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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-06-20 · Heft 26 (20.6.1859) · p. Seite 375

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 26 (20.6.1859)
Date
1859-06-20
Page
Seite 375 (sequence 7)
Language
German
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375 Bau, in schönen Verhältnissen, welcher der Gemeinde und der Stadt zur- Zierde gereicht. Den räumlichen Bedürfnissen der Zukunft, fo; wie größerer Einfachheit hinsichtlich der. Verzierungen der Innern Räumehätte ' vielleicht mehr Rechnung getragen werden dürfen. ) Man ist jetzt mit der, Einübung eines Synugogen-ChorS beschäftigt, indem in: die neue Synagoge Ehorgesang eingeführt: werden soll. Esu ist dieses ein sehr erfreulicher Fortschritt, der/nicht ohne segensreiche Folgen auch für andere Gemeinden bleiben wird; denn da Fulda die Metropole zahlreicher, nicht unbedeutender Landgemeinden ift; .in welchen der Gottesdienst noch der Erlösung von'alter Unordnung entgegenharrt, 'so wird däS Beispiel Fuldas dort nicht ohne Nachahmung bleiben. — Unter den in Fulda dermalen in einer Stärke von 2000 Mann in Garnison befindlichen Soldaten befinden fich auch-ungefähr 40 Israeliten, welche in Fulda sämmtlich: von-Privaten koscher verköstigt werden. Ein nicht unbedeutendes Opfer, - welches die Fuldaer Israeliten hierdurch -bringen. Ueberhaupt'ist in dieserGemeinde; die -viele sehr ehrenwerthe; Mitglieder zählt, noch viel religiöser Fond und ein-sehr reger-Wohlthätigkeitssinn. In Verbindung : mit dem talmudgelehrten und auch sonst sehr: gebildeten: Herrn Philipp Sternwirkt der Provinzialrabbiner vr. Enoch auch eifrig für die Vorbereitungtalmudischer Studien und haben diese beiden gelehrten Männer eine ganze Schaar wißbegieriger Knaben/ und Jünglinge um' sich versammelt,' welchen sie in hebräischen Fächern ' gründlichen Unterricht ertheilen. Herr Philipp Stern widmet mit bewundernswerther Aufopferung täglich 6^-8 Stunden dieser Wirksamkeit: wüs um so -anerkennenswerther ist, - alsdieser- Unterricht von'- beiden ^Herren gratis: ertheilt wird, obgleich Herr- Stern selbst pecüniär nicht glänzend gestellt ist: Unwillkürlich drängte sich mir der Gedanke auf, welch ein Gewinn es für unser Lehrerseminar in Kassel wäre) wenn für das hebräische Fach für dasselbe ein Mann von dem Wissen und Lehreifer des Herrn Stern an die- Stelledes unlängst verstorbenen Lehrers -Laffon gewonnen-'werden könnte. Es würde sicher dazu beitragen, demselben einen neuen-Aufschwungzu geben und die Gemeindenwürden eine solche Erwerbung für das Seminar-nur freudig begrüßen. H. : . . Preußen. Aus dem Posenschen, im Mai. (Privatmitth.) Während die Gemeinde Pleschen sich noch immer mit einer sogenannten Re li g i o ns sch ule behilstuund — trotz ihres fortwährenden Anwachses an Seelen — der Errichtung einer eigenen Elementarschule/sich noch immer zähe entgegenstemmt, soll die schon längst: bestehende. Gemeindeschule, zu Ostrowo,— wetche zugleich Elementar- und Religionsunterrichtsanstalt ist, — jetzt schon um eine vierte Elasse vermehrt und der anzusteüende vierte Lehrer-sogar auch auf225 Thlr. firirt werd-en. Ostrowo ist überhaupt eine intelligente Gemeinde, -welcher/die -Hebung - und Förderung des jüdischen Schul- Und Unterrichtswesens von je nahe am Herzen gelegen, und die daher zur - Erreichung dieser Zwecke auch niemals Opfer gescheut hat. Uebrigens: sieht sich diese Gemeinde jetzt in dem schönen Gedeihen ihrer Schule für ihr edles Streben -auch reichlich belohnt. — Sprechen wir aber von den-in neuerer- Zeit durch schönes G edeihen sich, aus zeichnenden jüdischen Schulen in unserer Provinz, so, verdienen — nächst Ostrowo . -wohl auch noch ganz besonders Krotoszym-Gnesen und Jnowraclaw hervorgehoben zu werden. Kleinere und weniger bemittelte Gemeinden als die bis her . genannten, — toie da sind Obersitzko, Miloslaw, Tirschtigel rc.— haben in neuerer und neuester Zeit ihre Schulstellen bedeutend höher dotirt, um dieselben .womöglich mit etwas mehr als gewöhnlichen Lehrern, oder auch um - dieselben überhaupt nur besetzenzu können. — Wir sagen„überhaupt ) nur - besetzen zu können", und meinen, es dürste dieses. Wort umi so wenigerauffallen, als es leider! nur schon zu bekannt ist, welche liebe Noch ftit einigen Jahren. namentlich, die.kleinern Gemeinden des Großherzogthums damit haben, wenn es gilt, für eine erledigte-Schulstelle, wieder einen Lehrer zu gewinnen. Sei es, daß sich im Ganzen jetzt weit weniger jüdische Jünglinge -für das Schulfach ausbilden (diese Klage ist wenigstens in diesen Blättern schon oft genug erhoben worden), sei es auch, daß die jüdischen Lehrer und Lehramtseandidaten lieber nach denjenigen Provinzen sich wenden; wo ahre; An- »strengungen und. Leistungen w e it b e s s er bel oh nt werden; —- factisch ist, daß die: Wiederbesetzung einer vacanten Lehrerstelle im Posen'schen jedesmal die-größten-Schwierigkeiten darbietet, und daß daher so manche Schule oder Schulclaffe oft g a r sehr l an ge des Lehrers entbehren muß^ Beispielsweise mögen sür heute nur aus dem R.-B. Posen die Gemeinden Karge; Rackwitz, Bentschen und aus dem R.-B. Bromberg

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