Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 20 (9.5.1859)
- Date
- 1859-05-09
- Page
- Seite 289 (sequence 5)
- Language
- German
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Zejt«ngskaHrichten.! ■ Deutschlclnd. /;■' ’■'! ' _ /■ i r Aus jBayernim März.--(Privatmitth.). XEine Musteranstalt zur Verbreitung nützlicher. Bücher und. zur Begründung öffentlicher Bibliotheken.) Als wir kürzlich unter obiger Aufschrift einen. Artikel 'in einer pädagogischen Zeitschrift, lasen, wurden wir um so. an-, genehmer-- v.on -demselben , berührt, als wenigstens uns,! als-Israeliten,uderdarin, den Deutschen, gemachte. Vor-! Wurfnicht, mehr. gelten, kann, n seit; es dem Redacteür . dieser^ Zeitung, der in seinem unablässigen -Bestrebenimmer, wieder Neues, . Gutes Und^ Nützliches für seine Glaubensgenossen zu.schaffen/ .nie ermüdet,, im Vereine mit;reinigen andern gleichgesinnten wackern Männern gelungen ist, ein Institut für die -Gesammtjudenheit zw-gründen--Wach.wenn esmuchmöch'-in seinenchrak-. tischen! Leistungen hinter . obiger Anstalt Zurückbleiben mag, doch einen weit Höheren Zweck rverfolgt und dem' jedenfalls eind -schönere Zuktznft. bevorstehm dürften In der.Hoffnung, daß. auch die geschätzten..Leser wieser Blätter mit wem -Referenten einverstanden sein werden, wenn sie beregten Artikel seinem Hauptinhalte nach kennen, und da er außerdem.noch so -manches Beherzigenswerthe enthalten möchte, so folgt-das Wesent-. lichste -nachstehend. . u - r v. . „So viel auch in-wer . neuesten ^Zeit in manchen Staaten-Deutschlands für Volkserziehung und Volksbildung^ gethan wird,so bat doch noch keiner ein ahn-! liches Institut aufzuweisen, wie. der noch rohe und aufkeimende Staat- Ober-Canada in Nordamerika. Ich meine-die-Normalschule von.Toronto, und. deren merk-- würdigeerst seit-vier Jahren bestehende Einrichtung! zur Büchervertheilung und Bibliothekenstistung. . Sie besitzt, nämlich. zunächst eine.große Centralbibliothek, welche etwa- 100,000 - Bände .aus wen >verschiedensten Fachern, -astronomische, geographische-! Historische, turwiffenschastlichep literar-historische ünd belletristische, oft in zehn- und' mehr Eremplarem enthält. Wird ineinem! Dorfe oder-einer Stadt Ober - Cänadas 5 das. Verlangenl nach wem - Besitze! einer , öffentlichen Bibliothek rege,^- so strittudieseS Jnstitut^als der billigste uM großmüthigste Buchhändler ein^r-Gewöhnlich ist eslrink Predige^ mderEehrers oder gebildeter Farmerwder einl'ElUb^ oder - eine Leftgeftllfchast--^von^welcher ldieftt^ Wünsch' zuerst auSgehK-- Hat man numwurch eine l Subseriptiou - eine Summe von . 200 ^—:3M -Pfd» Gt.°! aufgebracht und wurch UMreinkommen. eine Kste-wer wünschenswerthen 5Büchep ^angefertigtgiebt man i der Normalschule-, in Borayto ' davon: Nachricht. $>fiefe \ liefert nun die > gewünschten B.üchor aus::ihrem! Depo- {sitorium zu Preisen, -die um.25. Pxocent. niedriger, sind- . als im gewöhnlichen Buchhandel^ZugleMaher sicht \ sich Was Institut-Wurchv seine, ^reiche - Dotation'sn? den Stand gesetzt,, saus eigenen MttelN'wer^SubscrDtiyns- - summe des Dorfes noch eine -gleich, hoho Summe ent-! gegenzusetzen und dem - Dorfe mit wen dafür zugewäh-! renden. Büchern, deren Wahl es sich.Vorbehalt, ein Geschenk zu machen.? Auf diese. Weise wahrt sich die Nor- - malschule zugleich einen Einfluß. auf die. Richtung der I Volksbildung, auf die Läuterung des öffentlichen Ge- ' schmacks. und die Verbreitung dem allgemeinen Jnter- - esseforderlicher! Kenntnisse. -1 Dieses merkwürdige Inj ftititt -ist. erst seit Ende 1853 in Wirksamkeit und hatte -bereits in den ,ersten neun.iMonaten- 62,000 Bände vertheilt., -also! - ziemlich ijeden Tag eine 'kleine' Stadt-! - oder Dorfbibliothek begründet."!Hat. nichtdas^ --Institut zur Beförderung jüdischer Literatur^ einen gleich - h ohenZweck? Ihm istWaS Verdienst zuzumeffen, einer ganz vernachlässigten Literatüv - wieder Leser zuzuführen und dadurch diese sekbstwieder zu heben.--Nicht nur Gemeinden, jeder Einzelne ist im : Standefür eine kaum nennenswerthe jährliche! Aus-!! gäbe sich nach und nach eine Bibliothek der besten Werke! jüdischer Literatur zu erwerben. Aber nicht nur auf die äußere Bildung wird dieses Institut von Einfluß sein, auch zur Begründung: der Religiosität wird es immer mehr beitragen. Unberechenbar sind überhaupt die-güten Folgen, die das Institut noch bewirken kann' und ' wird. Mögen deshalb' die Herren Leiter diesernütz--! lichen - Anstalt in ihrem so löblichen Eiftrnicht uekkül-! ten, und -durch kleinliche, jedenfalls vom Neide erzeugten Anfechtungen in ihrem heilbringenden Streben nicht! beirrenlassen. Möchte aber auch was jüdische-Püblikum - die Wohlthätigkeit dieser Anstatt immer mehr ein--! sehen, und durch eine lebhaftere Betheiligung dem In-! -stitute die Ausdehnung geben, die eS im auSgedehn- ^testen Maße verdient.' k.r.; Aus Bayern, smMärz.MrDtmiD.) LWöhl!in Kapern del:.Eid lpore juä-äeo gesetzlich abgeschafft i iftj--so! kommtes woch-nicht selten-wordaß bei den l untern Gerichten auf Ableistung' desselben erkannt wirdt'