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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-02-07 · Heft 6 (7.2.1860) · p. Seite 89

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 6 (7.2.1860)
Date
1860-02-07
Page
Seite 89 (sequence 11)
Language
German
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N Da wird nun in erster Reihe von Herr Rabbinen, das DirMorasÄr" Schule cherlangt^ und von Ihrem geschätzten'Berichterstatter aus Groß-Becskerek die Ueberwachüng der israel. Volksschule dürch die katholische Geistlichkeit. aU'eine Hchmach und Herabwürdigung des Huden'thums' bezeichnet. Wenn wir auch gern unsere gebildeten.' Rabbinen alö Directoren unserer Volksschulen sehen Möchten und von einem Meises Löv, 'Fischmann', Fasset, Weiße, Hochmuth, Oppenheim rc. in der Thal recht erfreuliche Resultate erwarten dürfen, so ist ^öch nicht außer Acht zu lassen, daß zur Leitung'und Ueberwachung der 'Volksschule auch pädagogisches Wissen gehört, welches wir beim besten Witzen nicht bei allen Rabbinen Ungarns voraussetzen dürfen. Auch dürfen wir nicht, vergessen, daß die israel. Volksschulen Ungarns den katholischen Geistlichen v i e l, recht viel zU verdanken haben, und müßten wir Bogey, anfüllen, Wllten wir alle Me directoren namhaft machen, die sich um die Erhaltung und Blüthe der israel. Volksschulen Ungarns bleibende Verdienste erwprben haben. Wir glauben dieserhalb nicht zu irren,.wenn wir die Ursache jener Zerwürfnisse, Uebelstäude und Competenzstreitigkeiten, von denen Herr O. spricht, nicht in der katholischen Geistlichkeit, wohl aber in dem leider oftmals schroffen VerhältniE'.'jwischest Lehrer und Rabbinen suchen. Wir siisd überzeugt, daß dort, wo die Rabbinen Mitglieder der Schulcommission sind und mit dem Lehrer H^nd in Hand gehen, sie auf Schule und Haus den wohlthätigsten Einffust üben werden, Und braucht man nicht gerade den ^Titel' elnks 'Schulenoberaufsehers zu führe^ um' durch sein lebendiges Beispiel daS jüdisch-religiöse Element der'Schule' zu "heben und zu kräftigen. Nachdem die' israel. Volkslehrer Ungarns einmüthig in deutsch-ungarischen Schuldiöciplinen sich ihre christlichen College» . zum Muster nehmen, sollten sie auch in religiöser 'Beziehung dein' christlichen Schulmeister nachahmen, der doch so ganz für seinen Geistlichen lebt uydMrbt... Auf..per ^dexnMeite verlangen wir aber' auch ein^ freundliches Entgegenkommen Seitens der Rabbinen.; und, wir sind in diesem Falle überzeugt, daß den Schulen Ungarns eine schöne Zukunft bevorsteht. ' — Daß nicht selten durch die Uneinigkeit deS Lchrerpörsonals unter emhnM in den Mecheinden die Sympathie ^für.das Schulwesen abgeschwächt wird, dürste DmjMigen, die einen Einhlick.in das inyiguante Auftreten so mancher Lehrer gethan, nicht befremden und haben' wir unter den jüdischen College» Ungarns noch nie ein so intimes Berhältniß gefunden, wie wir es unter den Lehrern christlicher Confession täglich wahrzunehmen Gelegenheit haben. ' Die systematische Darstellung der Gesetze und Verordnungen über das Volksschulwesen, Prag 1859 (Ladenpreis 3,Fl.), zufamlpengestellt von Ritter von Obentraut, giebt Aüffchlüß, in wie weit die politische Schulverfassung, Wien 1847, noch heute Geltung hat und erlauben wir uns das für die israel. Volksschulen specieü Geltende im Auszüge zu geben: „Die Lehrer an jüdischen Volksschulen werden von bin betreffenden Glaubensgenossen erhalten." „Der Schüldistrictsaufscher soll auch die in seinem Bezirke befindlichen jüdischen Schulen untersuchen, dabei jedoch den Unterricht in Glaubenslehren und Ceremonien nicht im mindesten beirren." Da die jüdischen Schulen von den katholischen Schuldtftricts-Aüsseherll visitirt werden, so bleibt das Consistorium durch die SchulzuftandstabeUen in steter Evidenz über diese Schufen. — DaS erste Sprach- und Lesebuch für israelitische Schulen ist in verbesserter Aussage bei dem k. k. Schulbücherverlage in Wien erschienen und find die Verbes-, serungen so vorzüglich, daß wir bei dieser Gelegenheit jenen Herren, die zur Verbesserung beigetragen, den Dank der Schuljugend abzustatten uns erlauben. Die jüdische Fibel, ebenfalls im k. k. Schulbücherverlag erschienen, läßt noch Manches zu wünschen übrig, und entbehrt ganz'und gar jene pädagogische Reihenfolge, die wir in Hecht's hebr. Fibel finden. Wünschenswerth. wäre noch die Herausgabe Seitens , des U k..Schulbücherverlages eines hebräischen Ge- : bet buch es für den Schulgebrauch, damit der Lehrer nicht durch das. Aufmischenlassen der Gebetstücke in; den verschiedenen Ausgaben seine kostbare Zeit zu vergeuden gezwungen wäre. Die Musterhauptschule in S. A. Ujhely ist noch .nicht eröffnet und entbehrt die-dortige Schuljugend i seit September v. I. jeden zeitgemäßen Unterricht. I Da die bis jetzt daselbst von der Gemeinde angestellt ' gewesenen Lehrer sich einen anderweitigen Wirkungskreis sammt und soyderS gesucht Haben, so sind die - Schüler der zukünftigen Must er schule einstweilen in i die Hand Pep Melamden gefallen, deren Aufgabe

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