Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-21 · Heft 26 (21.6.1858) · p. Seite 361

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 26 (21.6.1858)
Date
1858-06-21
Page
Seite 361 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226093-3226120--16983-3245868
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

361 ftm Gefahr selbst auf der Brandstätte erschien, und den Verunglückten (ohne Unterschied der Confessio») die namhafte Spende von' 1000 Fl. überwies, — auch aus unsere Schule bedacht sein wird; hoffen wir, daß auch andere großsinnige Schulfreunde und Gönner das Ihrige dazu beitragen werden, um diese Anstalt zum zweiten Male zu gründen, auf daß sie aufs Neue erblühen, den Samen der Tugend und Frömmigkeit ausstreuen und den Keim des Wissens in die Herzen unserer Jugend pflanzen möge! Sam. Mauksch, Hauptschullehrer. Temeövar, Juni. lPrivatmitth.) Eine Feier besonders erhebender Art wurde am 24. Mai an der hiesigen k. k. israelitischen Mustcrhaupkschule begangen. Von einem Mitgliede der Cultusgemcinde, Herrn M. Jeitcles, wurde dieser Anstalt ein schönes Bildniß Sr. Majestät des Kaisers in prächtigem Goldrahmen gespendet. An dem bezeichneten Tage wurde dasselbe in dem von dem verehrten Spender herrlich decorirten Lehrzimmer, wo sich zu diesem Behufe der Lehrkörper, die Schuljugend, die Mitglieder deS Cultusvorftandes und mehrere Honoratioren der Stadt eingefunden hatten, in feierlicher Weise aufgestellt. Mit dem Geberstücke iniu n«, ab gesungen von dem größten Theile der Schuljugend, nach der Composition des rühmlichst bekannten CantorS Sulzer, wurde die Feier eingeleitet. Seine Hochwürden, der k. k. Statthaltereirath und Domcapitular Herr A. Bonnaz, dessen Anwesenheit nicht wenig zur Verherrlichung des Festes beitrug, hielt sodann eine gehaltvolle Rede, in welcher er die Gnade Sr. Majestät des Kaisers, wie sie sich in der Begründung dieser Musterhauplschule bewährte, auch für seine israelitischen Unterthanen hervorhob, wie sie eben in diesem Factum eine Bürgschaft für eine erfreuliche Zukunft finden können. Der geehrte Redner nahm ferner Gelegenheit, der Gemeinde anS Herz zu legen, wie sie sich dieser hohen Wohlthat würdig machen könne, wenn sie recht bald ein Institut begründe, in welchem auch die weibliche Jugend eine zweckmäßige Bildung und Erziehung finde. Nachdem der das Bildniß verhüllende Vorhang gefallen war, sprach der Religionslehrer Herr I. Goldschmid das übliche Gebet für den Landcsvater in hebräischer und deutscher Sprache in weihevoller Weise. Es wurde sodann der Psalm n»«' im 'n abgesungen und der Direktor der Anstalt, Herr A. Kohn, sprach über die Anforderungen des Staates an den Lehrer der Jugend, und mit der Absingung der Volkshymne schloß dieses herrliche Fest, welches lange allen Anwesenden in freundlicher Erinnerung bleiben wird. Wir erlauben unS hier noch einige Worte über diese k. k. Musterhauptschule hinzuzufügen. Dieselbe erfreut sich in Nab und Fern eines ausgezeichneten Rufes, und die Bemühungen der Lehrer an derselben finden allgemeine Anerkennung. Von dem Gedeihen und dem erfreulichen Aufschwung derselben gab die unter der Leitung des um die Beförderung des hierländigen Schulwesens unermüdelen k. k. SchulrathS Herrn Kümmer abgehaltene Semestralprütung hinlänglich Zeugniß. Daß auch die freundliche Anregung von Seilen Sr. Hochwürdcn des k. k. SlatthaltereiraihS in Betreff der Mädchenschule recht bald ihre Realisirung finden wird, dafür bürgt der Sinn fürs Gute und Schöne, der im Allgemeinen in der hiesigen Gemeinde vorherrscht, und insbesondere die humanen Gesinnungen und die Intelligenz, von welchen der an der Spitze der Gemeinbeangelegenheitcn stehende Vorsteher Herr M. Grünbaum beseelt ist.*) Großbritannien. London, 11. Juni. Man schreibt in den öffentlichen Blättern: „Wir haben Grund zu der Annahme, daß Lord Derby in einem an seine Anhänger gerichteten Rundschreiben die Absicht der Regierung kundgegeben hat, sich der Zulassung der Juden zum Parlamente nicht länger zu widersetzen. Während er auf solche Weise die politische Zweckmäßigkeit (expeäiencx) dieser Zulassung einräumt, benutzt Lord Derby zugleich die Gelegenheit, nochmals seine moralische Ueberzeugung auszusprechen, daß die Juden eigentlich nicht im Parlamente sitzen dürfen." (Es ist dies demnach nichts Anderes, als das Zugeständniß, daß die Vernunft deS Volkes, reprä« senlirt durch die ungeheure Majorität deS Unterhauses, durch bedeutende Wahlkörper und alle einfluß- *) Die wohllöbliche Direktion der betreffenden Schule theilt uns mit, daß der mehrmals besprochene Lehrplan wegen noch nicht zu beseiligcnder Hindernisse noch nicht hat veröffentlicht werden können. Die Redaction. 26**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.