Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1860)
- Date
- 1860-10-16
- Page
- Seite 625 (sequence 11)
- Language
- German
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623 ^tnit;bdffelBett der ’ Architekt' A.'' Meder b ettäut. Es isteben so erfreulich aÄ' EkMenWeH, i>af/ iittg^äö^tet tos; fe^t schwie-. rigen^Fundamentirung, während der gänzen Bauzeit keinerlei' Unfall zu' beklagen ^war. ' / .; Oesterreichischer KaiserMat. Nmberg, 30.September. (Privatmitth.)' Die noch i mm e r b e st e h e n d e n un b e'fu g t e n B ez ir k el Gegen-! wäülA. droht den'Lemberg er Israeliten, daß dieselben'wie-! derwffan die veralterten JudeN-Ghetws hineingedrängt \ und'nur in gewisse Bezirke eingezwängt werden.'; In'der letzten Zeit' hat der Lemberger Magistrat den f Grundämtern der Stadt Lemberg aufgetragen, die Israeliten,, Welche in „christlichen, auch unbefugt" 'genannten Bezirken wohnen, demselben anzuzeigen. Der Magistrat laßt an'diese Israeliten nachstehenden, hier wörtlich wiedergegcbenen Auftrag ergehen. —' „Vom Magistrate der königlichen Hauptstadt Lemberg.' ' An N; N.' Da'Sie laut Berichtes des St'adtgrundämtes von'. .'. Z ... somit im christlichen Bezirke Unbefugt wohnen, und das Gewerbe' überdies betreiben, so Werd'en Sie im Grunde der die Israeliten im Wohnen und im Gewerbebetriebe auf den Judenbezirk beschränkenden, aufrecht bestehenden VorschriftenUufgeförM/dieseWohnung bis Letztend. M. unfehlbar zu räumen, widrigenfalls Sie nach der kaiserl. Verordnung geahndet werden müssen. Lemberg, den rc." ... Ist es denn nicht für die Bewohner Lembergs ohne Unterschied der Eonfession eine um so dringendere Noth- Wendigkeit, "die Juden ferner in allen Bezirken ungehindert Wohnen zu lassen? Es werden mehrere Straßen und Gegenden iN den christlichen Bezirken, die früher jahrelang' unbewohnt wären, durch das Domiciliren von Israeliten ganz belebter. Die Christen werden in mannigfaltigere Berührung mit den Israeliten kommen, dadurch werden dieselben die beste Gelegenheit haben, die Eigenschaften der Juden zu beobachten, das alte Vorürthttl schwinden zu lassen und ällmählig gewohnt werden, den alten "H'äß mit Liebe und Eintracht zu vertäuf^efti :"' ’ :; "; ( Uebrigens soll nach dem Erlasse des hohen k.k. Landesgubernium's vom 7. Novbr. 1849 Z. 62,730 nicht unerlaubt sein,"daß die Israeliten, die die gesetzlichenBestim- - müngen namentlich über ihre Moralität und die mit dem höhen Hofkanzleidecrtte vtzm28.Decemberi843Z. 1025 uüeÜäfflich'wvrgvfchriebene^ deütscheTracht nachgewiesen t haben, ungestört wohnen/ Es ttifstüber auch solche Israeliten, die diesen Bedingungen im vollsten Sinne des Wortes entsprechen. — Der Betroffene giebt sich jedoch der getrosten Hoffnung hin, daß andere Behörden demselben die ängesuchte Wohnungsbewilligung ertheilen werden. Es steht überhaupt dieses gedachte Magistratsverfahren im offenen Widerspruche mit den von Sr.' k. k. apostolischen Majestät jüngst ergangenen Erlaffen, aus welchen klar und deutlich zu' ersehen ist, : daß es Sr. Majestät nur darum zü iyün ist, den^GeW der-bürgerlichen Rechte von dem Religionsbekenntnisse : unabhängig zü machen. J Pesth, im September. (Privatmitth:) Pesth Hai einen fruchtbaren Boden/ wo 'matt durch verhältnißmäßig geringe Mühe die herrlichsten Früchte der'Humanität erzielen kann. An BildÜngs -- und Hümanitätsanstalten stand Pesth auch ehedem keiner Stadt' in Oesterreich nach.; Als im vergangenen Jahre eine Ptäparandie daselbst eröffnet wurde, da verpflichtete sich die Gemeinde freiwillig, bwBchüler derselben mit Kost-zu versorgen. Auf ähnliche Weise entstand unlängst im Verein / dev zum Zweckel hat, ein Capital zusamrnenzubringen und dasselbe ohne Zinsen zu verleihen, und dadurch dem Wucher, der überhand zu nehmen droht, entgegcnzuarbeiten. Derselbezählt schon viele achtbare und angesehene. Mitglieder, die bedeutende Geldsummen zusammensch offen. ' 1 Wir freuen uns mit dem Fortschritte unserer Hauptstadt um' so mehr,, da vielleicht keine Hauptstadt in Europa — 'Paris ausgenommen — einen so großen Einfluß auf d'as ganze Land übt, alsPesth, mithin glauben wir hoffen zu dürftn, daß der Geist des Fortschrittes, der in Thaten seine Verkörperung findet, im ganzen Lande walten werde, und alle Einwohner von ihm beseelt sein w'erden. - Staniölau, im October. (Privatmitth.) Die-räumliche Vergrößerung des hiesigen Jsraelitenspitals war zunächst aus Sanitätsrückstchten seit lange ein unäbweisliches Bedürfniß, und es ffeut uns daher nun, berichten zu können, daß demselben in der'Nächstzeit durch einen bereits in Angriff genommenen Zubamzur Genüge abgeholfen werden wird. — Die Herbeischaffung des hierzu nöthigen Capüals haben wir. einzig und alllein den menschenfteundlichcn Bemühungen; des als Literat so wie 'als Mensch gleich ausgezeichneten "HM 42**