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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-04-10 · Heft 15 (10.4.1860) · p. Seite 227

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 15 (10.4.1860)
Date
1860-04-10
Page
Seite 227 (sequence 9)
Language
German
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SS7 schriften schon bewiesen — (Heiterkeit), und namentlich von Bauern seien die Petitionen aüsgegangen. Dle^Pe-; titionen" wessen darclüf hin, ^daß'es 'sich um kirn außer-j; ordentliche Begünstigung der Juden und eine Zurücksetzung j der Christe^HlMe.^ Me. große. Masse; des Kapitals fei' auf Seiten der Juden. In Berlin eriftirten 157 Ban-! quiers- und Wechsel - Geschäfte; -51 befänden sich davon! in den Händen der Christen, 106 in jüdischen Händen. * Das Capital sei eine große Macht. —- Der'Redner ent-; wickelt feine Ansicht über die Zunahme der Macht der! Juden, wird indessen vom Präsidenten mit der Bemer-! kling unterbrochen, bei der Sache zü bleiben. — Der j Redner fährt fort: Die Petitionen weisen nach, welche, Scheidung zwischen dem Christentum und Judenthum - Noch heute eristire; die Juden behandelten noch heute das? neue Testament mit Verachtung; sie sprächen mit Verach-? tung vom Heilande der Welt. Das Vaterland der Juden sei nicht Preußen, sondern Palästina. So lange das Chri- - stenthum eristire, seien die Juden als Feinde desselben be- \ trachtet'worden. Die Feindschaft habe vor '1800 Jahren? begonnen und bestehe, wie die Bauern und ihre Petitiöneu mit Recht behaupten, noch heute. Die Stellung eines! Christen unftr jüdische Obrigkeit sei einem Angriff auf das; Christenthum gleich und zeuge von einer Geringschätzung - destelberl.' '"Üebttall 'h'cibe'fich 'die-Bereitwilligkeit und Treue: des' Volkes bewährt, und. frage man; worauf diese Treüe! sich gründe, so antworte er: auf das Bewußtsein christ-! licherGemeinschaft zwischen Herrscher und Volk, und er! würde'es sehr bedauern, wenn man diese werthvolle Gemeinschaft opfern würde.*) Ein Antrag auf Schluß der Discussion wird abge-! lehnt. .. ,! Hr. v. Meding: Er sei auch einer der beiden vom! Minister,ches Innern erwähnten Referenten des Staats-? ratheS; er. bemerke, daß er damals keineswegs der An-? sicht gewesen fei, die Regierung könne die Angelegenheit! im . administrativen Wege regeln. Er glaube.nicht schlecht? untnrichtet zu sein, wenn er behaupte, daß noch in jung-! ster,Zeit, ein Erlaß des Prinz-Regenten ergangen sei, der Pas Gegentheil. bestimme.,. (Der Präsident unterbricht den Redne.r nüt den Morten, daß es. im .Herrenhause nicht. SMe;tzi,.Me .,Herßo.n^de^s Staatsoberhauptes in die De-' batte zu,ziehen.), I . , ... - ■'. ,;■■■£) Kein Vernünftiger erwartet, daß wir diesen Sätzen - eitz^WvjverHng' gönnen1 ^'..MerSgtz/enthM' einen Irrr thüm'dder eine Unwahrheit. '‘u'}:Vj "u"Sfr’etxui. ' •!m : - vi) n'1" .j : in m Ui | Die Discussion ist nunmehr geschlossen, da kein Rednir wehr eingeMieben ist. ' '/''Her Berkchterstatter Dr. v. Daniels erhält das Wort und spricht unter allgemeiner Ünäufmerksämkeit Und steigender' Unruhe des sich in einzelne Gruppen auflösendest Hauses. Er wird zu wiederholten Malens zuletzt fast anhaltend durch den lauten Ruf: Schluß! Schluß! unterbrochen. Als der Redner die Tribüne verläßt, folgt ihm ein ironisches Bravo! . Ein Antrag auf Vertagung v o r der Abstimmung .wird nicht unterstützt. : Zur Abstimmung steht zunächst; der erste Antrag der CöMmission: „Das Herrenhaus wolle beschließen,' die Petition, so weit sie die Zulassung der Juden zu den Kreistagen betrifft, der königlichen Staatsregierung zur Äbhülfe zu überweisen, weil sie sich in dieser Angelegenheit mit den bestehenden Gesetzen fortgesetzt in Widerspruch befindet!" Auf den Antrag des Grafen Rittberg wird der Satz getheilt und die erste Hälfte mit großer Mehrheit angenommen. lieber den zweiten Theil („weil sie sich — befindet") wird nach dem Antrag von Tellkampf durch Namensaufruf abgestimmt. Das Resultat ist die Annah me des Satzes mit 55 Stimmen. (Gegen den- Antrag stimmen/ außer sämmtlichen Vertretern der Städte, Prinz Hohenlohe > Tellkampf, Homeyer, beide Radziwill, Graf Brünneck,! Graf Reichenbach, Graf Nesselrode, - Frhr. vr Rothkirch-Trach, Graf Schwerin, Graf Trockow, Vogt, v. Zander, Brüggemann, Graf Dohna-FrieLrichstedt, Gräf Dohna-Schlodien, v. Duesberg, Graf Rittberg, v. Frankenberg-Ludwigsdorff.) Das Amendement Beyer wird abgelehnt und der zweite Antrag' der'Commission, „die Petition hinsichtlich der Zulassung der Juden zu obrigkeitlichen Aemtern der Staatsregierung zur Abhülfe zu überweisen; weil dieselbe sich in dieser Angelegenheit mit den bestehenden GesetzeNin Widerspruch befindet", angenommen. . Die israelitische Kibel -Anstalt. 'Spenden zur Herstellung und Verbreitung'wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln; A. Mo os in' C ob tz fe l d / 'nachträglich ppn B. S p e i e r 10 Ngp; Obercantör' M. Kohn in München geft vm Lippman MarrlÜ Fl.; Marcus Pfla um 10 Fl., Baron Joseph v: Hirsch 15 Fl., SäloMon Mau 1V U., David Uhlfeld er 5 Fl., Mar WilrNersdörffer 5 Fl„. L.Grü-

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