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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-10-31 · Heft 45 (31.10.1859) · p. Seite 657

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 45 (31.10.1859)
Date
1859-10-31
Page
Seite 657 (sequence 11)
Language
German
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- Rom, 14; Oktober./ Die,-Voff; Ztg.^ läßt-sichj schreiben.: /-Alsi-SchadenersAtz Mrdie'vorgeblich''von j Juden in Ferrara und andern größeren Städten Mt! -Romägna - gegen Mönche und - Weltgeistliche verübten! Erceffe wollte mam dem hiesigen Ghetto (Judeyviertel)! die/ jährlichan verschiedene-fromme .Stiftungen -zu; ^zahlenden Abgaben -zum- -zweiten Male erhöhen, - um ° den bei der Gelegenheit dort -beraubten Geistlichen und j Klöstern einen Schadenersatz zu. verschaffen. Der' Ghetto hat -sich zu -einer Bauschsumme bereit - erklärt.;- ich weiß nicht, ob sman andererseits darauf eingehen; -wird. .. Die.Juden schütteln zu all dem den .Köpfend begreifen nicht,-/wie -der Papst,- dpffen- Hamilie? bekanntlich /jLdischeu Ursprungs sein/soll--u-ftmej Siammgenoffen so vergessen könnte. .- (Daß den Judm neue Lasten aufgebürdet? werden, - -glauben wir. .Dagegenist es?eime-Lüge/- daßdie . Judenin -Ferrara gegen Mönche und. Geistliche Er-! cesse begangen Habens Nicht allein sie selbst, (sondern! die Behörden? von - Ferrara haben gegen - diese Lüge! Protest erhoben. Daß der Papst jüdischen-Urspcungs, l ist eine unbegründete Fabel, da seine Familie eine alt-! grästiche ist. R ed a c t. d. A. Z. d. I.) Korrespondenz.? ' Ein Jom Kippur in Kiew. ' " (Schluß.) ';. ' •';; -;■ ... ' 7-7- I . „Als ich sah, daß nichts fruchteteweder Jammern? noch Flehen,, weder Versprechungen, noch Drohungen,: he-- ^schloß ich/-hierher zu gehen-?/um den Arm der Gerechtig-t .keit-zn meinem - Schutze anzusiehen. — .Ich Ham in biefej .fremde Stadt, ,unkundig der Sprache, entblößt--aller Eri-! -.stenzmittel, und ringend mit allen-unüberwindlichen Diu-! idernissen, -die. das Gesetz dem längeren »Aufenthalte des> .-Juden.-.hierein den Weg gewälzt. — Aber .meine schwache! , Stimme,- durch nichts unterstützt, verhallte in diesem Wirr-i warr, wie der vereinzelte Ruf. des Manderers in - einer! Wüste. 7—) Meinem Flehen verschloß, man. Thür-und Herz,? . Mj-endlich /. erschöpft,im immerwährenden Herumlauftn/' um die' Barmherzigkeit der.Menschen -anzusiehM , gehetzt? //und - .verfolgt. wie - ein -müde gejagtes Wild,/meine- Energie erlahmte-; ichrü^zw'eiftlte att-.-der-Mnschheit -und. der;rwi- -g'en Barmherzigkeit^ Ich/ fand k-kaum uochso. /viel, -Kraft, um heimzukehren/i-/- Nachts» WM efar-z i SoM/Menn-ich nach langer)Abwesenheit: des - Nachts heimkehrte,- -wie schau- -rkg-frendigfbebten alle Oibern meines /pochenden,Herzens, wie -schlug jede. Mders, schnellerheim -Anfichtigwerden,meimer kleinen Hütte; wie ein- Wem-, .blinkte-..mir-bah.-Dm* mernde Lichtlein durch die kleinen iFenfter . meines, Häuschens--in die Nacht/hinein -7--Mein Muter Herd,--Mem treues Weib Md Mnd/warteten-mein nach langem Herumirren; -wie süß,/ wie s-lghend/war -diese .reizeM, Asgs-- sicht. -H- .Ein König in -seinemrMalaste/skann sicherlich /nicht so/froh, .sein,7 als-ichuuter-dssn vier/Pfählen meiner .Hütte;: Jetzt/-aber,? ha /mein -Liebstes mir entrissen, /-^ ida ich wußte, haß .Mveine Muernhe.Mutter ettzgssgenkommM/wird,.-mit den -Micken in meinem Gesichft lesend, ob: ich .frohe-Polschaft-bringe;-da ich mich in der Ohnmacht -sah, ihr, Trost zu -spenden, ergriff unendliches Weh-mein jammervolles Herz. — .-D/e-Welt schien - wie. iausgesto,rbenzitternd, vor. Kälte -und. Mmaftung,^hebend an -allen - Gliedern, . griff ich nach der. Thür,- Machte -auf- — und, 0 Jammepl Hart an- -der. Schwelleliegt eine ,Leiche, auf einige -Stoppeln gebettet,-, mit einem; schwarzen /Tuchebedeckt,, ausgestrseckt; zu -den Häuptew stnnden zwei : Talglichlchen, .nur. spärliches Licht in das. Halbdunkel verbreitend..—-.-Entsetzt, kniete.ich .nieder, reiße das Tuch vom Gesicht uyd.-mein-,-.treuest Weib-ist es, das der schwarze . Sensenmann.hingemähet — sie vermochte ihr großes Weh nicht zu ertragen-und ihr-unnennbares Leid/hatihr Pas -Herz.gebrochen.::— /Ich,-fühlte,.wie, eine, eisige Hand, mein Herz - ergreife , - ich stieß/einen, Schrei des, Entsetzens .au^, uund sank besinnungslos zuBoden..— - Wie lange ich neben derLMe meines-Weibes gelegen, ich weiß,^st: nicht; als ich-zum, Bewußtsein kam -7lag ich im .jüdischen Krankenhause, gepsiegt. von der milden Hand., eines mitleidigen .Brudexs.: - Nach.-MpnatelyngeM:,Siechthum :gssnas. ich -wje- >der. -—.Der. Frühling -hatte schonüber/die ganze. Mchr sein? Rosennetz Mbr,eitet-.; - unter seinem - magischen, Zauber verjüngte sich die Schöpfung — auch ich. war erwachL pom Tode zum Leben, aber zu welch einem Leben! Ich verhieß das Krankenhaus; 1aber zum/frohen, Gefühle der Ge- .-nesung-wereinigte >sich - das- -meines,. Elends. -7? Ich .stand -ganz allein, inz dep weiten Welt, mir-schien-mein Herz - allein eine Dissonanz in per großen, Harmonie -der. -Welt. ,Wns jedoch / .tröstete mich, in meinem. Elende:. das s-Pe- . wußtftin,/meine Leiden-.nicht PMschnldet. zu. habM.- ^-Ich ergab. mich endlich in Heu göttlichenMillen irnd. - fing an, 45**

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