Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- Seite 238 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226219--18507-3247473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beschränkung der jüdischen Heirathen in manchen Ländern ist? was findet er denn immer an den besten Thaten der Juden-zu mäkeln, daß sie dem primitiven göttlichen Segen „Seid) fruchtbar, mehret Euch und füllet die' Erde" ihrerseits bei ihren christlichen Mitbrüdern mit allen erlaubten Mitteln. Vorschub zu leistem bestrebtsind?/ r . Doch genug mit Auszügen aus dieser Encyelopädie des Teufels, es kostet wahrhaft Ueberwindung, in diesem Miste noch weiter umzurühreu; wir wenden uns lieber zur Besprechung einer andern Broschüre, und zwar der: - Geschichte des.Volkes Israel, vom Grafen ■ ■i n B er. eNy i, Preßburg 1 8 6 0. „Auch Sie sind unter den Propheten^, dachte ich, indem -ich mir vorstehende Broschüre von einem Ungarn im Buchladen geben ließ; ich hatte aber bald die Genugtuung, mich geirrt zu haben, und nachdem ich in den frühexn Blättern zwei Deutsche und zwei Polen, die im Judenhasse machen, - den Lesern vorführte, gereicht es mir zum Vergnügenihnen hiermit einen Magyaren den Juden gegenüber/ der •—-: nicht von Einwanderung, Heimathsrechten, Privilegien, ewiger Verdammniß und derartigen Sachen spricht -7sondern von Gleichberechtigung, Menschenrechten zu reden anfängt, entgegenzuhalten. Indem wir den literarischen Werth der Broschüre auf sich beruhen lassen, wollen wir einige Sätze herausheben. „Wo von allen verschwundenen Nationen sich keine Seele mehr regt, da zeigt sich noch der Jude, der ewige Zeuge seiner Geschichte." - „Als die: Kreuzzüge zu Ende des zehnten Jahrhunderts .begannen., wandte sich die ganze Volköwuth der Christen gegen.sie; .man meinte, daß, bevor man in fernen Landern das heil.'Grab erobere, man zu Hause die Nachkommen Derer, die den Heiland gekreuzigt hätten, vertilgen müssen Welche Unkenntniß der Menschengeschichte und welche Verwirrungen der Vernunft verräth dieses Zeitalter." Und so werden im weitern Verlaufe alle Verfolgungen, denen die Juden ausgesetzt waren- und alle Beschuldigungen, die man ihnen aufbürdete, geschildert. Was wird Dr, Brunner dazu, sagen, wird er den Grafen Bcrenyi nach seiner bekannten Methode zu den Juden oder deren Achseltstägern schlagen? ■? "• - Daß mitunter manche Jrrthümer, UebertreibuNgen mit unterlaufen, kann man leicht begreifen, so: „Um sich von den Christen abzüsondern, spannen sie auf dem Lande eine Art Telegraphendraht - auf zwei Stangen mitten durch die Gasse." Man weiß/ daß die Juden hurch dieses Verfahren einen abgeschlossenen Raum Herstellen wollen, der für ihre'-strengen Sabbathgesetze manche Erleichterung mit sich bringt; . Vi a-ti n ivlr/S -ir: i?-:t .Much die Karaiten/: eine-Secte,' dier'stch^eitlich'ch'M den talnmdischen - Juden absönderte- und' in Rußland und im Oriente verbreitet-sind, sind HeM^ustw geachteter^als die andern Juden.^ : Man'sieht/.-wieAschwer es ist, eine vorgefaßte. Meinung abzulegen, man'hat-einmal den Karaiten auf Unkosten der Juden eine gute RbputatioN gemacht und' Jeder, bestrebt sich, mit OstentatiöN' die Fabel nachzusprechen. Sie sind aber in Wirklichkeit-viel unge^ bildeter noch als die Juden-! ohne diesen Vildungsmangel durch höhere Sittlichkeit irgendwie zu ersetzend' Wegen der.Kreuzigüngsgeschichtä 'äbsolvirt er gänzlich die Juden und endigt damit : ,/Wie-dahev dieser berderbliche Jrrthum bei der Christenheit sich 'einschleichen konnte^ ist wahrhaft unerklärlich und kann nür dem Verdummungssystem - der damaligen Zeiten zugerechnet werdest/'worüber aberudie heutigen! Priester der Christenheit das Volk aus-! klären sollten, damit dieses den ewigen Haß nährende Vorurtheil endlich -beseitiget werde"; und schließt„Wir wol-; len daher durch Bruderliebe uns einen, um auf diese Art zur Wohlfahrt der Monarchie unser Scherflein heizutragen." Amen. - Al. 8. aus 0. Die israelitische Aibel-Anstalt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln : -voist der Gemeinde zu Lengen au in der Schweiz aus drei Jahre 30 Frcs., für dieses Jahr gezählt 10 ^Frcs. 2 Thlr. 20 Ngr.; Lehrer -Derliner in Arnsw ald e nachträglich von Hirsch Michaelis in Daberpohl 1 Thlr,; Lehrer Tannen bäum in Mens läge'aus der Synagogengemeinde Bad b erg en, I. nacheinem Vorträge in der Synagoge äm Purimfeste: Dl Mey er aus-Badbergen 10 Ngr., dessen Vater L: M ehest 5 Ngr.- Sl -Al S i mön aus Mens lüge 10' Ngr.>- dessen Gattin IsthannN'' 10 Ngri, dessen Söhnchen Ed üästd^ 2^/2 NM L, M S i m 0 n astsB e rgd 5 Ngr., BendiS Pr ä gasts-An-küm 10 Ngr.> Moritz/M eh est aus NbshÄNsoss^stO NM:Jf. WörfLUg er aus Quakenbruch'2^/r'Ngr./-vöm Gemeindelehrer (Sammler 'und Einsender' nachbenl Summe) ' 5 Ngr.,- Rest von Pünschgeld 5^/2 Ngr.;' Hl-iW'F0lgh--Cörtefstdindenz: von H. Meyer in Älshausen 1 Thlr'. 20 Ngst, ferner von Durchreisenden: Elias Vorsänger aus Fürstenau 5 Ngr., Bernh. Dorfä n g er ebendaher ' 2 Ngr--