Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 47 (15.11.1858)
- Date
- 1858-11-15
- Page
- Seite 654 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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654 lichen Schule oder in einer Gemeinde. Derselbe ist verheiratbet, hat aber keine Kinder. Gefällige Auskunft giebt Herr Lr. Philippson in Magdeburg auf Franco-Anfragen unter Chiffre 14. Beachtenswerte Anzeige. Ein Schulamtsbeflifftner, 18 Jahre alt, streng religiös, mit Secunvanerreife und hebräischem Wissen in ver Dimension, daß er *f:'n mit Raschi unterrichten kann, welcher längere Zeit an einer öffentlichen Schule gewirkt hat und seine Special - Vorbereitung für die Lehrerprüfung im Laufe eines Jahres vollendet haben wird, sucht unter mäßigen Ansprüchen für die nächste Zeit eine Stelle als Hauslehrer oder in einer Gemeinde. — Offerten bittet man franco an Herrn LoniS PulvermaNN, ersten Lehrer der öffentlichen jüdischen Schule in Schönlanke, zu richten. Eine gebildete jüdische Familie in Breslau wünscht einige Pensionärinnen aufzunehmen. Die liebreichste Pflege wird zugesichert, so wie auch jede Nachhülfe in den Schulgegenständen gewährt. Nähere Auskunft ertheilt Herr Lr. Zuckermann, Lehrer im jüd.-theologischen Seminar in Breslau, Watlstraße No. 1. Zur Uebcrnahme von Agenturen, so wie zum commisfionsweisen Verkauf aller couranter Maaren - Artikel gegen übliche Provision empfiehlt sich respectablen Handlungshausern für Berlin unter Zusicherung der strengsten Reellität der Kaufmann A. Hamburger daselbst, Oranienburgerstr. 91. Heirathsgesuch. Ein junger Mann in den Dreißigern, Theilhaber eines in Berlin bestehenden altern und ausgebreiteten Engros-Geschästs, wünscht sich einer liebenswürdigen Dame ehelich anzuschließen. Jungfrauen, oder junge, kinderlose Mittwen mit einem disponiblen Vermögen von 8—10,000 Thlrn., die auf diese Offerte einzugehen belieben sollten, empfangen auf Abgabe ihrer geschätzten Adressen an die Erpedition dieser Zeitung 8ub M. das Nähere und SpecteUe umgehend. Ein Sohn anständiger Eltern, mit den nöthigen Schulkenntniffen ausgestattet, kann bei Unterzeichnetem sofort als Lehrling einrreten. Sarony Simen in Magdeburg, Fabrik fertiger Wäsche und Leinen-Handlung en gros und en detail. Kemerkung. Herr E. R. in Sch. kann unfrankirt schreiben. Sein Wunsch soll erfüllt werden, doch bitten wir bald um den Betrag. Die Redaktion. ie Synagoge der israelitischen Gemeinde dahier war schon seit Jahren baufällig, und zwar in einem so hohen Grade, daß die Großherzogliche Baubehörde ste schließen und uns die Abhaltung des Gottesdienstes darin untersagen ließ. Von der Sehnsucht nach ver gewohnten täglichen Erbauung und Verehrung unseres Gottes, beseelt, entschlossen wir uns, obgleich nur auS zehn größtemheils unvermögenden Familien bestehend, den zur Reparatur erforderlichen und, nach äußerlichem Anschein, auf etwa vierhundert Gulden veranschlagten Fond zu sammeln. Große Opfer und Entbehrungen legten wir uns lange Zeit auf, hatten endlich die Freude, diese Summe ausweisen zu können, und dachten uns schon dem gewünschten Ziele nahe. > Doch unsre Hoffnung wurde schmerzlich getäuscht! Beim Beginn der unlängst vorgenommenen Arbeiten zeigte sich nämlich der Verfall unserer Synagoge viel bedeutender, als man bisher glaubte, und nötbigt uns, dieselbe von Grund auf wiederherzustellen. Hierzu sind aber mindestens zwölshunvert Gulden nothwendig, eine Summe, welche unsere erschöpften Kräfte gänzlich übersteigt und unsere Gemüther schwer und tief bedrückt. Denn wir müssen in der trostlosen Lage sein und bleiben, den angefangenen Bau zu sistiren und ein auch nur einfaches Gotteshaus zu entbehren, wenn nicht brüderliche Herzen und Hände in der Nähe und Ferne sich öffnen, auS der Noth uns liebevoll zu ziehen. Und darum wagen wir es, im festen Vertrauen auf die israelitische Mildthätigkeit, um baldige gütige Beisteuer zu dem genannten edlen Werke hiermit zu bitten; ebenso um ein Verzeichniß der frommen Geber, da wir solches für ewige Zeiten aufzubewahren gesonnen find. Möge unsere herzliche Bitte eine gute Stätte finden und der Herr Alle dafür reichlich segnen! Raibach im Kreise Dieburg, im.November 1858. Der Vorstand: Abraham Rapp. Herz Lichteilstein. Joseph Sternberg. DaS obige Gesuch spricht für sich selbst. Es gilt, einer kleinen, aber opfermulhigen Gemeinde zu einem Got-> teshause zu verhelfen, dessen fie ohne ihre Schuld beraubt worden ist. Wir machen daher unsrerseits auf diese Bitte aufmerksam, und fügen unsre dringende Fürsprache hinzu. Die Redaktion. Jüdisches Volksblatt R». 4«. Charakterfestigkeit. — Eine Familienscene aus dem vorigen Jahrhundert. (Schluß.) — Die Juden in Kurdistan. — Notizen des Tages. — Aphorismen. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig V* Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirsch seid. Verantwortlicher Redacteur: M* Rabe.