Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1859)
- Date
- 1859-07-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang. H>£ A l l g eine i n e JVf 28. /i'l:;- :.;i; 'wu nn unparteiisches Organ für alles Mische Interesse. ^Herau.sgegeben von -i Rabbiner Vr. -Ludwig'-PHilippfon 'in' MägdÄmg. Leipzig, den 4. Juli 1859. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich gegen ,80 Bogen und darüber-in Quart incl..dcs Titels, . Sftc* gisters u. s. w. umfasse». ' In Gemäßheit des Zweckes . derselben die allg emeinsie'Verbreitung zu 'geben, ist der 'Preis äußerst niedrig«, mit 3 Thlr...für den Jahrgang; — 1 Thlr.: 15 Ngr. für sechs-Monate/— 22Vr Ngr. ftzr^vas Vierteljahr-,angrsetzt"worden: Alle Buchhandlungen, lpostämter und ZeitungS»Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächsische Vi.Ci/i't "Zeiiungs»Expedition allhier unterzogen. I n halt. " Leitende; Artikel: Magdeburg. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Dentfchland: Dresden, aus Rhein- - Hessen, aus Bayern- Homburg. Preußen: Berlins Schie- ' velbein, aus dem Posenschen, Neheim, Magdeburg. Oesterreich isch er Kai'serstaät: Wien: Donaufürstenthü- . mer: Bukarest/-Dänemark:Kopenhagen. Frankreich: Mühlhausen. R u ßländ: Warschau. 11ä l'i e n: Bologna. Leitende Artikel... Magdeburg, 26. Juni. Friedrich der Große, der jetzt 73 Jahre todt ist, verweigerte es, Bürgerliche in den Officiersstand aufzunehmen, indem er nur den Adeligen die wahre Standesehre zu schrieb. . Wenige Jahre nach seinem Tode machten die Zeitereignisse und der Drang der Verhältnisse diese An-' schauung zu Schanden, und namentlich nach dem Jahre 1806 gelangten auch - im preußischen Heere zahllose Bürgerliche zum Officiersrang. Sicher wagt es Niemand zu behaupten :/ / daß:: das - 'preußische- Officiercorps - seitdem - an Ehrei . und Tapferkeit udas -Geringste - verloren habe, vielmehr/ könnte für das Gegentheil der Beweis geführt'werden. - .Man: steht demnach , daß > die Fürsten von der beschränkten und beschränkenden Ansicht über dienur heim Adel-vorhandene: Standesehre emancipirt tverden mußten, und. daß sie -selbst in dieser Beziehung sö lange unfrei wären-, als sie sich nicht von 'diesem Vorüttheil frei gemacht hatten. Was hätte nun Friedrich der Große gesagt, wenu-Man ihm den Vorschlag" gemacht hätte, äüch Juden in sein' Officiercdrps'-aüfzüriehmen,er^"der unter Andern: die Juden aus Magdeburg ausschloß , weil es eine Festung sei? Nun, es währte nicht lange nach'seinem Tode,' als' die österreichischen' Heere unter ihren-Dffreieren auch- Juden hatten, ustd sicher giebt es' kein -ficiercorps der Welt/ welches tin Tapferkeit,'Standesehre,' Bildung und Hüpränitat das österreichische Dfficiercorps übertrifft. Wer 'Gelegenheit' hat, mit österreichischen Officieren zu verkehren/ wird dieses Urtheil bestätigen.' Eben' so wird man dem französischen Officiercorps etwas besonders Uebles nicht nachsagen können, da es außer seiner Tapferkeit und Ehrenhaftigkeit auf den Schlachtfeldern selbst Großmuth und Menschenliebe geübt hat/ : Und doch stehen in seinen Reihen auch einige hundert Juden in allen Graden. ' Warum wir hier.dieses besondere Beispiel anführen? Um so recht Uav an ihm den allgemeinen Grundsatz zu . erweisen,' daß alle Diejenigen, welche innerhälb des Staa- } tes Ausschließlichkeiten nach Gebürt, Stand und Glauben; üben üird au stecht erhalten w ollen,' selbst unfrei sind /' selbst; - ausgeschlossen/ unO däher' selbst etst emancipirt werden' müssen. - 'Sie^ ^können daher anr' wenigsten Andern den Zustand der Unfreiheit Mnd die Nichtbefähigüng zur $rei^' sheit vorwerfen, da' sie 'selbst in dem ersteren befaüg'en i sind'/ imd von der letzter» (der Nichtbefähignng) Beweise