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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-14 · Heft 25 (14.6.1858) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 25 (14.6.1858)
Date
1858-06-14
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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848 auf eine Abstimmung dringen zu wollen. Der Antrag, daß das Haus bei seinen Amendements zu der EideSbill verharre, wird hierauf genehmigt. —. Man sieht hieraus, daß die Mittheilung des Advertiser (s. No. 24.) verfrüht war. Manchester, im April. (Arch. isr. de Fr.) Eine erhebende Feier fand am 25. März zu Manchester statt. Wir sprechen von der Einweihung eines Reformtempels, welcher dem in London sich angeschlossen hat. Das Gebäude, ein Muster guten architektonischen Styls, ist das Werk eines ausgezeichneten Glaubensgenossen, des Herrn Eduard Salomons, desselben, welcher sich als Architekt des Gebäudes für die große Ausstellung in Manchester einen dauernden Ruf erworben hat. Nachdem ein siebenmaliger Umgang im Gebäude gehalten worden, bei welchem die Gesetzesrollen von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Schiller Skynessi und Sr. Ehrwürden dem Professor Marks, so wie den Herren H. Montefiore, I. H. Godefroi, MichollS, David Hesse getragen wurden, bestieg Dr. Schiller die Kanzel und leitete Herr Marks den Gottesdienst; alsdann wurde eine lange Liste jährlicher Beiträge verlesen, die sich bereits auf 7500 Frcs. belaufen. Frankreich. Paris, im Mai. Dr. Julius Oppert in Paris hat von der Königin von Spanien wegen seiner Verdienste um die Wissenschaften den Ritterorden Isabellens der Katholischen erhalten. Asiatische Türkei. Von der Oder, im Mai. (Privatmitth.) Es ist eine allbekannte Thatsache, wie schwierig eine genaue Zählung zu veranstalten ist in einem Reiche, das solche Ausdehnung wie die Türkei hat, das aus so vielen Nationalitäten besteht und dessen Administrativ-Verhältnisse auf einer verhältnißmäßig so tiefen Stufe stehen. Um so größeren Dank muß man den Bemühungen des Herrn Dr. Mordtmann, dem hanseatischen Consul in Konstantinopel, zollen, der nach den „Mitthcilungen aus Justus PertheS' geographischer Anstalt, UI, 1858" eine genaue Zusammenstellung der seit der Mitte des Jahres 1856 bis jetzt in dem größeren Theile des westlichen Kleinasiens, eines Theilcs von Kurdistan und vom nördlichen Syrien veranstalteten Zählung ermöglicht hat: 1s General-Gouvernement Chudavendigiar, Provinz Brussa: Muhamedaner 285,708; Griechen 63,642; Armenier 43,578; Juden 2007 u. s. w. 2) General-Gouvernement Chudavendigiar, Provinz Kodscha-Hi: Muhamedaner 151,173; Griechen 43,206; Armenier 35,859; Juden 294 u. s. w. 3) General-Gouvernement Chudavendigiar, Provinz Kjutahya (Germyan): Muhamedaner 341,679 u. s. w.; Juden fehlen. 4) Provinz Aidin: unter 3952 Familien sind 139 jüdische. 5) General - Gouvernement Diarbekir, Provinz Amid (Kurdistan): zu 265,431 Köpfen (Muhamedaner, Armenier u. s. w.) kommen 570 Juden. 6) General - Gouvernement Aleppo (nördl. Syrien): Muhamedaner 260,352; Griechen 2022 u. s. w.; Juden 5766. In den „Mittheilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt" Hl, S. 112. wird eines Berichtes des berühmten Münchener Professors Dr. Roth an die literarische Gesellschaft zu Jerusalem über den lyrischen Purpur Erwähnung gethan, der auch in diesen Blättern mitgetheilt zu werden verdient, da er für biblische Archäologen nicht ohne Interesse ist. Als Roth zuerst nach Palästina kam, fand er in Jaffa die Purpura patula, eine Schnecke, welche den eingeborenen Christen während der Fastenzeit zur Nahrung dient. Wenn man diese ansticht, geben sie einen grünlichen Saft von sich, der im Sonnenschein eine Purpurfarbe annahm, die durch Waschen noch lebhafter wurde. Vergleicht man diese mit den Berichten der Alten, so ist diese offenbar ihr blauer Purpur, denn sie hatten einen blauen, dunkeln und rolhen Purpur. Zwischen Zur und Saida (Tyrus und Sidon) findet sich Murcx trunculus in großer Menge, Lessen Farbe lebhafter als die der vorigen ist. Ein einziges dieser Thicre ist hinreichend, einen Quadratzoll Zeug zu färben, während dazu fünf Thiere der kurpura patula erforderlich sein würden. Wolle nimmt die Farbe am besten an und hält sic am längsten; Seide ist am

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