Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 41 (5.10.1857)
- Date
- 1857-10-05
- Page
- Seite 558 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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558 Dresden, 25. September. Bemerkung zu dem Artikel aus Braunschweig in No. 39. d. Bl. Es muß dem Herrn Verfasser der Recension von Grätz' Geschichte der Juden in der Frankel'schen Monatsschrift selbst überlasten bleiben, gegen die Anschuldigungen des Herrn Dr. Herzselr> sich zu rechtfertigen) wenn aber Letzterer rügt, daß der Recensent gesagt habe, die Erklärung von einmal mündlich von mir vernommen zu haben, während Solches im Herzfeld'schen Werke erst zu lesen sei, so habe ich dagegen zu bemerken, daß nurgedachte Erklärung des ü'255 bereits in dem 1851 erschienenen Werke p des Herrn Gabriel Pollak in Amsterdam Seite 61. unter meinem Namen abgedruckt ist. Ich muß anuehmen, daß Herr Dr. Herzfeld gedachtes Werkchen nicht zu Gesicht bekommen hat, da er sich sonst die Priorität jener Erklärung nicht beimessen fönnte. Dr. B. Beer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kreis Eschwege, im August. (Privatmiith.) Am 16. d. M. haben wir unter Gottes Beistand unsere zweite Conferenz, und zwar diesmal bei dem Lehrer Blach zu Reichensachsen abgehalten. Es war erfreulich, wahrzunehmen, wie der Eifer für die gute Sache die Mitglieder unseres Vereins beseelt: denn obgleich manche einen weiten Weg zum Conferenzorte hatten, fanden sich dennoch alle — mit Ausnahme eines einzigen, der wegen einer Serienreife zu seinen Angehörigen am Erscheinen behindert, und entschuldigt war — rechtzeitig ein. Man sah eS Allen an, wie sie sich freuten, hier im collegialischen Bunde ihre Ideen und gemachten Erfahrungen auf dem Felde deS Schulfaches freundschaftlich auszutauschen. Nachdem man sich an einem ländlichen Frühstücke erholt, begann um 10 Uhr Vormittags die Sitzung, welche der Herr Dirigent wieder mit einer passenden Ansprache einleitete. In seiner Rede bemerkte derselbe, daß bei unserm Institute daS Sprüchwort „Aller Anfang ist schwer", sich nicht bewährt; daß vielmehr alle israelitischen Lehrer unseres Kreises zur Gründung derselben sich bereitwillig erklärt, und daß ihm auch Seitens der Vorgesetzten hohen Behörden keinerlei Hindcrniß entgegengesetzt worden: also daß wir über das erste Stadium des Instituts hinaus zu sein glaubten. Doch scheine eS, als ob einige dunkle Wolken über dasselbe sich zusammenziehen wollten; denn wir seien, wie er unS mittheilen müsse, angeklagt, durch unsere Conferenz bezüglich mittelst gefaßten Beschlusses in derselben antijüdische DiSciplinen zu verbreiten; und las dann die hier wörtlich folgende Anklageschrift vor. „HochwürdigeS Landrabbinat! Es ist mir zur Anzeige gebracht — und als Beleg No. 26. der Ztg. d. JdthS. angefügt worden — daß der Lehrerverein zu Eschwege in seiner ersten Conferenz bezüglich der Frage: Wie ist die Geschichte „Saul bei der Todtenbeschwörerin zu Eudor" in der Schule zu behandeln? einen Beschluß gefaßt und veröffentlicht habe, der dein Talmud schnurstracks zuwiderläuft, somit Den, der ihn dennoch anerkennt, i» bekannte Kategorien versetzt. Da eS sich hier aber gar darum handelt, waS und wie in den jüdischen Religionsschulcn gelehrt werden solle, das Landrabbinat aber sicher einem Lehrerverein nicht gestatten wird, statt jüdischer Religion antijüdische Disciplinen der Schuljugend beizubringen, so verfehle ich nicht, HochwürdigeS Landrabbinat zu ersuchen, die nöthige Untersuchung baldigst über diesen Gegenstand einzuleiten, und das Weitere zu beschließen. Unsere Competenz liegt laut §. 36—1 außer allem Zweifel...... den 14. Juli 1857 rc." Wir hörten mit Erstaunen diese Anklage, die unS ein Lächeln abnölhigen mußte, da die angegriffene, von uns ausgesprochene Ansicht über die Geschichte der Todtenbeschwörerin zu Endor eine nicht von uns erst heute erfundene, sondern eine uralte von den bewährtesten Autoritäten unserer jüdischen Schriftausleger, wie z. B.?3>2 p« ,&2'bi 211 ^Ett p bsiKtt '“I ,P>"11 ,nip» 211 ,rf'i3>D in ihren überall in Israel verbreiteten Schriften niedergelegte ist, und von uns theils selbst nachgclesen und gekannt waren, theils von unserm Dirigenten, dem Herrn KreiSrabbinen Goldman», in Auszügen, die derselbe aus jenen Büchern gemacht und mitgebracht hatte, vorgelegt wurden. Aber auch zu einer gerechten Entrüstung wurden wir ob dem Gebühren unserer Gegner und Ankläger genöthigt, da dieselben, wie einige unserer Cvllegen referirten, es nicht bei jener Anklage haben beruhen lassen, sondern auch noch, ohne die Entscheidung eines erleuchteten Landrabbinats abzuwarten, im Vorhinein und gleichzeitig unS bei unwissenden Land-