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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-09-27 · Heft 40 (27.9.1858) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 40 (27.9.1858)
Date
1858-09-27
Page
Seite 553 (sequence 11)
Language
German
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553 Leiden mitgetheilten Erlässen noch folgendes Edict, das die Juden in Prag von der Beschuldigung des sträflicheti Einverständnisses mit den Preußen vollkommen freispricht, hier anzuführe», das fich unter No. 9. der erwähnten Gesetzsammlung findet. „An die K. Repräsentation und Kammer in Böhmen. „Ihr ersehet in der Nebenlag«, was die Prager Stadt- „judenschaft mit Anführung ihrer Unschuld wegen „des wider selh« gefaßten Argwohns einer sträflichen „Einverständniß mit dem Feind allerunierthänigst vorge- „stellt, und zur Aufrechthaltung ihres Credits, dann Han- „dels und Wandels gebeten hat. „Gleichwie auch nur erst neuerlich unterm löten des „verflossenen Monats auf der Landesjudenschaft gleichma- „ßiges Bitten unsere gnädigste Willensmeinung eröffnet „worden ist. — Als habet Ihr das Nämliche gegen die „Sradtjudenschaft zu beobachten, und dahin fürzusorgen, „daß selbe wider Recht und Billigkeit in Nichten gekrän- „ket, oder in Handel und Wandel störet, mithin andurch „zum Nachtheil unseres, höchsten Aerarii außer contribu- „tionsfähigen Stand gesetzt werden. Wien, 12ten Februar 1757." Es wäre interessant, wenn die Eingabe der Prager Stadtjudenschast an die große Kaiserin, so wie deren Bittgesuch vom 17. Februar 1755 nebst dem gehorsamsten Bericht der K. Repräsentation und Kammer in Böhmen, welche in dem Patente <1. d. Wien 16. Oktober 1755 citirt werden, worin der Prager- und Landjudenschast die älteren rechtmäßigen Privilegien (s. No. 8. der genannten Sammlung) bestätigt wurden, veröffentlicht werden könnte und möchte, da dadurch über die noch immer dunkeln Motive der letzten Vertreibung der Juden in der Geschichte des Kaiserstaates einiges Licht verbreitet werden würde. Frankreich. Paris, im September. (Privatmitth.) Der katholische vaivors geißelt aufs Empfindlichste die jüngste Ordensverleihung, und kann sich nicht zufrieden geben, daß auch protestantische Pastoren und Rabbinen mit der Ehrenlegion bedacht werden, und tröstet fich nur damit, daß man in diesen Ordensverleihungen doch nicht den Charakter der kaiserlichen Politik suchen dürfe. Darin schießt Herr Veuillot doch gewaltig fehl; denn Jedermann muß doch einsehen, daß der Kaiser allerdings damit bekundet, daß seine Regierung die Verdienste nicht nach der Confession bemißt, und seiner Regierung den Grundsatz der Religionsgleichhcit untergelegt haben will. Weil aber Herr Veuillot dies auch einfieht, daher seine Erboßung. Nordamerika. New-Nork, 3. September. (Privatmitth.) Gestern ernannte der Präsident der Vereinigten Staaten den Senator Judah BemjämsA^eillM JssEiten, zum Gesandten am Hose zu— Madrid. Ist nicht Gottes Finger auch hierin? Im Jahre 1492 vertrieb Spanien alle Juden aus dem Lande und sandte einen Tag nachher den großen Navigator aus, um ein Asyl für die Verfolgten und Unterdrückten aller Länder, Religionen und Völker zu entdecken, und im Jahre 1858, kurz nachdem ein Jude in daS Parlament Englands als Mitglied eingetreten, und die beiden Continente durch den unterseeischen Blitzfaden verbunden worden, sendet die amerikanische Union einen Juden als ihren Vertreter a'n die Regierung Spaniens! O! der alte Gott Israels lebt noch! — Noch ein Wort über Herm Benjamin. Letztes Frühjahr schrieb Herr Hammond, Senator für Süd- Carolina, an den General-StaatSprocurator dieses Staates (Letzterer zeigte mir den Brief) folgende Worte über Herrn Benjamin: „Senator Benjamin übertrifft uns Alle; er ist unstreitig der größte Jurist, Staatsmann und Redner dieses ehrwürdigen Körpers." — So spricht ein College der Juden, der selbst zu den Ausgezeichnetsten deS Staates zählt. — Wird Spanien gegen die Wahl protestiren und die Reception des Gewählten verweigern? Anzeigen. Stuttgart. Auf einem guten Platze und ganz nahe an einer der größten Handelsstädte Württembergs ist der Inhaber eines schon mehr denn 30 Jahren bestehenden Colonial- und LandesproductengeschästS gesonnen, einen jungen Kaufmann israelitischer Confession als Theilhaber in sein Geschäft aufzunehmen. Streng solider, verträglicher Charakter und Geschäftstüchtigkeit find Hauptbedingungen, dagegen werden nur ein Paar Tausend Gulden Einlage beansprucht, und könnte mit dieser Association nach Umständen ein näheres Familienverhältniß eingegangen werden. Anträge übernimmt unter Zuficherung strenger Discretion A. Jaeoby, Ecke der Eberhard-Tübingerstr. Die israelitische Gemeinde in Frechen bei Cöln am Rhein sucht mit dem 1. November a. c. einen unverheiratheten erarninirten Elementarlehrer. Gehalt bei freier Kost und Wohnung beträgt pro Jahr 125 Thlr. Hierauf Resleclirende wollen sich baldigst bei dem Unterzeichneten unter Vorlage ihrer. LlualistcatLons-Atteste melden. - Der Vorsteher S. MoseS. 40**

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