Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- Seite 234 (sequence 2)
- Language
- German
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234 tii alle Spezialitäten des Koreiwo'schen Artikels, dem übrigens ein Gesinnungsgenosse im Wilensky Wiestmk No. 8. den AtzstrD^..vomMttWHtL^urA.^htzI^? VrAdeRWezu^ geHn sich bemüht, Hier antwpüen,wolltm.^ Der^größere ^eil" des' lesenden Publikums ist "schon sicherlich derK gleichen Pro und Contraö übersatt und wir gingen auch, wie eingehends bemerkt ist, nicht von dem Gesichtspunkte - aus, daß Lei den Juden -solche Mängel .und Verbrechen; nicht vorhanden ftien^denn „überall Wdt Hs gute Menschen, überall auch schlechte". Wir fragen nur den Herrn Koreiwo, wenn er wirklich mit meisterhafter Kenntniß der Oertlichkeit den Ghetto zu Wilna, wo nach'seiner Angabe in drei engen, Lüstern, aller frischen Luft und belebenden Sonnenlichtes beraubten Gassen an 25,000 Judenseelen, zusammengepfercht leben, so tragisch, so herzerschütternd geschildert, warum vergaß er einen Schritt weiter zu thun, und zu sagen, daß gerade bei den Mündungen dieser drei finstern, dumpfen Gassen drei andere geräumige, sonnige Straßen liegen, in denen den Juden zu wohnen verboten ist?! Ist Herr K.,. ein moderner Hierophant, in die Geheimnisse der Hehlerbuden.eingeweiht.worden, um den Schleier lüften und der, Wahrheit ins Gesicht schauen.zu dürfen, warum warf er nicht sogleich die Frage auf: und wo ist das wachsame Auge Derer, die für Ordnung und Sicherheit zu wachen haben?. , Er that. es nicht, weil er alsdann unausbleiblich auf die konsequente Muthmaßung gerathen mußte : hier muß. Einverständniß obwalten und die Hehlerei gehehlt oder gar befördert werden. Ferner tadelt Herr K. . mit recht, väterlichen Worten, das unendliche Gedränge auf dem Kreuzwege im, Ghetto-.und. das immerwährende Schachern daselbst. Wenn er aber etwas schärferer Physiognomiker wäre, so würde, er dort nichtnur Juden allein begegnet.sein) und alsdann, warum giesst er nicht zugleich an, was diese völlig armen,Leutr,Lhumsollten, wenn sie dies auch ihnen vielleicht.verhaßte Gewerbe aufgeben.möchten? ..Sollen sie etwa in die Kanzleien, dienen gehen, oder mit Frau und Kindern,Spldaten, werden? „Sie sotten das Land bebauen'" wird man sagen... Ja wohl, wenn sie nur die dazu erforderlichen Mittel, ..wenn.sie das zum Landbau unentbehrliche Land hätten, Es ist thatsächlich bekannt, wie die wahrhaft humanen Anordnungen der väterlichen Regierung,,die es..-mit. allen ihren Kindern.gewiß sehr, ernstlich meint, wenn sie in ssie untersten Drgane gelangen, verdreht und gelähmt werden.Gewissermaßen ist auch bei diesem Punkte derselbe Fach Manchen,.Personen dürfte es noch , ipr Andenken leben, wie in einer^gx? wissen Grenzstadt zwischen. Litthauen und Volhpniey, efwa ... Ät vor nnem Decennium ein hochwohlgeborner polnischer Adels- Vorstand sich mehrere Rügen Seitens des A^nisterilEsdafür theilen, lange Zeit hinäusgeschoben habe. In der Gegenwart ist es noch nicht besser. Ein Jude hatte sich in einer Kronsdomaine im kowna'schen Gouvernement seit 12 Iahendem mit zienttichem Hrfol^e «nsst Nck^bauE^es^ä Äch würWev in'diesem Rahre^vön'EÄreisbehörde verdrängt/seine Aecker einem reichen Kronsbauern gegeben und er nach einigen mißlungenen weitern Schritten gezwungen ein leidliches Grämen zu machen und— Melamed zu werden. Schreiber Dieses hat selbst sein Diplom mitunterzeichnet. Herr K. spricht auch VM einigen. Juden, die durch ihre zeitgemäße Bildung, durch ihr moralisches Betragen seine Zufriedenheit gewannen. Nun) hat er aber auch ihre Verhältnisse jo. genausondixt,^wipdisder^schachernden Juden? und wie sind diese Verhältnisse gestaltet! Werden diese gebildeten Judey schon als wahre Kinder des Vaterlandes betrachtet? Oeffnet man ihnermweitere -Thätigkeitskreise, um ihre Dienstfähigkeit,: in der sie ihren übrigen Landsleuten gewiß in keinem Fach e' nachbleiben, zu benutzen und zu fördern? Die von -MM«HierunH gegründeten. Schulen stehen im.Flor; die rapide, Entwickelung der herangebildeten Jugend hat mehrere betheiligte hohe Persönlichkeiten in Staunen gesetzt; wo aber werden diese vielversprechenden Geistericherwendet?, wiedeWM ausschließlich nur zu jüdischen Angelegenheiten! Warum können solche mit nöthigem Wissen ausgestattete Leute nicht Aufseher, von Lehranstalten, Aufseher.von Krankenhäusern, Postmeister ,u. dgl. werden? Man errichtet-Schulen, -erzieht Lehrer, die in Schulen angestellt werden, um wiederum andere Lehrer zu .erziehen.Sy.drehen sich -ylle Radien-um den kleinen, Focus, und gewissen Leute: tragen/Sorge, .daß sie. sich. nicht. zu. weitj.ausbreitem nHeißt:; es.nicht, ,sie -gewissermaßen dazu zwingen, -.einem Stnat im.Staat z« bilden?.! . .......; Und diese Lehrer- —; .wie - Md/ ihreuVerhättniffe! gestaltet?' - Diese.sind größtentheils,Lmit^ Ausnahme, einiger Mehr oder minder Leute mroderym Bildung .und . von der Regierung -dazu bestimmt,! ihren/BrüdevnMfdemi Wege zur - Civilisationzu helfen,ein der viel«,Lebenskenntnisse,, und fast die. ganze-Zeiti beansprucht; Uvenn er mit, Erfolg ausgeführt werden soll-;, wieaber> werden sie versorgt?. sie - ein. Jedars nach seineMZStander:ge4 höriges AuSkymnlcn? ^Haben sie eine gesicherte-Zukunst