Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 22 (23.5.1859)
- Date
- 1859-05-23
- Page
- Seite 321 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226147-3226170--17740-3246666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
321 Dem Projekte der Creirung eines Fonds zur Verbreitung von wohlfeilen Bibeln mit. deutscher Uebersetzung unter der jüdischen Masse wird —, so weit unsere Bekanntschaft reicht — allgemeiner Beifall gezollt, und verdient ein solches Unternehmen in der That die kräftigste.Unterstützung und besonders in Galizien — die größte. Beachtung; da eine, gediegene,, populäre, ächb jüd i sch e, deutsche Uebersetzung sehr geeignet wäre, die noch immer dominirende traditionelle jüdischdeut sch e Uebersetzung aus. den -Schulen ZU verdrän- ^gen, das deutsche Element einzuführen, und das für die. Juden in Galizien zu werden, was Mendelssohn's Uebersetzung für die Juden Deutschlands war. — „Der unbekannte Rabbi" und „Rachels sind in allen Kreisen,; wo sie: fr eien Eintritt haben, sehr willkommene, und liebenswerthe. Gäste, was allgemein anerkannt , wird^ — Der Kaiser von Rußland hat. die Widmung des-Werkes: „Das mosaisch-rabbinische Gerichtsverfahren" von Hirsch B. Fasset, Oberrabbiner in Groß-Kanischa, angenommen und demselben die goldene Medaille mit der Umschrift: ki-aemio cligno verliehen. —- Wie wir so eben vernehmen, besorgt die Redaction des die Ausarbeitung einer - hebräischen Uebersetzung der Reisen Benjamin II., deren Druck nächstens beginnen dürfte. — Aus Jiftebnitz, 25. März thellt ,die „Presse" Folgendes mit : „Gestern starb hier der Handelsmann Joseph Kohn in dem sehr.hohen.Alter von 115 Jahren, der fortwährend im Vollgenuffe aller seiner Sinne sich befand und. täglich seine Cigarren und Tabak rauchte." . Aus der Wojwodina, im April. (Privatmitth.) An der Spitze meines Referates mögen die Schwestergemeinden Kula-Verbaß: den - wohlverdienten. Platz einnehmen.. Die rastlose Thätigkeit ihres gemeinsamen Seelsorgers, des Herrn Rabbiners Hochmuth, hat hier einen ergiebigen Boden gefunden. Seme gediegenen Reden wirken. stets bildend, und veredelnd auf die Zuhörer; Mit praktischer Umsicht schuf er tüchtige, lebenskräftige Volksschulen, an deren Leitung man mit wohlthuender Befriedigung den Verfasser, des Werkes: „Die jüdische-Schule, wie sie ist und wie sie. sein söll"- sogleich erkennen muß. .Die hohe Achtung, welche ihm seinevielseitige Gelehrsamkeit und sein tactvoller Umgang bei der,Gemeinde erwarben, läßt seine Vorschläge und Anordnungen nie auf Widerstand gerathen. Daß die Gemeinde zu K.ula in nicht gar ferner Zukunft sich im Besitze eines würdigen Gotteshauses sehen .wirdist wohl zumeist den Bestrebungen ihres Rabbiners zuzuschreiben. — Die Ortsgemeinde des nahegelegenen Dorfes Torzfa lieferte einen glänzenden Beweis ihrer humanen Gesinnungen, indem sie auf Anregung und energische Verwendung des Herrn I ak o b Lö lll, dasigeu.Cultusvorstehers, ihren jüd. Glaubensgenossen einen sehr angemessenen Bauplatz-zum Baue einer Synagoge und Schule-unentgeltlich überlich. Ohne, den; frommen Eifer des Herrn. Löbl würde jedoch der Aufbau bei den beschränkten Hülfsquellen der unbemittelten kleinen Gemeinde für immer, ein äe- 81661-1010 pium bleiben. Weder Zeit noch Kosten scheuend, unternahm er die weite Reise nach Temesvar, um bei der Statthalterei daselbst die Erlaubniß zu Geldsammlungen auszuwirken. .So gelang es ihm bis jetzt, 206 Fl. C, M. an milden Spenden durch persönliche Vermittelung zusammenzubringen, und. eS isteht.zu erwarten, daß die durch ihren Wohlthätigkeitssinn berühmten Männer und Frauen -unseres Volkes auch diesem gottgefälligen Unternehmen.ihre hülfreiche Hand leihen werden. Ein vollständiger Ausweis wird seiner Zeit mittelst Druck der. Oeffentlichkeit übergeben werden. — Von Palanka (bei Jllok) läßt sich leider nichts Erfreuliches sagen. Streit und Zwietracht sind hier an der Tagesordnung; Rechthaberei und. Verdächtigung hemmen die Bestrebungen der Beffergesinnten, ohne daß von geeigneter Seite diesem Unfug gesteuert würde. Die Schulaufsicht ist dem erfahrenen Pädagogen; Herrn Popper so sehr verleidet worden, daß er sich endlich — des ewigen Kampfes müde — genöthigt sah, sein Amt niederzulegen., Unfähige.. Individuen regieren nun. die Schule und stellen an die. armen Lehrer Prätentionen, welche, nicht allein die Methodik, sondern schon der gesunde Menschenverstand verwerfen muß. Beispielsweise wurde noch vor Kurzem der Lehrer Tuschak genöthigt, die Geschichte der Griechen und Römer an der zweiclassigen Volksschule vorzutragen! Die alte Vorliebe fürden Lehrerwechsel wird hier mit eiserner Consequenz festgehalten, und die Lehrer ihrerseits suchen den Insultationen des Pöbels und'der unwürdigen Behandlung der Vorgesetzten so schnell als möglich ein Ende zu machen. -- Die Gemeinde zu N eusa tz hat es nach mehrjährigem Zerwürfniß mit ihrem jungen Rabbiner, dessen Anstellung, nur von einer geringen Minorität ausging, durch beharrliche Protestation dahin gebracht, daß dieser gegen eine 22