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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-08-29 · Heft 36 (29.8.1859) · p. Seite 514

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 36 (29.8.1859)
Date
1859-08-29
Page
Seite 514 (sequence 2)
Language
German
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boten und die „Reinigungsmittel" werden gern gelesen werden.— Mit größereN'Mgsprüchen tritt ein neues Un- . ternWrerH aus/: ^Jllustrirtes / isi^Dtisches Eahr^chZsür Ernst- und 'Scherz .auf das,'Jahr.‘-5620heraüsgegeben von Samuel Winter. Erster Jahrgang. Mit zahlreichen litho- und rylographischen Illustrationen. Pesth." Die Ausstattung ist in der That. elegant;, die zahlreichen Illustrationenj/nämenMch die vielen; veGer^en Anfangsbuchstaben gehören meistens zur Claffe guter Holzschnitte und find durchweg originell und von guter Erfindung. Die Beiträge sind, wie daA Verzeichniß ergie.b.t,^ .von den bekanntesten österreichischen Schriftstellern unserer Confesfion. Wir rühmen es diesen nach, daß sie bei jeder Gelegenheit viel mehr Jnclination für die jüdische Literatur beweisen, als die Autoren Preußens und des' übrigen Deutschlands, die unserm Glauben angehören,/und welche - in der Regel äußerst spröde gegen die jüdische Presse find, außer wenn sie von ihr gelobt oder gefördert sein wollen. Andererseits müssen wir es allerdings gestehen, daß die meisten dieser Herren in der jüdischen Literatur „unter sich" zu sein glauben, und daher in den „Jahrbüchern"- oft mit einer Nachlässigkeit' erscheinen, welche mit dein unbedeutendsten Erzeugniß ihrer Pflicht genug gethan zu haben glauben. Es kommt dies allerdings von der Art her, auf welche die meisten Jahrbücher zusammengestellt werden. - Es ist da den Herausgebern viel mehr um die gutklingenden Namen bekannter Autoren, als um den Werth der Beiträge selbst zu thun, und da geben denn die Schriftsteller her, was ,sich irgend bei ihnen vorfindet, r oder schnell niederschreiben läßt. Es sollte dies nicht sein. - Jeder Schriftsteller sollte es sich zur Regel machen, - nur! in der besten und würdigsten Gestalt vor dem Publikum; zu erscheinen, und wenn dies auch im entlegensten Win-; kel geschieht. Mögen sie wissen, daß jede Nachlässigkeit . einen zwiefachen Nachlheil für sie selbst hat. Nach und! nach gewöhnen sie sich dadurch überhaupt die Nachlässigkeit in Styl und Production an, und zweitens verliert ihr Name allmählig den guten Klang beim Publikum, das dann auch für ihre größeren Erzeugnisse die Spannung verliert. Wir nehmen eben Gelegenheit, diesen Wink hier zu geben, weil wir selbst bei der Redaction unserer - Zeitschriften zu viel darunter leiden und das kritische Mes- ' ser gar nicht aus den Händen legen ,dürfen. Doch, noch; Eines. Seit Auerbach aus dem Dorfleben so treffliche ' Originalien hervorgeholt,, hat man nicht unterlassen, den i reichen Schatz, welchen die alte Judenheit in ähnlicher Art 1 enthielt^ möglichst auszubeuten. Kompert und Bernstein ist dies in ihren ersten Arbeiten gelungen. Seitdem ist es eine bequemeMrbeit geworden, die emstek-beste sonderbare "HefW.aus denl^erEDdenvlerMn HeryorzHolen und uBf die Schaubü^eHuDesteGAAGr.Krähe ap dies sen bizarren Erscheinungen sieht man sich bald satt;^ was einige Male durch die Originalität und den psychologischen Hintergrund gefiel, das widert bei häufigem -Vor-; kommen/än/ unprwird zur Kärrikatur. /DsZWre ein großer Schaden, wenn die jüdische Belletristik in die beiden Kategorien der Schauerstücke aus der Verfolgungsgeschichte des)Mistelasters.-und; der. Charakteristiken aus dem Ghetto aufginge. Sie würde dann bald keine Leser mehr finden. Man beachte unseren Fingerzeig; das Publikum fängt bereits' an,, eben so sehr der Blutscenen wie der „Babes" 'und „Rebs" überdrüssig zu werden. 'Die Geschichte des Judenthums und die darin austretenden Charaktere enthalten großartige Momente genug, um der Dichtung die würdigsten Objecte darzubieten; und zuletzt hat diese noch mehr den Zweck, zu belehren und zu erheben, als zu amüsiren.,Es würde sonst kommen, daß hie moderne jüdische ' Dichtung beim jüngeren Pübliküm in Verachtung geriethe, und diese ist stets der Tod einer Literatur. Wir haben dies bereits mehrere Male den Autoren ans Herz gelegt, und müssen für die Zukunft "immer nachdrücklicher darauf dringen. — Die eben ausgesprochenen Bemerkungen mögen übrigens .nicht durchaus auf den Inhalt des „illustrirten israelitischen Jahrbuches" bezogen werden. Es ist nicht zu verkennen, daß der Herausgeber eine große Mannigfaltigkeit heranzuschaffen und das jüdische Leben, namentlich im Kaiserstaate, nach allen.Richtungen hin zu berühren strebte. Der Leser wird. sich gewiß einige Stunden daran erfreuen. Im Ganzen-aber wußten wir keine der vielen kleinen Piecen hervorzuheben, welcher wir einen hervorragenden und dauernden Platz einräumen könnten. M a g d eb u r g , 21. August. . „Die Mädchen von Chaibar, Roman aus dem Leben Muhammed's von Orientalist Stuttgart 1859." Es ist nicht unsere Absicht, eine ausführliche eingehende Kritik dieses Romans zu geben, sondern nur unsere Leser auf diese, jedenfalls sehr bedeutende Erscheinung aufmerksam zu machen. Der Verfasser ist ein tüchtiger Kenner der ,arabischen Literatur, und war daher im Stande, indem er seine Dichtung nach dem, Mutterlande des Islams und in die Geburtszeit desselben/.verlegte, das -Cosorit piesen .angemessen, herzu stellen. Er wußte dabei auch, i ein .gewisses Maß . zu halten und dem europäischen Geschmacke

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