Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 26 (20.6.1859)
- Date
- 1859-06-20
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
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Gottes und seiner Lehre nicht vergessen zu lassen, auch da.Wahrheit^ und Re^t/Hoch empor zu halten, wo : diese gad^deM^rH und derMHvaE Kwichen-schttNen. "Und hierzlBrufeÜ'GirDrkns 'por Allem das Wort-desVsalmisten (27, 3.) zu: „Lagert ein Lager sich wider mich, nichts fürchtet mein Herz) erhebt sich Krieg ge-? gen mich,^aMch ^nn ^ert^aue ich.^ Die ersteWägö as' hätk di-e V il kg^i^ö n vom Kriege «überhaupt? Die Antwort ist kurz: sie verurtheilr ihn. Heute vor Jahrtausenden war eS, wo fie in die Nacht der Menschenvölker'hinausrief:' mrin Nb „Du sollst nicht tödten!" und fie sprach es ohne Bedingung, ohne Ausnahme aus:; Du sollst nicht tödten; fie fügte nicht hinzu: nicht im Frieden, wohl aber im Kriege, nicht den Freund, wohl aber den Feind, nicht den Einheimischen, wohl aber den Fremdling — sondern wie fie immer ohne Unterschied und Ausnahme den.„Menschenbruder" meinte, so auch in diesem absoluten Satze:. Niemanden, niemals! Und wie hätte auch fie, welche gebot: ,/Dü ssollst Deinen Nächsten liebenwie Dichselbst", welche gebot:-„Hasse Deinen Nächsten nicht in »Deinem: Herzen) Dü sollst Dich nicht rächen und keinen Zorn nach- ' halten!" (3.Most 19, ^17. 18.) wie hätte fie den-Mordstahl in die Hand des -Menschen gegen den Menschen drücken, können, wie' hätte fie sagen können: ja,- den Einzelnen sollst Du nicht tödten, und" so Du es thuest, soll es stebenfach gerochen werden, aber Tausende-kannst Du in den Tod bringen; Deinem Feinde sollst Du vergeben und: .ihm in Lebensgefahr nicht abstehen, aber ganze Völker kannst Du vernichten! Nimmermehr, die Religion Israels, welche ausruft: -/Haben wir nicht. Alle Einen Vater,, -hat uns nicht Ein Gott-geschaffen? "(Maleachi) mußte den Krieg ganz -und gar verurtheilen. Darum verkünden auch ihre Propheten: „Dereinst werden die Völker schmieden-ihre Schwerter zu Sensen und ihre Speere zu Winzermessern, nicht mehr hebt Volk gegen Volk das Schwert, und nicht' lernen fie fürder den Krieg! " (Jesch. 2, 4.) Und also hielt fie es auch. Auf dem Zuge nach dem Lande Kanaan durfte Israel kein Volk angreiftn, kein Land erobern, nicht Edom, nicht Ammon, nicht Moab, sondern fich nur vertheidigen gegen Amalek und Arad, gegen Sichon und Og. Nachdem Israel das Land der Verheißung in Befitz genommen, von dem es heißt: „Als Sitze-gab der Höchste den: Nationen/ von einander schied des -Menschen Söhne: sondert' er ab der, Völker Grenzen für der, Söhne Israels Zahl" (5 Mos.. 32/8.)/ von diesem Augenblicke an führte Israel niemals einen Angriffskrieg, sondern alle seine zahlreichen Kämpfe galten lediglich der Vertheidigung gegen die Völker, dwMeinen und großen, welchem seiWLchld ' fielenHsethH Aei Obherrschafd ^erAtationen'Ärtrug^)-ruhig,'Mr Wrsermnd d^Mleghpt^DyHrKd Römer, bis diese in das innerste Heiligthum Israels eingriffen, seine Religion, die Anbetung des- Einig-Einzigen antasteten, ^und^das Jo^mnertrgglich Mchtem Und selbst Äse VeMMguNKMeMÄe^Mfie^ diese Ä? Als David, der glückliche und fiegreiche Vertheidiger seines Volkes, dem Herrn einen Tempel bauen wollte zu bleibendem ' Dienste^da. erging an-ihn das Verbot: „Nicht T)u sollst meinem Namen ein Haus bauen, nnN ri'-rvyby w'>N 'S ri^aui denn ein Mann des Krieges bist Du, und Blut hast Du vergossen." (1 Chron. 28, 3.) Obschon er selbst hierzu berufen worden, „von hinter der Heerde her", so war er dennoch darum nicht befähigt, das höchste religiöse Werk zu vollbringen, und nicht mit dem Namen des Kriegshelden, sollte die Erbauung 'des Gottestempels verknüpft sein— denn ein Gott des Friedens ist unser. Gott! I / n h ' Was will alft die Religion? Zn llaw-, - „es soll gerichtÄ werdm zischen'den Völkern, v^b 'wtz'I geschiedsrichteizwischen'pielen Nationen-. (Jes. 2, 4.). Die Streitigkeiten-,der Staaten und Völker sollen nicht durch. Waffengewalt, nichtdurch Blutvergießen und Städteverwüsten, sondern durch schiedsrichterliches Urtheil, durch Berathung'nind^MLerein^nft:geWichtet werden. Die Völker sollen betrachtet werden als Individuen, und so wenig es diesen -im Staate» gestattet'-ist/ mit den Waffen in der Hand stch zu berauben mnd zu Drucken und Selbstrache zu üben, so soll es ,den Völkern in der großen menschlichen Gesellschaft nicht' erlaubt sein, durch Kampf und Krieg den Streit äuszufechten, dieweil'Rechr Und Wahrheit doch endlich auch einmal aufder Erde heimisch und herrschend werden sollen, denn auch die Erde hat Gott für diese bestimmt —•• denn ein G of t des F ri ed e n s ist Gott!. — — 5-. Aber Ihr wißt, was man antwortet: die Religion stellt Ideale auf, denen die Wirklichkeit nicht entspricht. In der Wirklichkeit werden und müssen Kriege bestehen, weil diese zur Entwickelung » der-Menschheit nothwendig find.. Dies ist also die zweite Frage. Denn freilich! wenn der Krieg nothwendig für die Menschheit wäre) dann würde er auch-immer sein, und die Propheten Israels haben falsch » gekündet. Abergab es denn nicht Zeiten/ wo man Folter und Herenproceffe,, Inquisition und Scheiterhaufen auch für nothwendig, heilsam, gort-