Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1860)
- Date
- 1860-07-31
- Page
- Seite 461 (sequence 9)
- Language
- German
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461 dkM'Ztzrfgrbo^e dkLi Gefttzes vom^23, Juli 1847 Und.VeroxdNungu vorn 22z! Februar'1804) dem inländischen Dichter beigebracht und von den Brautleuten ihm dies:K. M 1. vorgeschriebene Erklärung abgegeben) so kanni-die; Eintragung "derGhe in die gerichtlichen Ehe^ register nicht verweigert? werden,h.'; Berlin, den 14. April 1860. ' Der. Justiz-Minister.-; Der Minister des Innern.' . Simons. Graf v. Schwerin. 5. Oesterreichischer Kaiserstaat.? Gr. Becökerek, 29. Juni. (Zur Schulfrage.) Wir Haben aus innigem und heiligem Interesse für den Fortschritt und-die Entwickelung der Volksschuledie in Oesterreich seit »zehn Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen,- in mehreren Artikeln in dieser Zeitung, wo wir stets seit vielen Jahrenso wie auch in den „Wiener Mittheilungen" jede bedeutende Erscheinung: und jedes wichtige Gesetz auf dem Gebiete des israelitischen Volksschulwesens besprochen und angezeigt haben, die: allgemein gewünschten und unabweislichen Reformen in der Gesetzgebung und der politischen Schulverfassung smo ira;!et studio erörtert. Hauptsächlich Gezeichneten wiraber als eine ungerechtfertigte,-^ schreiende Anomalie die aus die jüdische? Volksschule fich beziehenden Paragraphen, nach denen' dieselbe gänzlich mit Ausschluß der Gemeinde und deren Organe/ ja seit Einführung des Cöncordates mit Ausschluß selbst der politischen Aemter, dem katholischen Klerus, also einer außerhalb der Gemeinde stehenden geistlichen Behörde untergeordnet' 'ist.' - Wir brauchen es nichtabermals 'zu betheuern,^ daß wir damit nicht um Geringsten einem hochwürdigen katholischen Klerus lzü verletzen beabsichtigten, zumal, wie bekannt, der katholische Klerus'in Ungarn sehr tolerant und liberal ist, und wir erinnern nur an die kürzlich erschienene Broschüre des Herrn Erzbischofs Haulik von Agram: Oesterreich, der Concordatenstaat — und an 'die Rede des Herrn Reichsrathes und Bischofs Stroßmayer von Diakowar. Die? giftsprühendeü Erpectvrationen des stommen Erzbischofs von 'Prztmyslso wie die höchgelahrten^ Daumer'schen Forschungen - des Herrn vr. Brunner-- - der unter den „Häuptern seiner-Lieben" (den 500 Abonnenten der' Kirchenzeitung) ' gewiß Wenig Ungarn zählt - fanden bei der genannten Geistlichkeit gar keinen Anktang.? Allein wir gingen nicht , vom localen Standpunkte -oius; sondew wir suchten immer das Princip? im'Allgemeinen, die heilige Sache' an und - für fich zuvertheidigen, und Wir hüteten uns sorgfältige Persönlichkeiten auch'nurim Entferntesten zu berühren. Daß wir hier undda auf Widerspruch stoßen würden - konnten - wir zum Theil voraussetzen, da wir ja selbst - die Debatte anregen und die Aufmerksamkeit der Gemeinden, - der Rabbiner * -Änd Lehrer darauf lenken wollten;- aber daß unsere Gegner in ihren Repliken nichts als Persönlichkeiten Vorbringen -und vorzubringen - wissen, müssen wir - Um ihrer selbst willen höchlich - bedauern. Besonders bemerkbar machte sich hierin eine- Korrespondenz aus Böhmen-in No. 25. dieser Zeitung, deren Spitze im eine Verleumdung ausläuft. Es ist wirklich höchst traurig - daß diese Herren in einer so hochwichtigen Frage sich nicht aus den engen Anschauungen ihrer beschränkten-Erfahrungen zu einem allgemeinen, hohem Standpunkte 'erheben können! Es' ist dies - ein altes Erbübel des Judenthums,' daß immer der Gesammtheit die Fehler der Einzelnen aufgebürdet' werden, und leider sind selbst die Begriffe der Regierung von den jüdischen Zuständen meist deren Schattenseiten, z. B. bei Klagen, Processen u. s. w. entnommem DLe Schulfrage und naMntlich die Regelung der jüdischen Volksschule wird eben jetzt beim-CultusministeriuM', wie wir aus sicherer Quelle erfahr en, ventilirt, und - wir gehen auch hier bedeutenden Reformen entgegG — darum fanden wir es für nöthig, auf diesen Gegenstand noch einmal zurückzukommen. — Wir übergehen mit Gleichgültigkeit, -weit wir uns in keine Polemik' Anlassen mögen, die uns - von dem Anonymus * aufgebürdeten Jmhümer und Unrichtigkeiten, da jeder für das -S^uU wesen sich interesstrende, - Unbefangene' Leser es leichteinsehen muß, daß gerade alle diese Beschuldigungen aüf Unsere Gegner zurückfallen. Hätte der Correspondent nur die letzten Jahrgänge dieser Zeitschrift (z. B..1859) in Betreff der im k. k. Schulbücherverlage erschienenen biblischen Geschichte (oder des österreichischen Schulboten) zu Rache gezogen, so wäre er weniger dreist in seinen Aeußerungen gewesen. Wahrlich,; wir haben keinen Ausdruck dafür, wie wir den folgenden Passus benennen sollen, der -mehr wie eine Ironie klingt: ,-Es ist übrigens eine Unrichtigkeit) wenn Herr Rabbiner O. die gänzliche Ausschließung der Gemeinde Und ihrer Organe von der Schulaufsicht'P entschieden hinstellt, indem jeder Schule ein weltlicher-öder Orts - 31