Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-02-14 · Heft 7 (14.2.1860) · p. Seite 99

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 7 (14.2.1860)
Date
1860-02-14
Page
Seite 99 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
73% known words query
IRI
…/3224737-3226202-3226210--18353-3247310
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m Derjenigen-irat^ die $ unteriDvuck. Uebrrmuth und Unrecht ackü dreisten! zuleiden chatterir - Unter--anderen'Umständen' wätendie-Wahl feiner -Helden andersu ausgefallin?'Leffingi nahm r hier gerade--so- Parteifür einen unterdrückten' VölkW stainm/mie rr'in-einem Streite zwischen Hauptpastor-G öM und Pastor Mlberti inHamburg/ wo/ nachseiner-An^ ficht/ iErsterm Unrecht! geschah, zum nicht geringen Erstäu-: nen^der Rationalisten/' die Lesfing als Einen-der'Ihren betrachten zu LhNtttrpUaUkkeüi-tztDf SeiM-des Hauptpastors' Göze, seines erbittertsten Feindes, trat und ihn gegen Alber ti in Schutz nahm. ES ist diese Thatsache. zugleich der beste Protest gegen Piejeyig/n-, die Lesstng der Gleichgültigkeit oder gar der. feindseligen Gesinnung gegen die von Hamburg auS -an Nikolai schrieb : //In dem franzöfirtem Berlin - reducirt - sich ' die ^Freiheit - -zu«denken Und zu schreiben - a us die Freiheit-- -gegen die- Religion so viel - Sottisen als -man will, -zKMarkte: zu,bringen r und dieser Freiheit muß sich-der rechtliche Mann nun -bald zu bedienen schämend tu .<|in' r.^'?■' 1 lES! liegtaußerhalbunserer -Aufgabe,, Lesfinggegen' solche.Vorwürfe.in Schutz! zu nehmen.; aber gewiß - thük man -ihm-Unrecht, uienn man feinen -Nathan,- diesen' „reizenden; Cover l religiöser -und weltlicher Moral"-/r wie^ -ihn- Goethe-nennt, zum Belege -jenenAnklagen - benutzen'! vielmehr müssen wir mit Goethe wünschen, /,daß dieser Cdder' immer tiefer in die'-Herzen des deutschen Volkes greife/ dem -eö - so ^vorzüglich -gegeben, zuglauben ohne- UbergltzMn/ /-zu;Zweifelnohne -Verzweiflung - und frtt zw denkend, ohnn ftivob -zu handeln." - - - > i --- --- uk?; Der^Schwerpunkt des Lessing'schen Nathan kann' nichtin der'Frageder Religion/ Sondern iw der .Humanität, der gegenseitigen - Duldung/ und Anerkennung - gesucht- - werden? Daß jene erstere'Anficht ihre . Vertreter, hat/ maguntep Anderm-auch därin/seinen 'Grundhüben? daß; man .ge-- wohnt -war,- sogenannte --kirchliche Streitdramenaufführen z-u. ssehen, worin zhäufig,.- wie in unfermMathtM;"die--ver-- schiedenenlReligionen durch einzelne Personenvertretest, zw sein pflegten. 'So in einem-Stucke'aus'dem Jahre 1613/ ,/der EiSlebische/ christliche- Ritter^' betitelt? >0011!.Maritim RincaruS /1 DiaconuS zu- Eisleben? wo drei - Brüder/ üPpl.' truS/ MartinuS -und- Johannes, über die Religion/ derlJederrvon. ihnen angehört, mit.einander streiten'; /natürlich, läßt -der protestantische- Diaconus zu EiSleben seinen Mar-' tinuS> derkein. Anderer als Luther ist/den Sieg-Vävon trdgen; —- und also meinte man, hätte Lessing - nach jenem-Vorbilde' in seinem RäMn?drei--Religi-nen'?