Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1860)
- Date
- 1860-01-10
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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S, tfl* ,, . ' itertt’ fohioM als Ne übrigen Mitglieder des ^Staatsmirn-" steriums mißbilligten das in Breslaw gegen die jüdischen^ Mrtglreder>,der^krersstandsscheü Versammlung beobachtete^ Verfahren ^o^ wert^ von^ demselben ^sher autIentrsche Kenntn^ vorhanden fei. Das MiNlstektuM hubv Mzw»-- schen die Acten eingefordert und behalte sich bis nach genommener Einsicht derselben die Entscheidung in Bezug, auf den Landrath v^Ende^vor. e Was ^Ne Beschwttde. gegen den Grafefh Saur»D-ÄeltW?äWela^M fö^-Äklavte der Minister, diese Angelegenheit gehöre nicht vor sein Forum, er dürfe jedoch versichern, daß die Beschwerde--' führer den Rechtsschutz in .chlK'n^Mlle'n -MikrAuversich^ gewärtigen dürfen. - - - — 2Bie man der „N. Pr..Ztg." aus Breslau schreibt, hat die Königl. Regierung daselbst das Verhalten des LanbtaHs v^ssd e^^hr^^jenes'KreistageS gerügt, weil'er' deAMsträg"^dMvGrafen-Maurmär.zur.Lckwe.ifen/ und ''-.seine> „-Privatänsich^t"'nicht hätte äußern sollen.' ' Wir hoffen, daß außerdem die jüdischen Rittergutsbesitzer ihre Hpklyge bei der Staatsanwaltschaft erhoben haben und konsequent aufrecht, erhalten. Blicken, wir nun endlich auf die Presse, so hat diese, selbstredend mit Ausnahme der, „Kreuzzeitung" und ihres Anhangs,. den tiefsten Unwillen insgesammt ausgesprochen. Die „Neue Stettiner Zeitung" vom 29. Deeember läßt sich folgendermaßen aus: . ...; . „ ... ..... ... „Der Ruhm der. altpommerschen Recken, der Kleist's und Thadden's, ließ auch andere kleine Herren nicht schlafen, und so hat es. denn endlich Graf Saurmä erreicht, daß durch den Kladderadatsch sein Ruf weit über Deutschland hinaus reichen wird. Der letzte Breslauer Landtag belehrte uns, daß Pommern, nicht allein die Heimath der politischen Don Quiroterie ist, sondern daß Schlesien ebenfalls seine Ritter von der traurigen Gestalt aufzuweisen hat.. Diese Herren erinnern sich. vielleicht nur zu gut, wie ihre Vorfahren von ihren Raubnestern aus-,die voruberziehenden friedlichen. Reisenden Überstelen, diese nur..gegen schweres. Lösegeld aus ihren, feuchten Burgverließen losgaben; sie mögen mit Schmerz daran denken, daß diese Zeiten für immer vorüber!. Sie können sich nicht in den Gedanken finden, zwar..mächtige, aber doch nu r g leich - bere chtigt e Glieder eines,.geordneten Staatsorganismus zu sein. ‘ ..... . . . ... . " .... . ( _ . . „Auch der, Vorsitzende jenes Kreistages, der Landrath v..^Ende, hielt: stch bem.usstgt, nach Perlesung des Flottwell'schen Ministenal-Rescripts, das den jüdischen Rittergutsbesitzern den.Aujritt. zu, den Kreistagen gestattet, seine , , .tzMtzrDzL .j-L Meinung als sMrivatmann^^^achiwzü^äüMnV"„bK' Juden sollten sich mit den seit 50 Jahren erlangten Rechten b^i^l^Äd weites .^smuHe^w^deA mlv eE^e-.. fährlich^ REs> ctichr g eg engste heSorRlfen"? -p' tms serer Nähe^giebt es u^He^ÄW'FügdndMen denen bisher nur die Gelegenheit fehlte, ähnliche Ansichten auf den Kreistagen zu documentiren; giebt es doch noch viele Beamte,, die bei, der, bloßen Ankündigung eines AÜb^calR ÄläWens einÄWnMaüt belMm^nMnd die sich so weit vergessen, an öffentlicher tadle ä'dste den bloßen 'Pröspe'ctüs dazu in viele Fetzen zu zerreißen. k: A^DAMeis-^ünd Provir^iallandtage waren durch die Verfassung aufgehoben, vom frühem Ministerium wieder ins Leben gerufen, und so hat denn das jetzige Ministerium um er andern traurigen Erbschaften auch diese an- ''treten "müssen. — Vön'der RH'ts'- ünd"^W über die Rechte der. Juden.ganz-^ahgesehen] 'auf bie wir ■ in späteren Artikeln zürückkomnreMw'erden, bleibt es doch eine großartige Absurdität, daß Juden das active und i Passive Wahlrecht besitzen, als Abgeordnete in der Kaml mer über die höchsten Interessen des Landes , über. De? - setze, Steuern,., Regierungsmaßregeln rc,-berathen, und in irgend einem' oscuren Winkel-des Landes i als Ritterguts-, besitzer nicht das Recht haben sollen/ über die Anstellung eines Nachtwächters oder über Ausbesserung 'eines Feldweges zu berathen. -—Aber freilich, wir lsben ja in einem „christlichen" Staate, wo der jüdische Rittergutsbesitzer zwar die Kosten der Wegeausbesserung und für den Nachtwächter Mitträgen^ niüßäb^r wd'die Dbrigkeit sofort eine heidnische würde, wenn die Juden bei so wichtigen „Thaten" mit ratzen.- '.:; j „Als bei. Übernahme. der Regierungsgeschäfte unser r edler Prinz-Regent die Worte sprach: Versprochenes müsse man. halten,- Preußen wolle Recht und Gesetz schützen, da löste sich der zehnjährige'Alp vom Herzen des Volkes und i als Graf Schwerin in das jetzige Ntinisteriüm eintrat, wurde -in ganz Deutschland dieser Act als eine Garantie verfassungsmäßiger Zustände mit Jubel begrüßt. --- Marten wir nun ab, welche Maßregeln her Herr Minister des Innern : diesen skandalösen Vorgängen auf dem Breslauer Kreistage gegenüber' nehmen, wird. Es kann dem Ministerium nicht verborgen bleiben, wie die Nattern überall ihr giftiges Haupt ' emporstrecken, unser junges Versassungsleben.in Schlangen- : Windungen umwinden und es zu ersticken drohen; es frum . dem Ministerium nicht entgehen, daß, während es die volle' Unterstützung des Abgeordnete'nhauses und fast des ganzen Volkes genießt, dre Opposition einer kleinen Feudalpartei.