Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 51 (14.12.1857)
- Date
- 1857-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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,AP 51. 21 Jahrgang. 91 I 1 rt f m f i tt f Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. 21. Jahrgang 9/11apmi»iiit» Heraüsgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsoll in Magdeburg. Leipzig, den 14. Decrmber 1857. Diese Zelfung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. um. fassen. In Gemäßheit deS Zwecke-, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs - Expedition allhier unterzogen. Inhalt. AeitUttgsn/rchrichterr: D eu t sch l a n d: Sobernheim, Frankfurt a. M., Hannover, Worrns, aus Kurhessen, Württemberg, Münchweiler, Fürth. Preußen: Posen. Oesterreichischer Ka iserstaat: Aus Galizien, aus Ungarn, Wien. Dänemark: Kopenhagen. Donaufürstenthümer: Jaffy. Italien: Parma. Wir haben diesmal Leitartikel und literarischen Wochenbericht bei Seite lassen müssen, um die aufgehäuften Correspondenzen zum Abdruck zu bringen. Die Redaction. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Sobernheim, im November. (Privatmitth.) Es wurde vor längerer Zeit in dieser Zeitung des Namens W. O. von Horn, der hier Superintendent und Schulinspector und , nebenbei gesagt, mein Freund und Gönner ist, von einem Herrn l>r. Ehrentheil, wenn ich nicht irre, auf eine Weise erwähnt, die mich zu einer Entgegnung anspornt. Es wurde gesagt, derselbe habe in seinen Schriften judenftindliche Tendenzen geoffenbart. Ich sowohl als die jüdische Gemeinde Hierselbst, für welche genannter Herr viel gethan und noch lhut, mußte mich ob einer solchen Nachricht.sehr wundern und schmerzlich enttäuscht finden! Wie sollte der Herr, der mich mit so vieler Artigkeit und Zuvorkommenheit behandelt, der sich so angenehm und angelegentlich mit mir unterhält, mir besondere Aufmerksamkeiten schenkt, der schon seit einer langen Reihe von Jahren der hiesigen israelitischen Gemeinde als Schulinspector treu zur Seite steht, sollte der ein Fanatiker sein? Mit dem Blatt in der Hand, verfüge ich mich unter obigen Aeußerungen zu demselben und verlange Aufklärung, die mir dann auch ungefähr so wurde: Ich kann mich nicht entsinnen, Juvenfeindliches geschrieben zu haben, eben so wenig, als ich, wie Sie und Alle, die mich kennen, wissen, ein Judenfeind bin, was Herr Rothschild und viele Herren in Frankfurt, bei denen ich für dürftige Juden und Judengemeinden collectirt, auch bezeugen werden. Ich bin Volksschriftsteller, geißele alle Uebelstände, die ich dort gewahre, sollte ich darum auch wohl einmal ein hartes Wort gegen einen nicht nach dem Sinne des Judenthums handelnden Juden haben fallen lassen, so bin ich deswegen noch kein Judenfeind. Wenn ich aber diesem Herrn und den Herrn Hengstenberg und Genossen antworten sollte, wo Zeit für meine Arbeiten hernehmen? So sagte der Herr und ich glaube ihm das.. Es wäre zu wünschen, daß Viele, ehe sie in ein öffentliches Blatt schrieben, vorher sich gehörig über die Umstände insormirten, damit sie nicht unrechtmäßiger Weift Leuten wehe thun, die eS nicht verdienen, daß ihnen ein Haar gekrümmt würde. Alexander Calm»