Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1860)
- Date
- 1860-03-13
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. M, 160 Das Institut hat nunmehr bereits seisie'Lebensfähigkeit hinlänglich bethätigt. Es sind uns schon vielfache Zuschriften^geworden, 'welche, die Zufriedenheit^ yuch mit ', den Einjährigen Leistungen aussprechen. JaMs laufen bereiw^m'ehrfache Bestellungen auf' das sechste ^ahr aus - Orten ein, welche bis jetzt dem Institute fern geblieben. Die Freiheit, welche, wie wir vor einiger Zeit gemeldet^ auf die Werke .des Instituts ,zu abonrsirzn,/das^k. k,Ministerium dyikHnUWüM DS. WtDDfWHKäMßaäÄS bewilligt hat, läßt uns einen bedeutenden Zuwachs von dieser Seite erwarten. Und so eröffnen sich die' freudigsten Hoffnungen für unsere Anstalt,,! welche tzi.es sttnyMe/ die ihr von Seiten des Berliner Katalogisten in eben so lächerlicher wie verachtenswerther Weise zukommen, kaum der Erwähnung werth halten kann. Doch wollen rvir hier zwei Punkte erwähnen, weil sie uns' von geachteter Handzukommen.' Man giebt zu bedenken, ob nicht den Abonnenten.bei | UZ »iS welche eine -einheitliche Führung des Instituts ermöglichte? Es ist nichts Leichtes, drei Gelehrte zu finden, welche in“ Ansichten. unMCharakter übereinstimmen. K)ie bisSrigen Myan; MxdMe Sache fallen gelassen. Denn nur das freudige Gefühl, in Uebereinstimmung mit einander zu handeln, wird die Zuversicht, Rechts zuthun, uyd. der frische Muth, der zur W^erwWunK^ftÄiM^^wieriWite^^khiMist, hervorgerufen. Wenn nun aber eine Wahl entweder einen Mann von strengster orthodoxer Richtung, oder von hyperreformistischexAendenz,.. entwederZvon der Ansicht, daß nur gelehrte .Werke im engsten Sinne des Wortes, oder nur von populärem Charakter erstrebt werden müßten, träfe, wie sollte dann' dä^ Institut fortgeführt werden können? Es kann^üns daher nichtzuMmthetwerden,dMleiMnWün-' schen Aü fmerksamkeit' zu gönnen.', Ein anderer Punkt ist folgender^ In'dem eben ausder Wahl der Institutsleiter irgend eine Einwirkung gewährt werden könne. Pnncipiell wären wir hierzu vollständig geneigt/ chg ^eK Änseren^nderweitigtzn/ Grundsätzen und Anschauungen entspricht. Bei näherer Erwägung zeigt sich der^orschläg über als völlig Unpraktisch. Wie sollen , 3600 Hb.onnenten, die über die ganze Erde, von Califor-. nien bis . Könstantjnopel zerstreut stutz, irgend .eine ' Wahl treffen? 3600 Abonnenten, von denen mindestens 3300 die Namen der jüdischen Gelehrten und Autoren erst durch die Werke des Instituts erfahren? Denn das stellte sich durch die Anerbietungen, welche in jüngster Zeit den Abonnenten des Instituts hinsichtlich der renommirtesten jüdischen Schriften zu ermäßigten Preisen gemacht worden sind, hinlänglich heraus, daß es selbst für die Schriften von Zunz, Frankl, Sachs, Grätz u. f w? vor dem'Entstehen des Instituts eigentlich gar' kein Publikum gegeben hat, wie z. B. vom dritten und fünften Bande von Grätz' Geschichte in diesem Augenblicke 3500 Exemplare in den Händen des Publikums sind, während der vor dem Entstehen des Instituts erschienene vierte Band nicht einmal in einer kleinen Auflage absorbirt worden ist. Wir heben dieses wichtige Verdienst, daß' das Institut überhaupt erst ein Publikum für unsere Literatur schafft, hier einmal nur der Arroganz gegenüber hervor, welche sich in der Behauptung gefällt, daß durch das Institut der Absatz von, Schriften,-die nicht durch'dasselbe erscheinen, behindert werde. 'Doch zur Sache zurück. Und wenn selbst eine Wahl durch' die weit zerstreute Zahl der Abonnenten getroffen wäre, wer steht' dafür ein, daß es eine solche sei, gegebenen fünften Bande von Grätz' Geschichte hat dieser Autor, in. seinem Vorwort einige.Morte über Zunz ausgespröchbifttwelche,- wie man üns^auS^WAiU schreibt, bei einigen Lesern großen. Anstoß erregt , haben, jo; daß diese gegen die Leiter des Instituts erbittert wären,Zuntz „erpe Demonstration gegen diese, so wie gegen. Grätz" beabfich.-- tigten. Es ist :doch wirklich -'erstaunlich: :wieZ-wenjgtrich^ tige-B'eurtheilung 'bei-vielen Menschen gefunden wird! Wip haben es mehrfach'erklärt,; twf die Leiter des'Instituts zwar, die. allgemeine Verantwortlichkeit' für die Mahl.de^.vonH- ^neu herauszugebenden Schriften, niemals aber die specielle Verantwortlichkeit für die Ausführungen, Ansichten und Ausdrücke der Autoren im Besonderen übernehmen und übernehmen können. Zuerst: Glaubt man denn, daß die Leiter im Stande sind, die ihirett'übergebenen Manuscripte W ort für W o rt durchzulesen, "zu kritifirens zuMsiW^ zu streiche^ und zu ändern? Ober glaubt man^ daß. sich irgend ein selbstständiger Autor einer.solchen-Kritik und Censur unterwerfen werde? .Nein, -jed.eie;Mttzx^Mtt sein eigenes Werk ein, ihn allein können die Einwendungen und Vorwürfe wessen, welche seinem Werke gemacht werden. Wenn demnach, Herr Di*. Grätz eiu Urtheil über Zunz' Leistungen in seinem Werke 'fällt/so haben wir mit der Herausgabe seines Werkes weder sein Urtheil unterschrieben, noch eS' zu rechtfertigen. ' Der beste Beweis hierfür-liegt darinj daß bekanntlich die Ansichtendeslvr. Grätz'' denen des vr. Jost oft diametral entgegenlaufen und daß dieser Umstand uns durchaus nicht verhindert, sein Werk, weil wir es als ein verdienstvolles' änetkennen, herauSzu-