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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-11-30 · Heft 49 (30.11.1857) · p. Seite 675

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 49 (30.11.1857)
Date
1857-11-30
Page
Seite 675 (sequence 11)
Language
German
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675 gehalten hatte. Nachdem der genannte Geistliche im Juli an dem Grabe eines braven Unterofficiers von den „Juden und gerauften und ungetauften Heiden" behauptet hatte, daß ihnen der Himmel nicht beschieden sei, nahm Herr v. Ziegesar Veranlassung, seinen Leuten zu sagen (er hatte einen Juden in der Compagnie), daß, wer brav sei, in den Himmel komme, weß Standes und Glaubens er auch sei re. Indessen konnte der Herr Pfarrer weder beweisen, daß er die betreffenden Worte an dem Grabe nicht gesprochen (zwölf Zeugen standen gegen ihn), noch daß Herr v. Ziegesar sich ehrenrühriger Ausdrücke gegen ihn vor der Compagnie bedient habe. (Mittelrh. Ztg.) Preußen. Berlin, im November. Die Berliner Spener'- fche Zeirg. schreibt: Die Ernennung eines Israeliten, des Dr. Traube aus Ratibor, zum Professor an der hiesigen Universität, so wie zum Direktor einer medicinischeu Klinik in der hiesigen Charite und zugleich zum Examinator bei der Staatsprüfung für Aerzte, möchte wohl der erste Fall in Preußen sein. Wie verlautet, hat man dem Einfluß Schönleins diese Ernennung hauptsächlich zu verdanken. Prof. Traube sollte schon einem Ruf nach Heidelberg als ordentlicher Professor und Direktor der medicinischeu Klinik an der dortigen Universität folgen. Um ihn noch mehr an Berlin zu fesseln, wird für denselben hier auch noch eine propädeutische Klinik eingerichtet, Dr. Traube widmet sich jetzt nur der consultatorischen PrariS. Aus Pommern, im Novbr. (Pnvatmitth.) Beiden vielfachen Klagen über die prekäre Stellung der Lehrer innerhalb der jüdischen Gemeinden, ist es erfreulich, auch einmal das Gegentheil berichten zu können. In der Gemeinde Belgard, die wir schon öfter rühmlich in diesem Blatte erwähnt fanden, hat kürzlich der bisherige Lehrer Jacobsohn nach 30jährigem Wirken aus individuellen Rücksichten sein Amt niedergelegt. Die Gemeinde, welche schon vor fünf Jahren bei der Feier seines 25jährigen Dienstjubiläums ihn durch Ueberrcichung eines passenden Geschenks und ehrender Zuschrift erfreute, übersandte ihm das Diplom als Ehrenmitglied, und gewährte ihm die freie Benutzung eines Synagogenstandeö auf Lebenszeit für sich und feine Frau. Außerdem wurde ihm von feinen früheren und jetzigen Schülern unter Beifügung eines silbernen din und Bechers noch folgendes Schreiben übergeben : „Verehrtester Herr! Die kräftigsten TagpJhreS Lebens — dreißig Jahre — haben Sie in unserer Gemeinde gewirkt als Beamter und Lehrer der Jugend. Viele Ihrer Schüler sind bereits hinausgetreten auf den Markt des Lebens, um als Männer und Frauen die in der Jugend empfangenen Lehren auszuüben, Manche, — o! wir können ihrer hier nicht unerwähnt lassen — sind hinübergegangen zu einem besseren Sein, und der Ruf, den sie nachgelassen, ist auch dem Lehrer ihrer Jugend ein ehrendes Zeugniß; aber Alle, die wir hier unterzeichnet sind, fühlen uns gedrungen, Ihnen heute, da Sie scheiden von dem langjährigen Amte, die Gefühle unserer Verehrung und tiefster Dankbarkeit auszusprechen. Wir hoffen, daß es uns stets gelingen wird, auch im Kampfe des Lebens unfern Lehrer dadurch zu verehren, daß wir die durch ihn uns gewordene Kenntniß des GottcSworts in Ausübung bringen, und wünschen, daß bis ins späteste Alter Ihnen die Treue, womit Sie Ihre Pflichten erfüllt, Trost und Stütze sei und Sie auch im neuen Beruf Glück und Frieden finden bis zum Ende Ihrer Tage, die der Allgütige verlängern möge. Beifolgendcs möge Ihnen ein Erinnerungszeichen sein der Verehrung und Liebe, mit welcher wir stets uns nennen werden Ihre Schüler und Schülerinnen (folgen die Unterschriften.) Belgard, im Oktober 1857." Mögen Lehrer und Gemeinden hieran ein Beispiel nehmen, daß wo friedliches Zusammenwirken stattfindet, auch der Segen nimmer fehlen wird. I. Anzeigen. *1 iS 3 Restauration und Gastwirthschaft von 8. Hirscliel, Dresden, Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die Stelle eines Schächters und Vorbeters in unserer Gemeinde ist gegenwärtig unbesetzt, und können sich dazu befähigte unverheirathete junge Leute melden. An Gehalt wird bei gänzlich freier Station 50 Thlr. 49**

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