Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1858)
- Date
- 1858-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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22. Jahrgang. Jff 88. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. He r au s g e ge b e n von Rabbiner Dr. Ludwig Philipps«»» in Magdeburg. Leipzig, den 5. Juli 1858. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich gegen 80 Bogen und darüber in Quart iucl. des Titels, Re« gisters u. s. w. umfassen. In Gemäßheit Des Zweckes, Derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst nie« drig: mit 3 Thlr. ftr Den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. für sechs Monate — 22J/2 Ngr. für Das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; Der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. tz Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Wir fordern hiermit auch für das vierte Jahr die Herren Autoren auf, mit uns über die Erwerbung ihrer Manuscripte Seitens des „Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur" in Verbindung zu treten. Jnsonders »väre es uns diesmal auch lieb, wenn werthvolle Abhandlungen auch von geringerm Umfange uns zukommen, um daraus eine Sammlung veranstalten zu können. Magdeburg, Wien und Frankfurt am Main. irr. Philippson. Dr. Jellinek. Dr. Jost. Inhalt. Leitende Artikel: Einige Gedanken auf der Reise. — Dom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Aus Württemberg, aus Württemberg. Preußen: Reichenbach, aus Mittelschlesien, Köln. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Wien, Fünfkirchen, Temeswar. Frankreich: Mühlhausen. Großbritannien: London. Rußland: Minsk. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Rabbi Jonathan Eibenschütz. Eine biographische Skizze von R. Gutmann. Leitende Artikel. Magdeburg, 28. Juni. Einige Gedanken auf der Reise. Auf einer längeren Reise, die ich jüngst per Eisenbahn machte, traf ich unter Anderen bei dem steten Wechsel von Mitreisenden aus einen dänischen, einen schwedischenUsraeliten und dann auf einen Holsteiner christlicher Confesfion. Es waren alle Drei feingebildete Männer aus dem Mittelstände, und bei den verschiedenen Gegenständen, über welche die leichte und bewegte Conversation sich erging, drängten sich mir Beobachtungen auf, die mich interessirten. Es bewährte sich mir auch hier, wie die Juden, wenn fie auch einige Raceneigenthümlichkeiten bewahren, überall die Natur des Landes annchmen, welchem sie angehören, und, wo sie irgend nur nach Menschenrecht behandelt werden, einen Patriotismus in sich aufnehmen, welcher der Begeisterung keines anderen Landeskindes nachsteht. Die Dänen sind bekanntlich ein heißblütiger Stamm, aufwallend und leidenschaftlich, phantasiereich und feurig, weshalb sie, was den Ausdruck betrifft, in ihrer Poesie sehr wohl mit den Italienern verglichen werden können. Der dänische Israelit, mit dem ich zusammentraf, war Däne durch und durch, jeder Zoll ein Däne, und als man über die dänische Politik sprach, gerieth er in ein Feuer, daß ich in der That für die