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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1858-02-22 · Heft 9 (22.2.1858) · p. Seite 124

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
22 (1858)
Issue
Heft 9 (22.2.1858)
Date
1858-02-22
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 tigkeitsanstalten im blühenden Fortschritt begriffen. Ueberhaupt ist Gutmüthigkeit hier nicht fremd. Selbst bei der jetzigen Geldkrisiö, wo so Viele bei uns angegriffen worden sind, haben doch die stark Betroffenen noch Andere bedacht, sie nach Kräften unterstützt, und damit großes Unglück verhütet. So tritt die Religion nicht zurück, obgleich dem Zeitgeist gehuldigt wird. Spaltung, Streitigkeiten, die selten in israelitischen Gemeinden fehlen, sind, Gott sei Dank, bei uns immer in Abnahme. I. Schidloff, Rabbiner. Wien, im Februar. Die Journale enthalten folgenden Artikel: — Der neue Tempel in Wien wird von der israelitischen CultuSgemeinde im April d. I. feierlich eingewciht werden; er ist bis auf die Leitung der Gasflammen, deren 600 die prächtig ausgestatteten Räume erhellen sollen, vollendet. Eine Composition von Meyerbeer, wie es jetzt in den Journalen verlautet, wird bei der Einweihungsfeier nicht vernommen werden. Der Meister hat die an ihn ergangene diesfällige Bitte ablehnen müssen, was ihm um so mehr leid thar, als er, seltsam genug, zum ersten Male während seiner langen Künstlerlaufbahn aufgefordert wurde, eine Composition für den jüdischen Ritus zu schreiben, nachdem der katholische sowohl wie der protestantische sich zahlreicher Schöpfungen von ihm erfreuen. — (Nachdem einmal Meyerbeer, obgleich er nicht getauft ist, anfgehört hat, Jude zu sein, können wir cs eben so wenig bedauern, wenn er für die Synagoge keine Compositionen macht, als wenn dies ein anderer Componist ablehnt. Daß die Synagoge von Meyerbeer niemals eine Composition verlangt hat, geschah vielleicht, weil Meyerbeer an Melodien und Gesangscharakler zu viel von der Synagoge entlehnt hat, so daß die Synagoge fürchtete, von ihm nur ihr alteö Eigcnthum zurück zu erhalten. Wenn irgend Etwas, so ist die Musik kosmopolitisch, und mit Ausnahme solcher Musikstücke, die historisch aus einer bestimmten Consession hervorgegangen, und in ihr zu bestimmten kirchlichen Zwecken verwendet werden, kann man keinem Musikstück der Welt das Confessionelle abhörcn. So erfreulich cS daher der katholischen und protestantischen Kirche war, von dem Juden Meyerbeer Compositionen zu erhalten, so erfreulich wird es uns sein, von tüchtigen christlichen Componisten Musistücke zu erhalten, auch wenn das Trompctcngeschmetter und die Künstelei deS Herrn Giacomo nicht darin angebracht sind. Die Redaction der Allg. Zeit. d. Jud.) Großbritannien. London, l l. Februar. In der Sitzung des Unterhauses vom 10. Februar beantragte Lord I. Russell die zweite Lesung der den parlamentarischen Eid betreffenden Bill. Nach einer ziemlich langweiligen Debatte erfolgte die zweite Lesung. Anzeigen. Offene Cantor- und Schächterstelle. Die Stelle eines Cantors, Schächters und amp soll im hiesigen Synagogen-Vereine vom Isten April c. wieder besetzt werden. Firirter jährlicher Gehalt wird 300 bis 350 Rthlr. zugesichert. Außerdem stehen noch circa 150 Rthlr. Nebenrevenuen in Aussicht. Hierzu sich qualificirende Personen wollen sich sofort in portofreien Briefen unter Einsendung ihrer Zeugnisse über deren Fähigkeit, religiösen und moralischen Lebenswandel beim Unterzeichneten Vorstande melden. Tarnowitz, O/S., den 1. Februar 1858. Der Vorstand des Synagogen-Vereins. Unserer Aufforderung vom 8. d. M. zur Bewerbung um das hiesige Landesrabbinat fügen wir nachträglich hinzu, daß mit der Stelle außer den Accidenzien ein Jahreseinkommen von 1166 Thlrn. 22 Sgr. Preuß. Cour, verbunden ist. Schwerin (in Mecklenburg), am 30. Januar 1858. Die landesherrlichen Commissarien im israelitischen Oberrath:. _Müller. Schröders_ Ein jüdischer Lehrer, der neben hebräischen und allgemeinen Kenntnissen auch die Fähigkeit besitzt, Unterricht im Schönschreiben (allenfalls Zeichnen) und Buchhalten zu ertheilen, findet zu Ostern eine vortheilhafte Stelle am israelitischen Institute zu Pfungstadt bei Darmftadt. Qualificationszeugnisse wolle man franco einsenden an »r. Lob. Pfungstadt, den 15. Februar 1858. An der hiesigen israelitischen Gemeindeschule wird zum Isten April d. I. die Stelle eines Lehrers für die oberen Classen vacant, welche mir einem jährlichen Gehalte von 400 Thlrn. dotirt ist. Bewerber, welche ein akademisches Triennium absolvirt, und das Eramen pro Facultate bestanden haben, wollen ihre diesfallsigen Zeugnisse nebst einem curriculum vitae bis zum 8. März c. an den Unterzeichneten einsenden. Gleiwitz, im Februar 1858. Per Schulvorstand. L. Hahn.

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