Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 41 (3.10.1859)
- Date
- 1859-10-03
- Page
- Seite 593 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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593 diese ketzterwähnteWroschüre seizu feiner Anklage anlaßgebend. Dessenungeachtet verblieben? Die' 'abscheulichen Scharteken confiScirt, weil man sich -beschwer-' deführend an > die..'Ob'erstaatsanwaltschaft. gewendet habe. : Was nunjene: zuerst erwähnte ' Schandschrist betrifft. wurde die -Voruntersuchung Seitens der Staatsanwaltschaft: zu: Pleßü - lebhaft betrieben , und mehrere Zeugen in-Tarnowitz wie. in -andern - Städ- ' ten: (von: wo aus Anzeigen gegen den N. an die Staatsanwaltschaft' ergangen) vernommen. Gewisse Umstände, besonders die 'Gerichtsferien, waren indeß die- Verzögerungsursachen. Der hiesige katholische CleruS -n wie ssämmtliche Bürger haben sich sehr, mißbilligend gegen dieses Machwerk geäußert,: und soll Ersterer von der Kanzel herab seine Indignation zu erkennen gegeben Habens . ,7 7 Endlich? fand am -5ten d. - ein Audienztermin; in P l e ß statt/ und wurde der Rowacki a) zu dreimonatlicher Gefangnißstrafe., b): zur Vernichtung derj confiscirten Broschüre, c) zur Vernichtung der dazu! gehörigen Platten, und ä) zur Tragung sammtlicher Kosten verurtheilt.! . Wie ich höre, soll er noch polizeilich wegen Preßj vergehen zur Strafe gezogen -werden. Ob er appellii ren wird, weiß ich noch nicht:; wahrscheinlich, ja. 1^. j Aus dem Posenschen , im September. (Privat-: mitth.) Posen, Liffa, Kempen -und Rawicz, die vjer^ größten Gemeinden deS Großherzogthums, sind ohne! geistliche Oberhäupter — in so fern, als in diesen Ge-! meinden zur Zeit die Rabbinerftühle unbesetzt sind. \ Diesem Bedürfnisse ubzuh elfen-, fühlt man sich nicht selten -stark angeregt/.! namentlich wenn — wie dieS» im -Gemeindeleben häufig vorkommt — Fälle eintreten, wo das Wort des .geistlichen Oberhirten am durchgreifendsten wirken könnte. In solchen Situationen wird projectirt, debattirt, -die Dringlichkeit (der betx. Anträge) motivirt und dabei b lei bt' s. Zur That kommt's nicht, und -dies dürfte wohl:auch noch lange auf sich warten lassen. „Wo suchen und.finden wir die t a l-m u d Ls ch en Cap a c i t ä t e n, welche die- . ser Stellen würdig wären?" — ist eine Frage, von der Orthodoxie erhoben, welche -von der entgegengesetzten Seite wohl ign0rirt, keineswegs aber - bea n tw ortet werden - könntet — Ad voeem Ovthod o ri e sei bemerktdaß diese hier zu Lande jetzt wieder - eine sehr .compacte.Masse 'bildet/: wiewohl nicht gel läugnet werben kann-, daß - das ihr. gegenüberstehende Lagernoch immer nu.meri.sch starker ist, -wogegey eS aber-wieder/denNachtheih. hat,, sich — wie. dies wphs allenthalben -devs Fall sein! wöge.f—. in einige .von. eins andersehr Verschiedenef,F-raetiouen zu.zerklüften. — -Was. übrigens unserer Orthodoxie..zum? Ruhme nachgesagt werden muß, . ist, . daß .sie.durchaus keine finstere-, keine.faaatische-undi.aw-allerwenigsten eine solche ist,- welche? wie .Pie in .einer benachbarrey Provinz, (vergl. den, Bericht auS Kattowitz in.No. 36* d. Z.): — Hufsidi scheu. Tendetzzen -huldig^ an. sogenannte Wund e rin äuner glaubt,, bei - diesen Trost und Hülfe sucht u. s. w. Von diesem Allem finden Sie bei den Hiesigen Orthodoxen, Gottlob, keine Spur. Eben so wenig aber sind sie von der Artdaß sie sich von den Tractätlein '(Flugschriften, Aufrufe rc.),- welche, der Ex-Rabbiner L e w in von L a n d S - b erg in die Gemeinden schleudert — eine Thatsache, worüber -ich Ihnen vielleicht ein andermal, berichte—7 würden - hö d evw. l asse n.. *■?-• Auch würde man sich sehr .irren, wenn?man annähme, daß.die. beiden religiösen Parteien sich hier noch: so .schroff Und seindlich einander , gegenüberständen, wie dies, etwa vor einem Jahrzehend :der Fall gewesen. WaS sie von einander t r e n.N't,! rfi-nichts Anderes, als die,^ D i v ergeuzihrer An sichten "von welchen jedoch — so sehr sie , auch in die fortschreitende Entwickelung der C ul tu sang e leg enheiten hemmend; eingreift — zwei andere, gewiß vs e l wi ch t i g e pe Dinge g a uz unberüh r t bleiben, nämlich: die S chu l e und die Förderung dep wohltchütsgen Jnsii.rut.io.neu. — Ueber diese beiden, Punkte.zu. sprechen, liegt über heute au ß er meiner Absicht, weshalb ich. Venn weine kurze 'Betrachtung , schon - abbreche, wich darauf beschränkend, Ihnen. noch zwei, interessante Factq anö -hiesiger Provinzwitzutheilen., — . 7. 7 Am. 5. .d.,:M<. hat an -Lissadie feierliche Einweichung eines israelitischen Armen - - und Krankenhauses fttattgefunden, . Gründer dreser Anstalt ist Hr. Kauf- -manu Josep.h, Wollcheiw. in Triest, welcher in Mssaz geboren, ,,und V^m -diese Stadt auch gußer seiner neuen Stiftung schon,.zu vielemDankewerpfiich- Müst*7--Denn soisange-HrrrWgyheiM iftrn von ftimerxHeimath-.lebt,,.verging ^och fein.Jahr, wo er nach derselben-nicht^ ansehnliche Gaben -zur Vertheilung, unter. die, Armen gesandthätte, — eine Wohlthat, .die er abex mehr als pMehnsachte, wenn er —, waö