Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 34 (15.8.1859)
- Date
- 1859-08-15
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Beilage zu Rv. 34 der Mg. Zeit, des Judenth. Mitaufrichtigem Pergstü^fn thejstn Wir folgsnde Ehren? xeftstng mij, um so wchp, U'ststs'zst Wchex HM. rnchrerd Gopresppndenzen aus beWährtfrHand dieselben Thajsachen HWtm.. Die Redaktion L. A. Z. d. L /- .^7 Hochgeehrter Herr Redakteur! . An Nr. her... .post/Ahnen stedjgirten Äflg. Zeitung W/ JudepMms .exschien ein Artikel ans Odessa über.W Begebfstheitdxh 19. April, in dem meine Ehre so tief yMtzi^Würde, daß ich mich für verpflichtet hDe, Ihnen hse.SyMexhAMisse'.HitzstthAer;, welche Hern EorrespondentW Gelöstheit. gaben,, seiner, in Gift getauchten Feder freien Lauf M lassen.*) ' 'W W Ahnen genast mitgetheilt worden, auf welche Axf der Moxd.geschah. ' Sie Wissen , daß die Leiche des Grrystrhetey nach dem nächsten SWtöiextHchife gebracht wurde. . Hier fand ich die Leiche erst ein paar stunden nach geschehenem Morde« West sch als 'Arzt es für meine Wicht lstelt, vorher glsen Verwundeten meine ärztliche Hülfe zu Wen. Die Leiche lag auf dem Boden yrjt blutbeflecktem Gesicht, daS rechte strafenhein gebrochen, auf dem Kopfe kaum bemerkbare KexleWngen. Da mich diese Verletzungen nicht so deutlich die Ursache dxs Todes hestjmmen Ließen, so befahl ich, die Leiche zu entkleiden, und fand auf dem istüässn eine Stichwunde, die Niemand der Anwesenden vor mir auch nur geahnt, und nun erklärte ich bald, daß ich diese Wunde als Todesursache betrachte. -— Allein viele der Anwesenden Griechen, besonders der griechische Vice? consul, sagtM mir geradezu, daß pst von mir als.Todesursache hettqchtete/Wstst.de HYN den Juden erst nach dein Tphe bejgebracht Worden sei, und ein christlicher Arzt stellte an mich die Frage, wie sch aus gerichtlich -mehicinischeus Wege meine Behauptung'beweisen werde, falls er die Sache der Griechen vertheidigen würde. Alle diese Umstände und Zweifel, und besonders der Umstand, daß ich selbst Israelit bin,MWM Mich, in meinen Handlungen die möglichste Vorsicht zu gebrauchen und nach streng juridischen Grundsätzen, mit Beobachtung aller vom Gesetz vorgeschriebenen Formalitäten, zu handeln. Wir haben die Vorschrift, in allen gerichtlich-medicinischen Fallen die Leiche auf den Gottesacker aufs Anatomicum zu bringen, zu welchem Zwecke vom Stadtarzte ein Zettel gegeben wird, mit dem Ausdrucke: „Die Leiche des Verstorbenen aufs Anatomicum zur Section aufzunehmen," und erst nach stattgehabter Obduction wird ein Beerdigungsschein ausgestellt, worin erst *) Man muß zur richtigen Würdigung eben die ungeheure Erregtheit des Augenblicks nrcht vergessen, da die fragliche Korrespondenz gleich nach dem traurigen Ereignisse geschrieben worden. Die Redaktion. die nach dex Geetioy. gefundkne. ' Todesursache .angegeben Wird. Ach. gab Mo einen Zettel folgenden Inhalts ein: „Die Leiche des verstorbenen Abraham Berdhzewsky auf den GottesaHr zur stenchtlsHett Geetipst aufzunehmen." Alle hbest erwähnten UuMsthss zeigest deutlich, daß ich öor hM Scctiostdse Leiche/nicht anders , als die eines Ber^ fto rb e n en nennen huxste, Das Wort „verstorben" schließt sthxig.ens hen Ppgriss „ermorhet" picht qus. — Nach Verlauf bon 24 HtWden kam ichmit den Poljzeibeamten astss Anatomicum uud fand zumeinem Staunen die Leiche nicht. / sim die Ursache dieses Umstandes zu erfahren, ging sch stach .p.em//I^MuhtviertMhüfe^/wy' ich die Weiche, voy stnem Mmenden Volkshaufen umrsngt, fatib. Nun wprde sch yon der Masse des Volkes, deren Fürsprecher die von Ahrem Korrespondenten als/- Ritter des Aüdenthums genannten Herren waren, bestürmt, den Zettel zu ändern Wd die Leiche noch vor der Sektion als .hie .eines'Er? mordetest zu bezeichnen; dies war die Lonchtio sine stutz non, nm hie Leiche ins Anatoiyiemn aufzunehmey. —* Um? sonst erslgrte ich den Herren, daß weder das. Gesetz, noch das juridische Princip msr gestaste, nach ihrem Wunsche zst handeln; daß dies eiste bloße Formalität sei; daß ich nach dex Sectson im Boerdigungsscheine den Ausdruck „er? Mpstdet" gebrauchen werde; daß ich, fglls ich nachgebe, qls Nicht competenter Richter, aus vorgesaßtex Meinstng Hap? delnder, von her Regierung entfernt und die Seetipst in die Hände eines christlichen Stadtarztes kommen könne, dem sicher die Sache der Juden nicht so nahe am Herzest liegen Mstrhe. Die aufgeregten Gemstther, gewöhnt, im Gchdss den einzigen Hebel aller polizeilichen Handlungen zst sehen, blieben taub gegen glle meine Peweise und wolltest den N'tzrixst nicht trauen, Worten, die asts dem Munde eines Menschen kamen, der mit ' dex strengsten Gewissenhasti'gkcht nach seiner unumstößlichen Merzengung zst handelst gewöhnt ist, Sie wyslten die .Leiche nicht eher aufs Anatomicum bringen lassen, bis ich den Aestes nach ihrer unlogischen Lastye ändern würde. Um der Sache eist Ende zu machen und um allen Verdacht zu beseitigest, war ich es, der den Vorschlag machte, ohne allen Zettel die Sectton im Hofe des Stadtviertels vorzunchmen, wo sich die Leiche befand. — Ich schlug nun vor, aus der Mitte der Juden 12 Zeugen zu wählen und den Rabbiner auch einzuladen. Da. ich in der Zahl der Zeugen auch einige jüdische Aerzte bemerkte, so befürchtete ich, daß auf uns Alle der Verdacht der Parteilichkeit von Seiten der Regierung fallen möchte, und daher lud ich auch den Kreisphystkus, der ein Christ ist, ein. Das Protokoll wurde nun einem Polizeibeamten laut dictirt von mir, und ich gestattete einem Jeden der Anwesenden das Recht, jedes'meiner Worte zu controliren. Nachdem ich die Section beendigt hatte und