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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-07-24 · Heft 30 (24.7.1860) · p. Seite 447

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 30 (24.7.1860)
Date
1860-07-24
Page
Seite 447 (sequence 9)
Language
German
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447 gerufen, nicht der, Einsicht, der Gemeinden überlassen werden,; .denn, da könnte man. noch » lange genug warten, bis so. ein verknöcherter Chasid seine Fensterladen trotz deshohen- Mittages: den. Sonnenstrahlen dxx^AuWamMlöffne,- —-Pun; hat: die: hohe Regierung wirkliche in jüngster : Zeit einen solchen Erlaß an alle k. Lj Kreisbehörden in Galizien -ergchen Waffen, sin Folge.-dessenin. den. bedeutenderen Städten jüdische Hauptschnlen -undin denkleineren Trivial- Schulenwenn auch wider Willen der Gemeinden, errichtet werden müssen..; Wird aber im Sinne dieses hohen -Erlasses gehandelt? Mit Nichten!^ Nur irgend ein Nachhall bringt diese erfreuliche Kunde von den guten Absichten der hohen. Regierung zu unfern Ohren. Leider verhallen, oft die besten Vorkehrungen, welche die hohe Regierung zu treffen sucht , - wie eine, rufende Stimme in der Wüste!. — Keine Behörde in Galizien - hat bis nunzu;den.Willen^und gegeben, den Wunsch der hohen Regierung;■ zu erfüllen. Nur die einzige k. k.: KreiSbehörde in Stanislau, - und zwar sei es zum Lobe des dortigen L si. Kreisvorstehers, Herrn Austermann und des k. k, Statthalterei-Secretärs, Herrn Dörfler gesagt, Männer, welche für den Fortschritt beseelt und ein wahres Muster von Beamten sind, hat die Sache gehörig zu würdigen gewußt und gleich nach Erhalt des. Erlasses sich in Verkehr: mit der Gemeinde gesetzt, um über die/Modalitäten der Schule zu berathen; allein. her Gemeinde - Vorsteher Abraham Halpern und Eonsorten*) erklärten einstimmig, daß sie durchaus keine Schule wollen. Der sehr humane Herr Dörfler aber durchschaute ihre Pläne, und nahm von der Erklärung der Fanatiker, blos Act, ohne sich weiter um ihre Ansichten zu kümmern.. Hierauf setzte er sich in Berathung mit den. Vertretern der Schule, namentlich Hrn. Dr. juris Bardasch, dem wegen seiner talmudischen Gelehrsamkeit in weiten Kreisen berühmten Hrn. Salomo Fränkel, dem. Gemeinde-Vorsteher Herrn L. Regenstreif u. fl m, mnd-die Conferenz. schloß mit der Zeichnung des Berathungsprotokolls, nachdem der Fonds auf 4000 Fl. oft* W. und alles Uebrige nach den Statuten der Lemberger Hauptschule,; deren wackerer Director, Herr * *) Maier Kristiampoler, ein berüchtigter Fanatiker, der eine traurige-Berühmtheit erlangen wollte, nahm.seine Zuflucht zu einer Finte und sagte, daß „ihm das Herz blute, wenn er sähe, daß der einzige Kitt (nämlich die katholische Schule), welcher Juden und Christen zusammenkittet, vernichtet werde." : . Corr. , Dr. B. Sternberg, solche einzusenden die Güte ' hatte, festgesetzt.: Hoffen - wirdaher das Bestevon -dem''Eifer des Herrn- Kreisvorstehers Austerlnünn unddes Herrn Statthalterei-Settetärs'DörMr, denen sich hiermit öffentlich int Namen aller Freunde des '■ Fortschrittes Dank sage! Möchten sich' nur -überall so eifrige Beamte finden, und die: Juden Galiziens werden - in kaum; einem Decennium ganz nach dem Wünschender hohen'Regreß mng modificirt werden! -- ' A.-.;'.*s ■' Aus dem Tokayergebirge, im Junfl (Privatmitth.): Die Eröffnung einer Schuleist der Eingang zu einer neuen Generation, oder sollte es wenigstens sein. Für den Leser dieser Blätter dürfte daher die Mittheilung von Interesse sein, daß die feierliche Einweihung der: k. k. israelitischen Muster-Haüptschule'in S. A. Ujhely am 13. Marsi. Jüsiättfand. .Die' Verzögerung dieses erhebenden Actes, wurden durch -äußere zufällige Hemmnisse veranläßt, : aber gerade diese' Verzögerung steigerte die gespannte Erwartung.- Bei einer gedrängten Versammlungwelche die Elite derpolitischen, geistlichen und bürgerlichen Honoratioren sin sich schloß, eröffnen ein feierliches Gebet der- Zöglinge den solennen Act; hierauf nahm der Herr Comitats - Vorstand für Zemplin, Herr-Statthaltereitach---P.'-Märk.üvitz das Wort, und erörterte in einer wohlgelungenen Jntroductionsrede den wohlthätigen'Zweck und die edelmüthige Absicht Sr. Majestät, die Pflichten-des Lehrkörpers , so. wie die Hoffnungen , - die sich an die Erfüllung derselben knüpfen. Hierauf folgtedie Jttaugurationsrede des Dipeetors--' der Anstalt)/' SalömöN Pollack, der ein dem Tagesthema änpüssendes Schülerlied voranging. :: - u./i o Der. Redner setzte in wahrhaft begeistemder-Weise der zahlreichen und gespannten.Versammlung-die Aufgabe einer Schule und die einer Muster - Hauptschule insbesondere auseinander, sprach von derchohenBedeutung des übernommenen Amtes, der Heiligkeit: der Schule und Erziehung überhaupt/) von-der Loyalität eines jeden Israeliten, zollte Worte des- Dankesden Organen der hohen Regierung und insbesondere Sr. Hochwürden dem - Herrn- Schulrache; Sev. v: Schmiedt. Diese, vom Herzen kommende Rede -verfehlte chren Eindruck nicht und zeigten die Thränen in den Augen so "mancher Herren und- Frauen,-sowie die vielfach laut gewordenen Eljen, wie sehr der geehrte Herr Redner/die. Zuhörer zu fesseln verstand/ - 30

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