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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-03-08 · Heft 11 (8.3.1858) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 11 (8.3.1858)
Date
1858-03-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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22 Jahrgang. JW 11. Allgemeine Zeitung -es Iu-enthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 8. März 1858. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich gegen 80 Bogen und darüber in Quart iucl. des Titels, Re« gistcrS u. s. w. umfassen. In Gemäßheit de- Zwecke-, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. für sechs Monate — 22 V2 Ngr. für daS Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. Zeitungs»Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das Recht der Juden. — An die Rabbinen in Preußen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Bühl. Preußen: Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Aus dem Tokayergebirge, Szarvas, Pesth.- Die Schweiz: Bern. Frankreich: Lunevitle. Rußland: Mitau. Korrespondenz: Meine Reise über Galizien nach Deutschland. Von Jsaac Rosenmeyer, Oberlehrer in Homonna. 1l. Leitende Artikel. Magdeburg, 1. März. Was Recht der Juden. Es ist fürwahr zu aller Zeit die rechte, immer von Neuem und immer wieder den Anspruch zu erheben auf das Recht, welches uns versagt wird, oder doch noch unerfüllt geblieben. Wir dürfen weder dem Hange nachgeben, DaS auf sich beruhen zu lassen, was scheinbar durch unsre eigenen Bemühungen nicht erreicht werden kann, noch der Meinung huldigen, als ob Das nicht wiederholt zu werden brauche, was schon oft genug vorgetragen. Nur ein rastloses, beharrliches Streben führt auch unter ungünstigen Umständen zum Ziele. Stillschweigen erscheint als Zugeständniß für den Gegner. Und dann ist eö auch nicht wahr, daß nicht noch immer neue Seilen aufzufinden und hervorzuheben wären, da in der Entwickelung der Verhältnisse und Ereignisse die Situation immer eine neue wird. Die Rechtsverhältnisse unsrer Glaubensgenossen sind allerdings in den letzten Jahren nicht vorwärts gekommen. Die langweilige Farce in England, welcher Lord John Russell jetzt wieder einen Act hinzuzufügen beschäftigt war, hat durch das neue Ministerium Derby schnell wieder einen Schluß bekommen; das provisorische Gesetz in Oesterreich erwartet noch immer sein Desriitivum; und in Preußen steht die Gleichheit aller Preußen ohne Unterschied der Religion noch immer nur in der Verfaffungsurkunde, ohne daß die Verwirklichung sich blicken läßt; in den einzelnen deutschen Staaten hat man das Rückwärts hinsichtlich der Juden weit genug geführt, und die einzelnen Versuche, wieder nach Vorwärts zu kommen, sind schnell und ohne Jemanden zu verwunden, weil man sich nämlich von ihnen keine Hoffnung gemacht, wie Seifenblasen zerplatzt. Dies aber darf uns dennoch niemals bestimmen, in unsrer Rechtsforderung zu verstummen; denn es ist schon viel gewonnen, wenn wir daS Bewußtsein des Rechts in uns und Anderen lebendig erhalten, und den Mißbrauch nicht als guten Brauch und Sitte durch unser Stillschweigen sanctioniren. Wenn die Geschichtsforschung jemals einer Rechtssache gute Dienste geleistet, so ist dies namentlich in unsrer Angelegenheit der Fall. Man hat lange genug und mit vielem Glücke das Bürgerrecht der Juden vom allgemeinen Standpunkt des Menschenrechts und als Forderung deö

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