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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-04-10 · Heft 15 (10.4.1860) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 15 (10.4.1860)
Date
1860-04-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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24. Jahrgang. Allgemeine 15. Aeitüng -es Zudenthmns. , -V , Ein;• unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig PhLWpson in Magdeburg. Leipzig, den 10. April 1860. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dtenstags, in ll/i bi» 2 Dogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig l Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22*/, Ngr. Inserate werden mit 1 Ngr. für die Petit »Zeile oder deren Raum berechnet.' Beilagegebühren betragen für 1. Bogen 4 Thlr., für lji Bogen 3 Thlr., für V* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpeditiön für beide Letztere hat sich da» König!. Sachs. Haupt-Zeitung».Bureau hier unterzogen.;r Inhalt. Leitende Artikel: Die neueste Erfindung in der Judenftage. — Wochenschau. Rußland. — Preußen. — Das Herrenhaus, das Ministerium und die Judenftage. (Schluß.) — Die israelitische Bibel-Anstalt. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Aus Kurhessen. Preußen: Berlin. ' Leitende Artikel. Magdeburg, 1. April. Die neueste Erfindung in der Iudenfrage. Wenn es darauf änkommt- Denjenigen zu bewundern, welcher in einer Sache, die bereits völlig abgethan und abgeschlossen zu sein schien , mit immer neuen Erfindungen auftritt, so gebührt der Preis unserm Preußen in der Judenftage. Als Nordamerika 1786 die Gleichstellung aller Confesstonen aussprach, frug es in keinerlei Weisewie weit diese Gleichstellung auch für die Juden gelten: solle? Die Gleichstellung war die Gleichstellung, und nichts Anderes. Eben so 1793 in Frankreich, 1796 in Holland/in-Ätälien unter französischer Herrschaft, int ehemaligen Königreich Westphalen. In England war die Gleichstellung eigentlich niemals in Frage, denn es drehte sich dort nur unrden einen Punkt, ob der Parlamentseid zu Gunsten jüdischer Mitglieder verändert werden dürfe? Seitdem in Dänemark und Sardinien die Gleichstellung der Juden ausgesprochen worden, gab es dort gar keine Judenftage mehr. — Preußen allein war es Vorbehalten, schon 1812 eine neue Erfindung auf diesem Gebiete zu^ machen, indem in dem bekannten Edict zwar die Gleichstellung der Juden geradezu ausgesprochen, ihnen jedoch nur die bürgerlichen Rechte zuerkannt wurden, der Eintritt in den Staatsdienst aber versagt ward. Es war diese Art von Gleichstellung, die eine neue Ungleichheit enthielt und „Staatsbürger" — so wurden die Juden selbst in den polizeilichen Rubriken bezeichnet ohne staatsbürgerliche Rechte creirte, sicher eine neue Erfindung. Im weiteren Fortgang der Entwickelung konnte mau auf diesem Wege nicht stehen bleiben, und den Juden nicht den ganzen Staatsdienst vorenthalten. Da kam man im Gesetze von 1847 anf eine neue Erfindung. DaS Gesetz erkennt in §. 1. den Juden „neben gleichen Pflichten auch gleiche bürgerliche Rechte" zu, macht aber einen Unterschied zwischen unmittelbaren und mittelbaren Communalämtern, mit welchen die Ausübung einer richterlichen, polizeilichen oder erecutiven Gewalt verbunden ist, und denen,' mit welchen eine solche nicht verbünden ist; erstere ’ versagt es , letztere gestattet es den Inden. Man weiß, daß hiermit nur einige wenige untergeordnete Schreiberstellen gewährt waren. Als die Verfassung endlich „die bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung" Unbedingt ausgesprochen, und das Mitglied des Manteüffel'schen Ministeriums, Minister von Ladenberg erklärt hatte, daß damit die Bestimmungen des Judengesctzes von 1847 auf-

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