äüf^die Bühne gebracht, ÄbfichtdM'e postM Religion ^u-Uegiren. uDemMr ist nicht! sol'^'DÄW ligiöftl-Fragelässt Lesfissg stlindchens^MMöden/'stnb etwarM-die Entscheidung WM MAnft/'-ww er-tziess auch in ftinernMrziehuntz' VeS'MenWmMlechtS'^ü^ spricht;:-WäS ev alS-'pöfitiS hinstillt/ VaSist btt gegen^ seitige D u l dun'ss ustd Liebe;- : V* 'Und so W üitd -bleibt denn der Nathan-bine der'kostbarsten -Perlen derdeutschest Literatur, AichtMr,'Wie-M^ vinü'S treffend sägt/-neben Gv^the's -Faust däS ,/EigenthüÄ^ lkchste' und Deutscheste'/das die steuere Poesie geschaffenHa?'/ — ieS^ist dir Nathan'einHsstostischeS-E^igstiß/^ist? Sefchicht lstchh DHÄ t? —- Dstrch -ihn. M'Se'Wg nlchk nur-die -deutsche Li'tetaE'-ÄistMer -seiriek-Mti^nZiM den-beschenkt:er-^äi<m«0att$</ tende Classt di^Juveu'DeutschlanbS mit drckbM-' scheN-Vaterlande beschenkt! ^'Lesststg, der MaststEDeiW und GlastbenSfreiheit/ war der rechte Mann/ stm beibinem' VolksstaMmS Sympathien zü^ strecken-dem/' trdtz^des M>’ hündertjährigen Mtischest Druckes der' auf lhm'kM/ Denk-- und; GlMbestSMHttt'^aks^'ber'^unbiräWÄk^fte;l thesterste Besitz galt/ ' Ddrüm evstreckt fich - der Eiiistüss L'esstngSauf' die Judenweit über bie' Grenzen Deutsch-' landS hinaus?-Und wenn Sie/ meiste DkreMn/Äe Win-' zen des deüts^n Vaterlandes verlassen/bürch Polen/'Puß'-' land,' di-e Moldau - And- Wallachei - riisen'und bie Sehnsucht' nach -einem vaterkändifchen SchriststeNr in Ihnen erwacht:' da'-würdestl Sie 'sich sehr irren/wenn Sie'bei' einetti Slzach^ cic/- odeklBöjar^/' ober3 einem HbSpodstrest Ihre-Sehnsstch^ befriedigen-jü können meistten? wenigstens unter Zchtt^kastrA' bei- Mstem; -'Während Siein - keine! 'einzige/ stur mitielntä-' ßig'e jüdische?Gemeindejester^ Gegenden''komistest/'w0" Sie' Nach - LrffiNg und Schiller/ -jene'N ^LWlingssch'tiftsttllern'jü- ' bischer Eeift' — -Undich '-denki/ Ä^zeugi-'dieh' Nicht' vorn' schlechtesten-Gefchniacke-^'-'vergebdnS' fragen-'Vonust-' gleicht größerer Bedeütüstg "ist - Liffing -'allerdings' für -bie Juden-D^UtMandS : -denn- 'dttft chat' e'r"!in bäS 'beütsche EültUr- Und'- sbeiaU'fLebeü'-eiNgefühE^^ie^ persött-' lich'e ssteundschäftliche VestihungMifchen Lesfing' und' Men-< delSsohn/- dies jedr'/Migiöse Md nAtionäle S'chtanke uberwanv,? hät!stch3 spater-'aW>W Symbbl' erwiesest -für b <i 8* BethälMß-/ ist Lvelch^'Äe-Iuden-'Desttfchlandtz Kr Ge^' samnstbeMkerüNg?^u - tret'en- 'bestimmt waren? —' -!<"> - ‘: "' - Mendelssohn, der' erste Jude in- 'Deütschlästd/ dessen Werke dem größten Theile nach sticht für seine Glaubens-' genossen ausschließlich,- sondern für Alle ohne Ausnahme' bestimmt waren/'die'asts derHöhebeütsch'ewBildüstg stast--

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.