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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-06-07 · Heft 24 (7.6.1858) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 24 (7.6.1858)
Date
1858-06-07
Page
Seite 330 (sequence 8)
Language
German
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330 ncn Mitteln erbaut, waS aber um so verdienstvoller ist, als eben zu dieser Gemeinde nicht mehr als 18 Familien gehören. Der im Jahre 1850 verstorbene Kaufmann Koskel Frankenstein in Landshut, — ein Mann, dessen Name sich stets in ganz Niederschlesien eines sehr guten Klanges erfreute, — hatte durch ein Legat von 450 Thlrn. den ersten Fond zum Synagogenbau niedergelegt. Daher — und noch aus vielen andern Gründen — ist seiner auch in dem Vortrage des genannten Herrn Walter ganz besonders rühmlich gedacht worden. Von Rybnik haben wir Ihnen diesmal ein Factum zu berichten, das gerade ein Gegenstück bilden dürfte zu dem, was in Ihrer Zeitung vor einigen Monaten aus Leobschütz mitgetheilt worden. In Rybnik wird von jeher der Wochenmarkl immer am Mittwoch abgehalten. Da aber dieses Jahr der erste Tag unseres Wochensestes gerade auf einen Mittwoch fiel, so ist Seitens der hiesigen israelitischen Geschäftstreibenden — auf Anregung des Kaufmanns Herrn Chaim Reich — bei dem königlichen Landrathsamte beantragt worden, auzuordnen, daß der Wochenmarkt statt Mittwochs schon am Dienstag abgehalten würde. Gebührt nun schon den Israeliten RybnikS wegen der Stellung eines solchen Antrags wahre Anerkennung, so gebührt solche gewiß nicht minder dem königlichen Landrath, Herrn Baron v. Durant, welcher keinen Augenblick gezögert hat, dem Wunsche der Bittsteller die amtliche Genehmigung zu ertheilen und das Gehörige zu veranlassen. Inmitten der Gemeinde Leobschütz ward am 20. d. M. außer der religiösen Feier deS Tages noch eine andere außerordentliche begangen. Es war nämlich dieser Tag derjenige, an welchem Herr Gabriel Wiener daselbst vor 40 Jahren seinen Posten als Cullusbeamter der Gemeinde antrat. Dieser würdige Mann hatte sich aber während der Dauer seiner Amtsführung die Liebe und das Vertrauen der Gemeinde in so hohem Maße erworben, daß man jetzt freudig die Gelegenheit ergriff, demselben ein - sichtbares Zeichen der allgemeinen Anerkennung zu Theil werden zu lassen. Es wurde dem Jubilar zu Ehren ein solennes Festmahl veranstaltet, an welchem sämmtliche Gemeindemitglieder sich betheiligten. Unter den werthvollen Ehrengeschenken, welche demselben Seitens der Gemeinde überreicht wurden, erwähnen wir namentlich einen kostbaren hohen Pokal, in welchen — außer der Widmung — die Namen sämmtlicher Gemeindemitglieder eingravirt sind. Die Gemeinde soll übrigens mit der Idee umgehen, Herrn Wiener, der bereits in vorgerücktem Alter sich befindet, recht bald zu pensioniren, um ihn den Abend seines Lebens in ungestörter Ruhe genießen zu lassen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Arad, im Mai. (Privatmitth.) Wenn eine der beutenderen Gemeinden, wie die hiesige, die überdies einst so viel von sich reden machte, und durch die religiösen Kämpfe, zu denen sie Veranlassung gegeben, einen Platz in der jüdischen Culturgeschichte gewonnen, auf einmal ein jahrelanges Stillschweigen beobachtet und kein Zeichen innerer Regsamkeit nach Außen giebt, so dürste vielleicht Mancher wähnen, daß diese Gemeinde entweder vom Kampfe ermüdet, oder sich schon im Besitze des Bessern glaubend, sich der völligen Ruhe hingegeben hat — und doch ist dem nicht so. Aus der Zeit der hier stattgefundenen religiösen Kämpfe, welche die damals in Oesterreich vereinzelten Reformbestrebungen des vorigen sel. Rabbiners Chorim hervorriefen, ging ein geregelter Gottesdienst mit Orgclbegleitung hervor, welcher durch die geniale und tactvolle Leitung des gegenwärtigen Rabbiners Herrn I. Steinhardt, dem das ganze Gemeindewesen überhaupt eine seltene Ordnung und Regelung, zu verdanken hat, an Weihe, Würde und Schönheit, besonders aber durch seine gehaltvollen Predigten an innerm Werthe gewann. Auch eine höhere Volksschule für Knaben verdankte dieser Zeit ihr Entstehen, und diese ist es zumeist, so wie der Jugendunterricht überhaupt, um welche sich die gegenwärtige Thätigkeit der Gemeinde bewegt. So wurde vor drei Jahren auf Anregung des Herrn Rabbiners durch die energische Thätigkeit des Cultusgemeindevorstehers Herrn Ignatz Deutsch und deS um die hiesige Gemeinde hochverdienten Herrn Moses Hirsch! von hier, Großhändler in Wien, eine Haupt- und Industrieschule für israelitische Mädchen errichtet, welche einem längst gefühlten Bedürfnisse abhalf und sich während der kurzen Zeit ihres Bestandes dankender Anerkennung gegen deren Gründer sowohl von Seiten der k. k. Behörden alö auch Seitens der Gemeinde selbst zu erfreuen hat. Eben so

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