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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-30 · Heft 23 (30.5.1859) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 23 (30.5.1859)
Date
1859-05-30
Page
Seite 338 (sequence 12)
Language
German
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erweiterte Familie, ein AM sein für den väterlichen Glauben, sollte den Grund legen für das bürgerliche Leben. Mit, Begeisterung ward dieses Ziel erstrebt; aber unendliche - Schwierigkeiten hatte > die S a m so n 'sche .. Freischule zu überwinden; sie mußte eben so fern halten den innern Feind des ruhelosen Vorwärtstreibens, als das äußere Drängen thörichter Menschenanforderungen:/,.#$>. in dem ganzen, mehr als 50jährigen Leben der Anstalt sehen wir kein gewaltsames. ,AeberrMnen.,j kein plötzliches Aufgeben des Alten, um . ein Neues zu ergreifen. .Durch ruhige Uebergänge und durch Besonnenheit im Fortschreiten ist es möglich geworden, daß die Samso n -sche Freischule sich ihrem historischen Ursprünge nicht entfremdet, daß fie, theilnehmend an der weltgeschichtlichen Mission des Judenthums,, auf. positiver Glaubensgrundlage der allgemein menschlichen, deutschen Bildung genügen konnte. Freilich war. ihr, trotz ihres abgeschlossenen Wirkens, kein Kampf des treibenden. Lebens. erspart; freilich hatte fie Gelegenheit, jeden feindlichen. Stoß durch eine Thal per Liebe, zu vergelten, freilich hat fie mannigfachen Wechsel erfahren in Leid, und Freude, trauervoll im Hinsterben.manches treuen Gärtners-, mancher hoffnungsreichen Blüthe, ■ freudig in sch öner,. gedeihlicher Entwickelungfreilich - fehlte es auch nicht an Jrrthümern. Aber Jrrthümer gleichen sich aus, wo Liebe waltet und redliches Streben nie aufhört. Und so mußten,die Erfolge solchem Streben entsprechen. Vom Jahre 1807 bis 1859 haben 37 Lehrer an der Samson'scheu Freischule gewirkt*),- und die 240 Zöglinge (186 Freischüler.und 54 Pensionäre) aus allen Theilen Deutschlands **), denen hier ihre Erziehung zu Theil geworden ist, haben in bei Weitem größter Anzahl eine geachtete, mitunter eine Hervorragende Stellung sich errungen***). Sehr viele stehen — wie Kinder zu der Familie — in herzlichem Verkehre mit der Anstalt und *) Darunter 2 zugleich als Direktoren, 2 zugleich als Hausväter; außerdem, 10 jüdische unv.1; christlicher Lehrer, 2 jüdische und .20 christliche Privatlehrer.. . . . **) 68 aus Preußen, 48 aus Braunschweig, 48 aus Hannover, 26 aus Hessen, 12 aus den freien Reichsstädten, 29 aus verschiedenen andern deutschen Staaten, und endlich 9 aus Holland. ***) So weit darüber Nachrichten ein gezogen werden konnten, haben sich gebildet: 26 zu Lehrern an Schulen und Universitäten- (darunter 3 Professoren, 9 Doktoren der Philof), 9 zu Aerzten, .2 zu Advocaten und Verwaltungsbeamten, 3 zu Chemikern und Apothekern, 2 zu Oekonomen, 52 zu Künstlern und.Handwerkern-- 126 zu Fabrikanten, Kaufleuten und Comptoiristen. suchen - auch thatkräftig ihr.Interesse für dieselbe zu beweisen*). / . .. - :. v . Doch auch die. S amso n'sche, Freischule konnte sich dem Gesetze alles Irdischen, Vergänglichen nicht, ganz entziehen. Insbesondere entsprach das zu ihrer Wohnung ausersehene Gebäude in keiner Weise den billigsten Anforderungen. Enge, unbequeme Schul - und Wohnzimmer, mangelhafte ökonomische Einrichtung, eingeengte Lage waren Ueb elstände, die allmählig auch auf die.innern, Verhältnisse nachtheilig einwirkten. Eine durchgreifende Veränderung ward als dringend nothwendig erkannt und, durch Anstellung eines verheiratheten, die körperliche Pflege besorgenden Lehrers (Hausvaters), und eines zweiten beaufsichtigenden Lehrers, so wie .durch Verminderung der Kinderzahl seit Jahren vorbereitet. Ja, um inzwischen Platz zu gewinnen, mußte der Direktor eine.Wohnung^ außerhalb des Schulhauses beziehen, eine. Einrichtung, durch welche die Einheit in. der Erziehung und das gedeihliche Zusammenwirken immer mehr,erschwert.wurden Dennoch vergingen 12 Jahre nach Anstellung des gegenwärtigen Direktors, bevor durch neue reiche Gaben der Samson'- schen Familie die ersehnte Umwandlung erreicht-werden konnte. - : Mit dem Ankäufe der. Besitzung der Frau Confistorialräthin von Strombeck am Harzthore im Frühjahr 1858 beginnt eine neue Epoche für die Samson'sche Freischule. Hier war Alles vereint, was äußerlich einer Erziehungsanstalt den Erfolg ihres Wirkens sichern konnte: freie gesunde Lage, ein Areal von mehr als einem Morgen, zur -Hälfte Garten- und Hofraum, luftige, helle Wohn-, Keller- und Bodenräume, und das Ganze in solchem l baulichen Zustande, daß. man hoffen durste, die innern Veränderungen binnen wenigen Monaten zu bewerkstelligen. Indessen verzögerte , sich der Einzug bis tief in den Winter hinein; verschiedene bauliche Einrichtungen mußten sogar bis zum Frühjahre verschoben werden.-. Am 1. December begann das neue Leben der nunmehr Samsonsschule benannten Anstalt**) mit 19 (12 altem und 7 neu aufgenommenen) Zöglingen. Ei- *) So verdankte die Ehrenberg'sche Schulkaffe (f unten) der Pietät ehemaliger .Schüler und Freunde der Anstalt ihre feste Begründung. **) Die Anstalt, bisher schon den Pensionären zugänglich, sollte diesen auch ferner in erweitertem Maße offen stehen (s. unten), und deshalb der nicht ganz; passende Name Samson'sche Freischuleder angemessenem Benennung weichem;

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