Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1860)
- Date
- 1860-09-18
- Page
- Seite 561 (sequence 5)
- Language
- German
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SW Ulms k er«; S',- Unverstanden'- wäre. In derüThüt gewährt dieser' scharfe Kritiker: nicht; nur durch feine; Sorgfalt in Behandlung aller Belege dem Leser eine unbefangene Einsicht , sonderndurchdie fteimüthige Beürtheilung seiner eigenen Forschungen das Vertrauen) daß er überall mit der strengsten 'Vorsicht, zu Werke *■; gehe, und sich selbst vor Täuschungen bewahre. Das ist eine große Selbstverläugnung,. welcher wenige Schriftsteller sich rühmen dürfen, denen es gelungen ist, werthvolle Entdeckungen zu machen, und diesolche lieb gewinnen und gern gegen jeden Angriff in Schutz:■ nehmen. Herr P. will, nur die Wahrheit,- und ‘ führt diese vor, wenn auch bereit Einrede stark genug austrittum seine Lieblinge aus dem Felde zu schlagen. Das ist kein geringes Verdienst. Er.hat indeß dabei das Bewußtsein, daß ihm dennoch ein Theil seiner Errungenschaft unverkürzt bleibt, und das will auf dem Felde der Wissenschaft viel sagen. — Mau wird wohl merken, worauf wir hier anspielen; und wir wollen uns auch für jetzt darauf beschränken, diesen Punkt hier nochmals zu erläutern, weil eine schon anderswo darüber angebrachte Bemerkung ungenau.abgedruckt worden. Es betrifft das Zeitalter des Dichters Moseh aus Fez, aus dessen Diwan Herr P. uns eine reichhaltige Sammlung vorführt. Die sonst diesseits noch gänzlich unbekannt gebliebene Handschriftjenes D iw ans besteht aus zwei Theilen, im ersten, 138 Bl., stehen 320 gemischte und 100 mehr biblische. Gesänge, im zweiten auf 164 Bl. 224 Lieder und Gesänge, theils arabischtheils hebräisch) also zusammen 544 Nummern. — Zur Ermittelung des Zeitalters des Dichters legte Herr P: eine Nachschrift der ersten Hälfte zum Grunde, welche also lautet: ■ - - ni^tarr iibN ba na. -i2Nb ^-2 iniän 'n'^2 ■paab 5'b2i rrüfc ‘rna? tn nam .nrr'S-i73/2 pbniV da ararmb ^722? -p Hiernach wäre die Jahrzahl 1154 Seleuc, oder 843 unsrer heutigen Zeitrechnung, der Vers, also sein Zeitgenosse Karls:d. Gr. und Ludwigs d. Fr., undim Morgenlande der Khalifate Almamuns und Almotassems rc. —^ Dieft Zeit, ergiebt sich aus verschiedenen sonstigen Erwähnungen des -Dichters in andern Schriften, so auch aus einer Angabe,des Abschreibers, welcher sich desselbe n Bib es v e rs es / jedoch unter Punktirung al l er Buchstaben der Wörter 7221', iüxsn . bedientwelches die Zahl Sel. 1474ergiebt,; oder unsre.1162./ Die im Diwan - erwähnten Personen gebenkeine zuversichtlichen Anhaltspunkte. Eine tief eingehende Untersuchung P'S., betreffend die Sprache und.Prosodie des Dichters, gewährt, wie er ftlhst gesteht/Iftüi DDs Ergebniß, wiewohl der Leser^ihm für seine-reichen Bemerkungen dankbar sein wird. Mnderer^its bringt'er ohne Hehl schlagende Bew ei se cherbeiMaß dieser. Di w a n Forülendarbietetwelche zu erkennen geben, daß'ihm bereits mehrere Lieder des I e h u d'ah H allevi (aus dem Ä 2. Säe.) vorangegangen waren, deren Nachahmung sie sind. Er gestehtdurch diese Erscheinung stutzig geworden zu sein, indem sie geradezu/das 9te Jahrhundert unmöglich macht. : Was zu thun sei, um aus dem Dil e mm a hervorzugehen, überläßt er dem Scharfsinn der Kritik. — Uns sagt ein gewisses Sprachgefühl, daß der Diw au als 'Sammlürrg'' schwerlich;', dem-' stten- Jahrhundert angehöre. Wir fügen hinzu, daß, nachdem wir dies schon vor sechs Monaten geäußert hatten, auch S. D. Luzzatto in Padua uns seine Ansicht eröffnet/ welche-ebenfalls dahin geht, dem Diwan nicht das 9te Jahrhundert einzüräümen. Mein es sind die Beweise für diese Z eit doch so triftig, daß wir nicht glauben, das Leben des Dichters viel später ansetzen zu dürfen. Nur dies ist uns klar geworden, daß obige Nachschrift des ersten Theils höchst wahrMinlich , trotz .der fehlendem drei Punkte über demersten Worte, lediglich die des Ab - schreibers sei, und nicht vom Verfasser herrühre) Dies leuchtet hervor aus dem Ausdrucke »nab fcpxifib, welcher schwerlich damals von A b f a s s ü n g gebraucht wurde; auch aus •'inan pbnn, welches andeutet, daß der zweite Band schon fertig vorlag und nicht von einer erst zu verfassenden Gedichtsammlung gelten kann) Ich halte auch für sehr jung. Wiewohl man sich auf Sprachgefühl nicht verlassen kann, so trittdoch so Vieles hier zusammenum -die Worte nur vom^Abschreib e n zu verstehen,J und ‘ der Vermüthung Raum zu ' geben, der D iw a n enthalte eine Sammlung; aus ältern Gedichten des Mose'v.: Fez,' aber auch vielen ähnlichen spätem Stücken, die der Abschreiber hinzügefügt hat. Dann wäre das Räthsel gelöst. — — ' ' Wollten wir übrigens einen Begriff von P's. Leistungen geben, so würden wir die Grenzen einer kritischen Besprechung hier überschreiten müssen. Es sei das Gesagte ausreichend, um unfern Lesern Sehnsucht nach dem Genuß des trefflichen Werkes einzuflößen. '