welcher nach Mendelssohn der erste Jude war, welcher die Fahne der EmanHatiyn in energischer und andauernder Weise erhob, Meßert^ 'der in den vielfachen Beziehungen seines Lebens sich immer als einen reinen/ loyalen Charakter bethätigt hat. 's Dieser Vorgang veranlaßt, uns, einen Blick auf den Gang der Entwickelung zu werfen, welchen die Gleichstellung, die mit der Gewissensfreiheit identisch' ist, genommen ' und nimmt,' zu werfen.'. Man kann nicht verkennen, daß dieselbe mehrfache Momente enthält. Die unterste und breiteste Grundlage ssst die Frelzhglgkeit und die' vollständigegewerbliche Freiheit, so weit, diese nach den Gesetzen der verschiedmen ^nder überhauptt besteht; darauf baut sich zunächst das große Moment aller bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten und Rechte, dann die'LchrthatlgkÄ an den privaten und öffentlichen Instituten der verschiedenen Stufen und Arten, und, endlich die Verwendung in den' Staatsamtern aller Art auf. , Man gewahrt nun, wie Hefe, verschiedenen Elemente der Gleichstellung , nach und nach' ihren Boden unaufhaltsam immer *) Rießer gab vor einigen Jahren seine Stelle als Notar - aus,. weil.^es-/ihn Mmerzte,. während. -der großen Krise so .viele Mechstlprotesie gegen ihm,beseeundete Personen ' aüsnehwen' zu müssen. ‘ Ilebrigens hat' Rießer' den Kainpf-für die jüdische Suche'-Niemals aufMeSeN^ und' nach uns gewordener Mittheilung rührt der treffliche Aufsatz^ in,hen,,PMßischen Jahrhüchexn^ d,. J. , üherdie^ Ju-! denst:age, ,auS MMell hieftssHMeMj ÄMüge ge-, - geben,"aüS'der'FederMeßer'Sher.' Die Red actio n.