Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 31 (25.7.1859)
- Date
- 1859-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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23. Jahrgang. A!lgcme ine JW 31. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. / ' ' . Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwitz Philippson in Magdeburg.; Leipzig, den 25. Juli 1859. ' Diese Zeitung erschemt wöchentlich einmal, Montags, unv wird jährlich gegen 80 Bogen und darüber in Quart incl. deS Titels. RegisterS u. s. w. umfassen. In -Gemäßheit des Zweckes . derselben die.allgemeinste Verbreitung'zu geben, ist der ^reis; äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für. den Jahrgang; H- ,1 Lhlr. IS,Ngr. für sechs Monate ,22'/- Ngr. für das Vierteljahr. angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungs - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächsische . ■' ZeitüngS-Expeditio» allhier unterzogen. v5:V;.i I n | Ö l t. - Leitende Artikel: Friede! — Ueber Gesang und Vortrag in,der Synagoge. l. — Die israelitische Bibel-Anstalt. — Literarischer Wöchenibericht. Zeitungsnachrichtenr Deutsch land: Hamburg, von der Elster. .Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Wien, Wien^ Italien: Modena, Mailand. Indien: Aus-JndieN.' Marokko:-Gibraltar.' Leitende Artikel. - l Magdeburg, 17. Juli. ' '\"V .. £x iedel Der Friede ist wieder da! > - Wie überraschend für die Welt der erste Kampfesgrußgekommen, eben so unverhofft ist der Friede zurückgekehrt. .; ■ ■ ■ ■ - ■ : Es ist nicht unsere Sache, zu untersuchen, wie weit dieser Friede den Wünschen und Erwartungen der entgegengesetzten Parteien entspreche, welche seine Ursachenwelche ifcinc Wirkungen seien. Von unserm Standpunkte- undnach unserm. Gesichtspunkte begrüßen lWMen Frieden von ganzem. Herzen. Wir haben es Blättern dargelegt^ daß die Religion Israels WWkrieg per-' urtheilt, daß wir auf diesem StandpünktesW^ieg nurals: gefahrbringendes Hemmniß für die Etivickelung der Menschheit, für die Befestigung und Verwirklichung der großen lPrineipiep bettachten -könnendaß/ je länger seine Dauerdesto eingreifender und weiterreichender seine Wirkungen sind, daß demnach in jedem Stadium der Friede uns willkommen ist. Aus blutiger Saat kommt blutige Ernte-— dies ist unser, Wahrspruch, und nun mögen die klugen Leute von „faulem? Frieden", „halber Lösung", „größerer Verwirrung" und dergleichen sprechen — der Krieg hätte alle Verhältnisse nur verworrener.gemacht, und so viel Unglück über die Menschen gehäuft/ daß'■wir wohl wissen möchten, was für Entschädigung er 'für Pie zerstörten Menschenleben, für dasuntergegangene Menschenglück hätte schaffen können? Freuen wir-uns vielmehr, daßdem-blutigen Waffentanze so schnell ein Ende : gemacht worden. i;?:—: - - . Der Herr hat eine reiche Fülle des Erntesegens über die Erde gestreut. Hoffen wir also, daß Handel und Ver-; kehr, Industrie und Gewerbfleiß sich bald wieder aus der großen Stockung lösen werben, in welcher sie besängen sind. Mit dem Frieden kehrt'Vertrauen zurück, und Ver- . ttauen ist der frische Lebenshauch, der die Segel der menschlichen Industrie auch nach langer Windstille wieder an- - schwellt und das Schiff zu neuer Fahrt atttreibt. Mit i dem Frieden steigtder Werth aller Besitzstände von Neuem j und sind somit die Mittel geboten,' die für die Verkehrs-; weit unentbehrlich-sind. : Mögelmatt nur aus der trüben ^Zeit und aus den bitteren Erfahrungen, welche man-in j den letzten Zähren gemachternste Lehren mit dauernder \ Nachwirkung gezogen haben- Mag -mit -dem Vertrauen/ j mit dem Unternehmungsgeiste nicht wieder jene hohle Spei culationswuth, jene Sucht nach unverdienten- Reichthümern