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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-10-25 · Heft 44 (25.10.1858) · p. Seite 610

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 44 (25.10.1858)
Date
1858-10-25
Page
Seite 610 (sequence 10)
Language
German
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Rücksicht von Zeit und Ort sogar merkwürdigen Institutes, nämlich der von ihnen bereits im Jahre 1858 errichteten „jüdisch-theologischen Unterstützungs-Gesellschaft für Dänen" rühmlichft zu nenNen. Der Zweck dieser Gesellschaft ist: junge Juden aus dem Königreiche Dänemark zu ermuntern, sich der jüdisch-theologischen Studien zu befleißigen, und denselben dazu zu verhelfen, sich die nöthigen Kenntnisse zu erwerben, um dereinst hier im Lande als Geistliche, Katecheten und Lehrer angestellt werden zu können. Dieses Ziel sucht man aus folgende Weife zu erstreben, indem man den dazu sich qualificirenden sungen Leuten durch die Unterstützung der Gesellschaft die zur jüdischen Theologie nöthigen Vorkenntniffe hier bcibringen Md sodann die zu ihrem Fache nothwendige höhere Ausbildung auf einem der jüdischen Seminarien im Auslande erwerben läßt. Um die Unterstützung, hier zu Hanse sich auszubilden, erhalten zu können, müssen Betreffende ein Alter von wenigstens 11 Jahren erreicht, gute Empfänglichkeit und Anlage haben «nd im Besitze von den gewöhnlichen Schulkenntnissen sein, die von Knaben in diesem Alter gefordert werden können; ferner müssen sie fließend Hebräisch lesen und die ersten 10 Capitel des ersten BucheS Mofis in der Muttersprache übersetzen können. Derjenige, welcher Unterstützung, um sich als Theolog im Aüslanve auszubilden, wünscht, muß einen guten moralischen Charakter haben, und Vas Eramen artium und philösophicum mit wenigstens dem zweiten Charakter (gut, baucl illauclabilis) gemacht haben, und ferner durch eine Prüfung darlegen, daß er im Besitz« von den zum Studium im A-Uslande nöthigen Vorkeniitnissen sei, wenigstens muß er a) die 5 Bücher Mdsts, die Propheten und die Psalmen übersetzen UNV grmNmatikakisch anakysiren können, b) Fertigkeit in einem Tractate des Talmud haben, c) gut bewandert in der Geschichte des jüdischen Volkes sein, und d) gute Kenntnisse in der nachtalmudischen jüdischen Literaturhistorie besitzen. An einem Orte wie hier, wo feit eineck halben Jahrhunderte kein Talmud mehr unterrichtet wurde, und wo überhaupt nie eine Talmud-Thora eristirt hatte, war es kein geringes Unternehmen, noch besonders in unserer materiellen Zeit, den Sinn wiederum für diese zu wecken, und gelang cS endlich dem unermüdeten Eifer der Stifter, viele Mitglieder zu bekommen, ft stießen sie atlf eine nicht mindere Schwierigkeit, nämlich Eleven zu erhalten. Endlich Wurde auch hierin ihr Bestreben gesegnet. Es meldeten sich bald nach der Constituirung der Gesellschaft drei, zwei Knaben und ein Student. Und durste man auch von dem weisen, umsichtsvollen Unterrichte deS Lehrers, Hertn CaNdidat Mielziener, den besten Erfolg erwarten, ft zweifelte man dennoch, waS den Studenten betra-f, dev wohl alle die im §. 4. statutenmäßige erforderliche wissenschaftliche Ausbildung inne hatte, hingegen von allen talmudischen und den dahin gehörenden Wissenschaften bloß wür> daß er in einem schon vorgerückten Alter es so weit bringen könnte, sich der vorgeschriebenen Prüfung zu unterziehen. Und eben dieser Jüngling hat dieselbe in diesen Tagen abftkvirt Und geht bereits mit dem besten Charakter nach Breslau ab, um daselbst auf dem Seminar sein theologisches Studium zu vollenden. Ist es nicht ein Land der Wunder, dieses Dänemark! D. R. Anzeigen. Für die hiesige israelitische Gemeinde wird zum öten! Mai k. I. ein Religionslehrer, Vorbeter und Schächter gesucht. Qualificirte Bewerber wollen sich persönlich oder in srankirten Briefen an den Vorstand wenden. Parchim (Mecklb.-Schwerin), 27. September 1858. M. Cohn. A. Adler. Bei der Hierselbst zu errichtenden jüdischen Elementar- und Rekigionsschüle soll ein Lehret mit einen': ÄehaAe vdn 150 Thlrn. und freier Wohnung eingestellt wetdeü. Qualisicirte und mit guten Zeugnissen versehene Bewerber wollen sich beim Unterzeichneten Vorstände melden. Reisekosten werden nicht vergutigk. VandSburg, den 10. October 1858. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Earl Hervman« Neuwarm. Zum 1. Mai 1859 ist hierorts die Stelle eines Vorbeters, Schächters und zweiten Religionslehters zu besetzen. Unverhe'itathete Bewerber, welche befähigt sind, einen Chor zu leiten, wollen sich unter Einreichung ihter Atteste bei dem Unterzeichneten Gemeindevorstande bis zum 1. Januar 1859 melden, der die erforderlichen Mittheilungen machen wird. E'Erelitz in Mecklenburg, im October 1 8 58. Per israelitische Gcmcinvevorstand. D. Löwe. M. EManuel. R; M. EH«.

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