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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-02-07 · Heft 6 (7.2.1860) · p. Seite 88

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 6 (7.2.1860)
Date
1860-02-07
Page
Seite 88 (sequence 10)
Language
German
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88 Regelung deS Gottesdienstes, hie Herstellung der Rühe und Ordnung, das Ausscheiden mancher ungeeigneter Gebetstücke und der würdige Vortrag der beibehaltenech begleitet von Predigt und Chorgesang, anregend UNd erweckend auf so Manchen in Israel gewirkt, der dem religiösen Leben fast ab'gestorben schien — kann man in vielen Orten wahrnehmen. In P a d e r b o r n zum Beispiel sieht man Personen, die seit langen Jahren keine Synagoge ^besticht,'fast bei jedem''Gottesdienste nunmehr erscheinen und mit sichtlicher Erbauung an der Andacht theilnehMen, — gewiß das ehrendste Zeugniß für die schönen Leistungen und Bestreb Ungen ihres braven Lehrers und Cultusbeamten Notdhaus, dem eine wohlgesinnte Gemeindevertretung zur Seite steht.In Bielefeld ist seit'einigen Jahren das dort fast verschollene Chanukkahfeft wieder zu Ehren gekommen, indem allabendlich unter reger Theilnahme Gottesdienst abgehalten und mit Orgelbegleitung das ->->L abgesungen wird, auch wohl kein Haus, aus welchem Knaben die Schule besuchen, dort mehr gefunden werden dürfte, in Welchem das Fest nicht durch eine angemessene Familienfeier begangen würde. Die Gemeinde in Bielefeld giebt aber auch ihrem würdigen Lehrer und Cultusbeamten B l um en au, dessen unermüdlichem, Streben die Wiedererweckung des religiösen Lebens zuzuschreiben ist, vielfache Beweise ihrer Anerkennung und hat demselben ganz kürzlich durch einstimmigen Beschluß des Vorstandes und der Repräsentantenversammlung eine Gehaltszulage von hundert Thaleru jährlich votirt, und zwar' ohne irgend eine Anregung von seiner Seite; ein schönes Beispiel zur Nachahmung, das für Lehrer und Gemeinde gleich ehrend ist. Wenn Schreiber Dieses einzelne Gemeinden, die ihm eben näher bekannt geworden, rühmend hervorhebt, so will er andere keineswegs damit in Schatten stellen, hält sich vielmehr überzeugt, daß ähnliche Züge gewiß noch von recht vielen Gemeinden zu berichten sind, zu deren öffentlicher Mittheilung er hierdurch angeregt haben möchte. Slargärd, 7. Januar. Die Stargarder'Zeitung schreibt: „Vor längerer Zeit wurde von dem ziemlich umfangreichen Gute Lentz bei Mafföw ein Vorwerk abgezwergt, ihm der Name.Borkenstein beigelegt und dasselbe von dem damaligen Besitz'er des ganzen Gutes einem Sohne überlassen. Alle gutöherrlichen Rechte und nämMlrch 'aüD die äireiSstarchschaft verblieben'. bei dem Hauptgüte und sind von dejfen 'Mfitziern' aii^'' ohÄe 'Anfechtung von irgend^ ei- M "Seite^ auSgeübk^' 3nz>vMsn^.häßech..sowo,^^' dM Haüptgut,^ wie häch'VÄ^^lhre'BeMex gewechjelt. Der jetzige.Besitzer deS HguptguE ist jüdischen Glaubens^ und' stiüex Einführung in di? KÄstagS- Versaüimlunjz ^u entgehen, fand 'man^VeffÄu^weg, nW°^ihsi^'' sondern'ganz sin berechtigten.Besitzer d^S 'abgezweigten Vorwerks zu den Kreistagen, einzüberstfen^ ".Die' 'obere Behörde jedoch Mt die 'He'chte veÄ Besitzers anerkannt und die landräthÜche Behörde dahin'belehrt, daß daS^obige Verfahren mit Unrecht stattgesunden habe?'' ... ♦!•?> v ■» vl i-t ' ■■■ ii ^'$.4 t -I Lj» Berlin, 15. Januar. Hier soll nächsten Monat außer Der bestehenden Gemeinde-'Religionsschule eine Schule in .„acht .jüdischem StYf" eröffnet, werden^ die' in engster' BeziehUnMnilt veddiMti vH'ßeht. Bon deM untersten hebräischem Elementarunterricht an soll sie durch 5 Claffen bis züw Studium des Talmuds hinausführen; der Unterricht wird nur am Sonntag, Mittwoch und Sonnabend ertheill; das Schulgeld beträgt monatlich 15 Sgr., und die Schule selbst soll mehr mitten in die Stadt verlegt werden, um den nicht im, Jüdenviertel wohnenden' Kindern den Besuch der Schule zu erleichtern. Hundert Kinder sind bereits angemeldet, ein Capital von 1ÜÜ0 Thälern schon disponibel und bedeutende Summen werden binnen Kurzem zur Verfügung stehen. Der" Vorstand dieser nbüen Schule hat nichts mit dem eigentlichen Gemeindevorstände zu thün. Sie sehen,' daß hier, wo noch vor wenigen -Jahren ^,gsir' keines Religionsschule bestand, nunmehr hereitS/pre-i 'ins "Leben. 'gerufen sind — sicher ein gutes Zeichen der zeit. Oesterreichischer Kais^rstaat. Aus dem Tökayergebirge, im. Januar. (Privatmitth.) Vielfach würden in der 'jüngsten Zeit die Licht- und Schattenseiten der israeliiischen Volksschulen Ungarns in diesem so weit verbreitetenDjatte besprochen, und doch gehen die geehrten Berichterstatter oftmals so weit auseinander, daß auch wir es wagen , abermals aus unserem Verstecke zum Vorschein zu kommen und unsere Ansichten in box bescheidensten Weise der gebildeten Welt vorzülegen uns'erlauben.

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