Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 24 (6.6.1859)
- Date
- 1859-06-06
- Page
- Seite 348 (sequence 8)
- Language
- German
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348 ganze Eindruck bestand aber f. nach der bezogenen Quelle (Jer. W. Kat.on nur darin, daß .durch die Verbreitung des Chr.istenthu.ms. und die häufigen Polemiken die Gidufim so an5 dev Tagesordnung waren,, daß die -Juden, um. nicht, geständig,in zerrissenen Kleidern zu gehen , das ftühexe Gesetz aufheben mußten. - - S. 177. ist die Verfahrungswei.se. bei der-Befitzergreifung.derGüter eines Schuldners ungenau gegeben; der Ausruf war eine Versteigerung, .keine nur formale Bekanntmachung; auch-ist die .Uebersetzung „freies Vermögen und liegende Gründe" der Bezeichnung .yrm ■’is u. nicht sinnentsprechend.. Das Wort Adrachta ist nach Naschi (B. Mezia 16 Ir) die -aramaisir.te Form des -hebräischen Derech in hadrichehu Menucha (Richter 20^). . - ®; 188. ..Das Wort nicht in der Stelle: „obwohl dies, inder Schrift nicht verboten ist", hat der Verf. bereits? im .Volkslehrer, als .Druckfehler zu streichen ersucht. Ebendas.: -„In.dex That scheint die Gottesverehrung in . der. damaligen - Zeit sehr nachgelassen zu haben" rc. Die. angeführten - Quellen berechtigen nicht im Mindesten zu den-Schlüffen-,-die der Verf. daraus folgert. Zeitungsnachrichten. Deutschland. - Aus dem württembergischen Franken, 20. Mai. (Privatmitth.) Der Schwäbische Merkur vom 22sten April d. enthält Folgendes:. n . „Mergentheim. - „Es wurden in der jüngsten Zeit von denhier verstorbenen Oberzoll-Controleur I. F. Weismann'- schen. Eheleuten und der Wittwe Lippert die hiesigen Armen israelitischer Confession mit Legaten? von je 10 Fl. und 25? Fl. bedacht. Für diese Beweise werkthätiger - Nächstenliebe - und. Toleranz bringt hiermit dem Andenken dieser edlen -Menschenfreunde die verdiente, öffentliche Huldigung dar. , der Bezirksrabbiner. Sänger." Dieser Annonce unseres würdigen Herrn Rabbinen/habe: ich noch Nachstehendes beizufügen. .. Derartige -tolerante Kundgebungen von Seiten unserer 'christlichen Mitbürger . stehen, in Württemberg keineswegs vereinzelt, da.. So fließen alljährlich schöne Beiträge vorchristlichenWohlthätern in das israelitische Waisenhaus zu- Eßlingen, und geht namentlich unser erhabener-Monarch -wie die ganze königliche Familie. in dieser- Beziehung mit. dem. löblichen Beispiele stets voran, indem Höchstdiesel.ben schon reichliche. Spenden in jenes Institut von Jahr.^zu/Jahr stifteten. .. Erst, kürzlich schenkte auch -Ke»n,königliche Majestät der israelitischen Gemeinde! Michelbachfür ihre restaurirte Synagoge vier Kronleuchter.? Was. unser genanntes Waisenhaus betrifft, so ist nicht zu verkennen, daß im Allgemeinen die. Israeliten Württembergs dasselbe. auf eine sehr wohlthätige Weise. unterstützen.:; Aber gerade in-mnftrer Gegend geschieht, von der. Partei der „Frömmler" - bei» Weitem nicht so viel Gutes für dasselbe, als eS sich sollte erwarten lassen. Es-wird nämlich vorgeschützt, daß unser Waisenhaus nicht darauf Bedacht nähme, „gute Jüden" zu erziehen. Allerdings stehen bei: jenem keine Männer an der Spitze, wie sie. unsere Hyp.erorthodorie für wünschenswert!) erachtet. Allein das Streben jener Vorgesetzten ist entschieden daraus gerichtet, die ihnen.anvertrauten Waisen als brave, rechtschaffene Israeliten heranzubilden. Doch alle vernünftigen Vorstellungen sind bei jenen Frömmlern vergebens.; es gehört eben zu den Grundsätzen derselben , Alles,- was nicht von ihnen oder ihrem Anhänge ausgeht, hintenanzusetzen. Während. dieselben, wenn es sich um eine Collecte für eine Faulenzer-Gesellschaft in Jerusalem handelt,, in kurzer Zeit bedeutende Summen zusammenschießen,! nehmen sie Anstand,, für jenes schöne, zweckmäßige Institut irgend Etwas beizutragen..-. . Dergleichen verkehrte Ansichten und.Kundgebungen bestehen jedoch unter den Israeliten . Württembergs sehr selten, und wenn in dieser Beziehung gerade eine gewisse Partei der hiesigen Gegend sich auSzeichnet und seit neuerer Zeit besonders breit macht, so ist dies hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben; daß die Ertrava- ^anzen, welche von obscuren Israeliten des.benachbarten Würzburg und seiner Umgegend aüsgehen, auch bei. uns ihre nachtheilige.-Wirkung nicht verfehlen. . .Wie die Anhänger jener.Partei ihre andern Glaubensgenossen, welche sie nicht zu den Glückseligmachern rechnen, unter dem Deckmantel der-Frömmelei zu behandeln suchen, darüber will ich mich vorläufig nicht aussprechen, obgleich, es an .sehr interessanten Beispielen keineswegs fehlt. — Zu den? Ernennungen, welche Se. königl. Majestät vermöge höchster Entschließung vom 3. Mai d. I. im königl. Truppenc.vrps zu verfügen geruhten, gehört auch die, daß der praktische Arzt- Herr Dr. Eichberg von Mergentheim zum Oberarzt beim