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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-09-26 · Heft 40 (26.9.1859) · p. Seite 577

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 40 (26.9.1859)
Date
1859-09-26
Page
Seite 577 (sequence 3)
Language
German
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577 nun die Fa.ctore.n.. beider, wetteifernd um den Ruhm ringen, als .Ursache der, vorhandenen Folge dazustehen. Dochsollen wir Lehrer es -uns nicht verhehlen/ daß unsere, Anstrengungen in Gewinnung und Aufbringung der zum Zwecke erforderlichen Mittel nicht in gleichem Verhältnisse mit denen der Gemeinden sich befinden können und dürfen. Denn während, diese gleichsam nur ein Mal eine schöpferische Kraft qufzubieten hatten, das Weitere sich , ,— nach dem bekannten Spruche .",122 ^8 — von selbst findet, 'schreiben uns, unsere Pflichten ein immerwährendes Schaffen in unserem Wirkungskreise, dann aber , noch ein fortgesetztes, unaufhörliches Bessern und Verbessern an uns selbst, als Mensch und Lehrer, vor, wenn anders unser Wirken, stch zu einem gedeihlichen, segensreichen gestalten soll. /Wir lehren,' wir sollen aber auch fort und fort lewM. . Wohl.dürfte unter uns die Zahl Derer, die nicht stets darauf bedacht sind , .die Summe, ihrer Kenntnisse quantitativ ^und qualitativ Anwachsen zu sehen, durch eine fortbildende Lectüre ihren geistigen Horizont zu erweitern, nur gering fern.- Allein-abgesehen, davon, daß nur wenige Lehrer in die günstige Lage versetzt find, daß ihnen die Anschaffung guter Bücher erschwinglich wäre; abgesehen davon, daß nur, wenigen Lehrern für sie geeignete Büchersammlungen Anderer zu Gebote stehen; abgesehen davon, daß so Manches auf dem Lehrgebiete, namentlich die Ertüchtigung im Lehrfache, di^ Erlangung des Lehrgeschicks, nimmermehr aus Büchern erlernt'werden kann; —. abgesehen, von-; all., Dem: entbehren wir nicht noch solcher Schriften,: aus welchen der -jüdische Lehrer sich für die Unterrichtsweise. speciell jüdischer Lehrobjecte pädagogischen Rath, holen könnte?- Man sagt: der Lehrer habe nur vorerst selbst Das, Wasser..lehren^ will,, so recht inne; ungeschminkter Eifer, wahrhaftq.Lie.be zum Berufe werden ihm schon, die rechten Worte, in den Mund geben. Allerdings hat dies viel Wahresan sich; aber kann es auf jeden Lehrer an gewendet werden? Wie viele fleißige, gewissenhafte Lehrer müheNi.stch ab,- ohne, doch den gewünschten Erfolg zu erzielen! wie viele, verfallen in .Ermagelung belebender-Anregung, und .guten Rath.es in einen ihnen und ihren Schulen verderblichen > Mechanismus! , i : Was s thu.r. pns also -No th? - oder, wenn's . besser gefällt, was wstrdq.uns frommend Nun, in der Neuzeit find die verbreitetesten.Mittel, die Fortbildung der. Lehrer zu fördern, die Conferenzerr.und.i diqinrit diesen in engem . Zusammenhangs organifirten L e fe v e r e i n e. Sie sollen den Stand geistig heben, besonders aber sollen jene für die praktische Seite des Berufs tüchtig machen. Dies hat unsere hohe k. k. Regierung wohl erkannt und die bezügliche Verordnung erlassen — für unsere katholischen Amtsgenossen. Diese versammeln sich nun all- oder halbjährlich in den resp. Bezirken zu Berathungen, und wenn hier und da zu solchen jüdische Lehrer mit eingeladen werden, so ist es nur eine Vergünstigung, ist es nur der Duldsamkeit' und Gefinn^ngstüchtigkeit mancher Schulbezirks - Inspektoren, als der Conferenzleiter, zu verdanken. Uebrigens sind diese Versammlungen, wie zu erwarten, von einem stark ausgeprägten confesstonellen Geiste getragen, und welcher jüdische. Lehrer sich an solchen, wie Schreiber dieser Zeilen, schon betheiligt hat, wird sie sicherlich ebenfalls mit einem Gefühle verlassen haben, das eben nicht durch Erhebung des jüdischen Herzens und Gemüthes erzeugt worden war. —*); ■ . Da nun außerdem wir jüdischen Lehrer bei Cönferenzen allenfalls und.vorzüglich Gegenstände in Verhandlung zu .nehmen, gründlich und zweckentsprechend zu beleuchten und zu berathen.haben, die für uns — vor Allem als Lehrer jüdischer Kinder, als'Fortpflanzer und Verbreiter jüdischer-Lehren und!-Kenntnisse, dann aber auch als Beamten jüdischer Gemeinden — von der größten Wichtigkeit find, können uns um so Mhr nutz- und fruchtbringend Berathungen sein, in welchen ein rein jüdisches *) Nicht, als wollte ich gesägt haben, daß sich jüdische Lehrer. von den beregten Conferenzen fern zu halten hätten.; wir sollten vielmehr solche dargebotenen Gelegenheiten dazu benutzen, eine freundschaftliche Annäherung an andersgläubige Mitbürger herbeizuführen, das Vorurtheil zu'bekämpfen, und daher, mit Wertschätzung der humanen Ansichten mancher, unserer katholischen Vorgesetzten,, eine Einladung dankend zu würdigen verstehen. Aber..es will mich bedünken, daß.es...nicht die.rechte. Art und Weise sei, wenn jüdische Lehrer dem „ Oesterreichischen Schulboten" klagen, daß sie zu diesen Conferenzen nicht zugezogen werden, wo sie dann vom Redactcur jenes-, übrigens 'werthvollen , Schulblattes auf eine bessere Zukunft vertröstet und schließlich -damit abgefertigt werden: „Da man allenthalben jüdische Kinder in die katholischen Schulen zuläßt, so werden mit der Zeit auch die jüdischen Lehrer, wie es bereits in mehreren KronländerN geschieht, zu den Lehrerconferenzen ohne Anstand zugelassen (!) werden. Diese Hoffnung wird sich um so gewisser erfüllen, je bescheidener die jüdischen Lehrer sich gegen 'ihre Standesgenossen verhalten - und je tüchtiger sie sich, in: ihrem Lehrerberufe erweisen." (Oesterr. Schulb.,.No. 32.) 3. K. 40*

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