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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-09-18 · Heft 38 (18.9.1860) · p. Seite 560

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 38 (18.9.1860)
Date
1860-09-18
Page
Seite 560 (sequence 4)
Language
German
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Wortung nichtbedürfen, aber es giebt in unfern Gemeinden sehAViele, diegar nicht mit der Karaim-Literatur bekanntr kaum ahnen - -welche neue Schätze des Wissens aus - derselben zu schöpfen sind, oder gar welche Bedeutung /eine so /gründliche Beschäftigung mit derselben haben könne, ja es giebt großmüthige Freüirde des.wissenschaftlichen Fortschrittswelche selbst, was sie' nicht' persönlich genießen, gern bereit sind, zu unterstützen und werthvolle Erscheinungen 'zu Gunsten befreundeter Gelehrten, die nicht alles Neue anschaffen können- - anzuerkennen, — wenn nur ihre Aufmerksamkeit auf dieselben hingelenkt wird, — so daß wir es als eine Pflicht ansehen, so weit an uns liegt, diese zu wecken und den tüchtigen Leistungen Aufmunterung zu verschaffen. Mannet, wie H insker, welche sich einer fremdartigen Untersuchung mit solcher Liebe und Selbstverläugnung hingeben, haben Anspruch auf solch: Entgegenkommen, UM so mehr, alssogar die schönste Aufnahme hrer Geisteserzeugnisse immer noch im Ganzen mehr Ruhm einträgt als/ thatsächliche Vergütung ihrer Opfer. Der Ruhm ist allerdings unsterblich, aber der Verfasser. ist es nicht, und ihm wäre es zu gönnen, daß er nicht nur die Frucht seiner Mühen heimsete, sondern auch in der Liebe> womit diese gewürdigt werden, zum Fortschreiten sich beseelt und angefeuert fühlen möchte.!,-i Was aber unser Pins k er uns liefert, ist von so außerordentlicher Art, daß wir geradezu behaupten dürfen, die ganze neuere Literatur hat nichts Aehnliches aufzuweisem / Ich hege die Absicht, unter Mitwirkung des verehrten Vss. einen Auszug seines Werkels diu ident sch er Sprache zu verfassendamit die Ergebnisse seiner Forschungen, welche erst nach der zweiten Abtheilung meiner Geschich.t,e des. In d e n,tch ußi .8 erschienen sind - .zugleich' de n Lesern e r./le tztern zugänglich werden. Es versteht sich,. daß dadurch dem hebräischen Werke des Hrn. P. kein Abbruch' geschehen soll. Seine ausgezeichnkM Untersuchungen Und Belege behalten für den Kenner, den sie in hohem Grade ansprechen / ihren vollen Werth, und können durch einen Auszug von etwa 8—10 Bogen nicht verdrängt werdenvielmehr nur an Theilnahme gewinnen. - Möglich,, baß diese in Aussicht stehende Arbeit ider Leittü ng des Instituts im folgenden Jahre./Zusagen dürfte. - Jetzt zur Sache. .; M; - l-. : Die Geschichte der Karaim, welche im 8ten christlichen Jahrhundert die Gestalt einer Seele annahmen, die in. den verflossenen elfhünderdJahren eine gewisse Selbstständigkeit behauptet hat/ ruhete bisher in tiefem Dun^' kel; so oft-auch die Gelehrten' versucht haben-' Nus einzelnen sparsam fließenden Quellen genauere Auskunft zu schöpfen.' Erst seit etwa 30 Jahren sind zum Theil durch unsere Anregung -mittelst unseres' Briefwechsels mit den Karaim in Eupatoria (1829—30) reichhaltigere Quellen aufgedeckt »vordem - PinSker hat endlich durch größere Sammlungen, die et Heils bei karäitifchen Freunden und andern Liebhabern vorfand / auch durch fremde Studien Gelegenheit' gefunden / einen überaus bedeutenden Stoff zu häuftn und es verstandenihn 'kritisch zusichten. Von den Ergebnissen seiner tiefen Studien giebt er uns Hier den ersten Theil, welcher aus zwei Abiheiülngen besteht: die eine enthalt eine Einleitung zum Gänzen und eine geschichtliche Ueberficht der ältesten karäischen Schriftsteller mit genauerer- Bestimmung ihrer Zeiten, vom Beginn der Sette bis in das Zeitalter'des Ahron b. Elia hu (Mitte des 14. Jahrh.), 234 eng gedruckte Seiten; die zweite enthält zunächst 128 Seiten voll merkwürdiger Auszüge und Belege aus einer sehr bedeutenden Anzahl meist bisher unbekannt gelvesener Schriften, aus »velchen die Geschichte der ersten b Jahrhunderte der Sette ein ganz neues Licht gewinnt, und endlich noch längere und kürzere: kritische Anmerkungen von sehr schätzbaretn und lehrreichem Inhalte bis S. 200. Dazu noch ein Vorwort 10 S. und Register und Berichtigungen 28 Seiten. ' Aus dieser Beschreibung allein erkennt man schon die Umfänglichkeit des hier behandelten Stoffes, der in d eutscher Sprache wrgestellt, wohl den dreifachen Raum an - sprechen wurde, — aber Niemünd wird -ahnen, welch - eist Schatz vonHülfskenntnissen uns'hier eröffnet ist, deren Einfluß auf die Studien des Karaismus Unverkennbar ans -Licht tritt, und - ohne welche dessen Wichtigkeit für -die Geschichte der Bibelkunde uns völlig verschlossen bleiben würde. Wir weisen ganz besonders a»rf die Entdeckungen des Hrn. P. im Gebiete der Massora hin, »vo wir durch seine Forschungen auf höchstbedeutsame Ergebnisse geleitet werden, die allerdings noch sticht ganz erledigt erscheinen, auch wohl noch einzeln manchen Zweifeln unterliegenmögen/jedenfalls aberAllem, was bisher festftand, oder: angenommen wurde,-eine ganz"neue Gestalt geben. Die ganze Geschichte der ältern Bemühungen um hebräische Grammatik und Lepicographie bedarf nach den Erörterungen des Hrn. P. und. nach den von ihm benutzten Quellen einer-durchgängigen Umarbeitungselbst ivemr -man nicht mit allen Resultaten

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