Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-16 · Heft 21 (16.5.1859) · p. Seite 309

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 21 (16.5.1859)
Date
1859-05-16
Page
Seite 309 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226169--17727-3246652
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

309 gescllschaft gefunden. — Auch in Smyrna dauern MngtznS die Insulten gegen die Juden fort. Die griechische und jüdische Gemeinde haben in Konstantinopel um Prüfung ihres Proceffes durch daS Obergeri.cht gebeten. Äuö der Moldau, 24. April. (Privatmitth.) Ueber die Vorfälle in Galatz Ist vom Fürsten Cousa eine strenge Commisston beordert worden, umdie Sache strengstens .zu.uutersuchen. ...Daß sie. sich,zu unfern Gunsteu entscheiden wird, unterliegt wohl keinem Zweifelda stch über diese schändlichen Anschuldigungen in andern Ländern und auch hier unsere Unschuld zur Evidenz erwies. Es ist vielmehr zu wünschen, daß die Regierung kräftigere Maßregeln ergreifen möchte, um solchen Greuelscenen vorzubeugen, und ein für allemal officiell dieser fixen Idee des gemeinen Pöbels und einiger Raubspecülanten entgegenzutreten , wie es bereits in andern Ländern der Fall war. Von Herrn Kogilnitschany, unter dessen Einfluß die Redaction des Stea Dunere stehen sollte, und dieses Blatt die Galatzer Schreckensscene so darzustellen sucht, und sich so naiv stellt, als ob es nicht wüßte, daß die Sache nur eine falsche Gehässigkeit sei Und es durch falsche Berichte und jüdenfeindliche Bemerkungen a 1a Augsburgerin verdreht, will ich gar schweigen. Denn der Feinde Israels giebt es ja Legion! Nur scheint sich hier wieder das Sprichwort los extremes 86 touodent zu bewahrheiten; denn zu verwundern ist es nur, wie ein Mann von so ausgezeichneten Talenten und liberalen Ideen das Vorurtheil eines PöbelhaufenS theilen könnte. Zu den schönen Feierlichkeiten bei Gelegenheit der. Wahl Cousas habe ich noch vergessen, der von Ismail Erwähnung zu thun, denn dort würde auch unter Anderm von Seiten der dortigen jüdischen Gemeinde ein Ball gegeben, der beinahe 800 Duc. kostete, und zu welchem auch sämmtliche Beamten und die Geistlichkeit! eingeladen wurden. Sie sehen, Herr Redacteur, einen neuen Beweis, wie es die Juden nicht an Aufopferung fehlen lassen, wo es sich nur handelt, ihren aufrichtigen Patriotismus zu zeigen. Beim Schluß des gegenwärtigen Artikels habe ich aus sicherer Quelle er-! fahren, daß die Commission in Galatz den wahren! Sachverhalt heräüSmittelte, und es haben bereits schon Mehrere eingestanden, daß solche von den Griechen mit Geld ab gekauft wurden, um auch die Polizei durchfalsche Berichte zu bethören. L. F. Großbritannien. Lyndon, 28. April. Sir Jsaac Lyon Goldsmidder von Portugal den Baronötitel -und. unter Lord Melbournes Verwaltung im Jahre-1841 den englischen .Baronstitel erhalten hatte,..ist--hiev gestorben^ Er rpar bekanntlicheiner der :bedeutendsten .englischen Finanzmänner, und. stand bei Juden und Christen^ in gutem Ansehen.- : ... . : - Italien. ' Florenz, 1. Mai. Die „Aug S b. Ällg^Jei t." berichtet von hier als eine der ersten Handlungen der provisorischen Regierung: Zwei Artikel auS dem Fundamentalstatut vom 15.-Februar 1848 treten wieder in Kraft, nämlich Artikel II., welcher lautet: „Die Toscaner, welchen CultuS sie auch üben mögensind alle gleich vor dem Gesetz, tragen ohne Unterschied zu den Staatslasten im Verhältniß ihres Vermögens bei, haben alle in gleicher Weise Zutritt zu den Civil- und Militärämtern." Artikel XL: „Die Gesetze der Militäraushebung gelten für alle Bürger." Rom, 19. April. Die Times schreiben: Schon seit zehn Tagen ist Sir MoscS Montefiore hier, um in der Mortara-Angelegenheit beim Papst zu supplicireu, hat aber wenig Aussicht, hei Sr.. Heiligkeit nur vorgelassen zu werden. — - - Hieran muß man die heute in den Zeitungen gegebene Nachricht reihen: . „Man ist in Rom nicht ohne Besorgniß, daß der Papst sich nach Bologna flüchten und sich unter den Schutz OesterreichS-Pellen werde." Bologna ist die Vaterstadt M o rtaras. Rom, 21. April. Das Volk'ist, wie man der „Vossischen Ztg." von hier meldet, seit einigen Tagen gegen die.Ghettobewohner dergestalt aufgeregt, daß die weitgreifendsten Polizeimaßregeln nöthig waren, es von fanatischen Ercessen zurückzuhalten. ES wurden nämlich drei Kinder christlicher Eltern vermißt, welche nicht weit von der Piazza Ceni innerhalb jenes Bezirks wohnten. Da nun daS Volk Hier einmal in dem Glauben' lebt, die Juden könnten - ihr Passah alle acht Jahre nicht ohne Chriftenblut feiern, so mußten sie die verschwundenen Kinder ermordet' haben. Besonnenere erklärten der Menge, die Kinder würden wahrscheinlich Hier von Uebelwollenden ver- 21**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.