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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-03-27 · Heft 13 (27.3.1860) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 13 (27.3.1860)
Date
1860-03-27
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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191 selten Spurenderselben wahrzunehmen: «Die, zurreligiösen; -Oberleitung.,im altgläubigen,* Sinne/berufene Behörde müßte-nun^.sicherlich vor Allem und MitvollsterKraftden allgemeinen Gesetzesüberwetungeuj' Z.- B./VernMißachtung des Sabbathsi mndder Speiseverordnungen -zu - steuern suchem/ Wie: soll/abev, diese, so überaus, schwierige-Aüfgabe gelöst--ein-ffolchesiZaüberwerk zu Stande: gebracht werden? Hielte -Map,.-aller: rErfährungzuwider, die, bloße, rBe-leh» rumg-, die Machtder-begeistertem und überzeugendennRede siür-l ein'ausreichendes'Mittel: wozu! dann-,Oberhur-- leri;,,lden Unterhirten: und-der HzerdeBefehle zu drtheilen und Beide zw.Drahtpuppen zu -erniedrigen?: l Min! Rächtrüm elektrischen Funtf en -dev Begeisterung, sondern im v erheerenden Bannstrahle würde sich die'WirIsaMkertMesesnä g-elneuen Synedriu ms offenbare'n.': Die unheilvöllen Resultate einer solchen:eutMichenden Knechtschaft sind.aber: leicht vorauszusehen: Zank und Hader/ Haß und Feindschaft ohne Ende im Schoße der Gemeinden,, maffenhaftes Austreten aus den religiösen Verbänden, Ekel und Abscheu vor dem jüdischen Gemeinwesen^ -/wo^niHt überhaupt -v.o.r -den Institutionen des.JudenthumS! Daß hier nicht bloße Schreckbilder..gemalt werben^"bewetst'' — '.um'nur'Ein Mögendes Verspiel anzuführe^ '-^'ÄaS^VÄ^^e^ des Äöatd der Deputirten Lrittischer Juden,'ivelche^nn' Februar1842 unter Berufung - auf: seine: g/e ist bi ch e Au t o r i t ä t -die West-London- Synagoge wegenganz bedeutungsloser -Reformen ercommunicirte, obgleich nder: Vorstand.der, neuen'Synagoge die r-echtlüch em Nächtheile dieser 'Excdmmünicalionals Gegenstand.der Beschwerde vor! den Gerichtshof oder das Parlainent zu bringeU drohte und fernerdas betreffende Verketzerungsdecret' lerne->solcheallgemeine Entrüstung hervorrief/ daß,eS /vott? der-^Gemeinde zu Liverpool und Manchester zurückgesendet, von der Gemeinde zu Portsmouth feüevlrch-v:erbrannt wurde (Jost,-Neuere-Geschichte der Israeliten--H. S. 73^-74.). Ohne Zweifel-hättensolche Vorgänge zur Auflösung des Board führen müssen, wenn seine Eristeuz - nicht wie - die ähnlicher jüdischer'Behörden in nocheinigen: andern Ländern in dm BeziehungeU zwischen: Staatn und -Kirchedie -.hier Lande ganz und gar fehlen, - ihre Grundlage fände.-:; s- III. - Zu - dem Allen kömmt noch der: Umstaüd, daß es dem sogenannten „Board" keineswegs genügt, den großen principiellen Kampf, der gegenwärtig die gesammte Jüdenheit durchzieht,: durch: eine aus' der Lust-gegriffene geistliche Autorität-niederzuhalten; er geht -auch damit - um, über-- haupt -jede-fteie Regung -zu unterdrückenals ob er stur das Triebrad -einer blinden Maschine werden wollte! Selbst vre Werke der-Mildthätigkeit-sollen vom oben -herab decrelirt und geregelt-werden! Auch der lebendige-Strom der edelsten-Empfindungen.im Menschenherzett',--welche--unsere Glaubensgenoffen namentlich in, den' Vereinigten : Staaten so oft und; fo glänzend bethätigen/' soll in-hierarchische Sümpfegeleitet werden! Es ist -schwer zu begreifen/ wie man auch -nur daran denken -konnte, freien Männern eine solche! entwürdigende. Bevormundung zuzumulheN-uü Noch schwerer ist: es aber zu-glauben-, daß 'die- Absicht-dahin ginge/ auch: auf dem- Gebiete. derMildthätigkeit eine InquistiionSanstalt zu errichten, indem ein solcher Plan der Jünger Loyolas würdiger erschiene, als der Söhne Abrahams/; i lV; Doch noch weit überraschender -ist-endlich das-Vorhaben, ein , jüdisches Schiedsgericht hsrzustell'enum Procrsse zwischen Individuen-oder CorpöratioNenzu schlichten und den öffentlichen Gerichten-zu - entziehen. - -Nichts blo's die----religiösen- --Angelegenheiten -und die frömmeu Opferspenden -7—^ auch die civilrechtlicheu Ansprüche der Israeliten will-der „Board" in allumfassender Väterlichkeit unterseine Obhut 'nehmen. Kaum können wir -einen Ausdruck finden--für das- Erstaunen über ein-Unternehmkn', das darauf hinausläuft, einen besondern-jü d i sch en Staat im'Staate zu bilden. Mitten in den-christlichen Staaten Europas begrüßten - die zurü ckg esetz te nJuden ohne Unterschied der religiösen Färbung die Aufhebung jüdischer Gerichtshöfe überall mit Jubel, weil damit wenigstens ein Theik ihrer bürgerlichen - Sonderstellung aufgehoben war. Und in dieser: gottgesegneten Republik, die nur Ein Recht und' Ein Gesetz - für Alle kennt, -sollen die Juden'sich selber ausschließen wollen und an die -Gründung einer aparten civilrechtlichen Institution auch nur ith' Träume denken! Heißt dies nicht die unbegrenzte Liebe, ' die wir Alle ohne Ausnahme gegen -unser- Vaterland' hegen/ verdächtigen und dem lügnerischen Vorwurf unserer- Gegner, Trennung/ Ab^ sperrung und Vereinsamung' gehöre zum innersten Wesen des-jüdischen Stammes,-Vorschub'leisten?^ - - Der vom Wortführer und Vice-PrästdentendeS-,Board" hrrausgegebene, in' Philadelphia erscheinende „Occivent" (vom 12. Januar d. I.) betrachtet dies Alles freilich auS einem andern Gesichtspunkte, indem dieses Blatt die Ndth- Wendigkeit der beabsichtigten Centralisation durch-die Behauptung zu begründen sucht:- A m e r' i k a sH g er ade durch seine freuen Institutionen dazu Gerufen, die I fr a e'li t en a llm äh ligl zur S el b st stän d i g ke it zu e r z iehen und dadurch für dieverheistene Rückkehr na ch! lP a läst inaVtzorzübere-itin fü-r die , 13*

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