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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-09-28 · Heft 40 (28.9.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 40 (28.9.1857)
Date
1857-09-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ai. Jahrgang. Allgemeine 40 Zeitung des Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 28. September 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montag-, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. de- Titels, Registeru. s. w. umfassen. In Gemäßheit de- Zwecke-, derselben die allgemeinste Verbreitung -u geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGc.) für sechs Monate — 22',* Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspeditivu für beide Letztere hat sich die königl. sächs. ZeitungS»Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Der Sieg der Gewissensfreiheit im Orient. — Zwei sehr verbreitete, aber doch irrige Ansichten. 1. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Worms, Leipzig, Merchingen. Preußen: Aus Schlesien. Oesterreichischer Kaiferstaat: WaraSdin, Marburg. Frankreich: Paris. Italien: Mailand. Indien. Leitende Artikel. Magdeburg, 21. September. Der Sieg der Gewissensfreiheit im Orient. Was wir bereits in No. 38. andeutend mirgetheilt, bestätigt sich vollständig! Der Schah von Persien hat die völlige Gleichstellung aller Religionsgenossenschaften in seinem Staate dec r e t i r t. Die persische Staatszeitung enthält folgende merkwürdige Publication: „Wünschend, unter allen seinen Untertanen ohne Unterschied der Religion oder Race vollkommene Gleichheit herzustellen und allen Religionen in seinem Reich gleiche freie Ausübung zu gewähren, hat Se. Maj. der Schah in der Staatszeitung bekannt gemacht, daß alle seine Unterthanen ohne Unterschied Civilwie Militärstellen zu bekleiden fähig find; allen Gouverneuren und Untergouverneuren der Provinzen ist Befehl erlheilt, darüber zu wachen, daß dieser Ferman überall publicirt und der Wille Sr. Majestät pünktlich ausgeführt werde, und daß Muselmanen, die sich etwa unterstehen würden, Christen zu bedrängen, oder sie in der freien Ausübung ihrer Religion zu stören, streng bestraft werden." Die Augsb. Allg. Ztg. fügt dieser Mittheilung folgende Worte hinzu, die wir in dem genannten Blatte für ebenfalls merkwürdig halten: „Nun, wird da manches europäische Land, das sich seiner Religion der Liebe und seiner hohen Cultur rühmt, was Toleranz betrifft, nicht bald den als fanatisch und barbarisch verschrieenen Orient sich zum Muster nehmen dürfen?" — Was man auch gewöhnlich vorznbringen pflegt, daß es bis zur wirklichen Ausführung solcher Decrete noch weit entlegen sei — so ist doch die feierliche Verkündigung dieser Grundsätze vom Throne herab in Ländern, welche dem Koran unterworfen sind, außerordentlich genug. Da übrigens in Persien schon einzelne Juden zu großen und ehrenvollen Staatsämtern gelangt sind, ist die Ausführung doch nicht so weit entlegen, wie es civiliflrte Staaten, deren Verfassung große Verheißungen enthält, ohne jedoch im Geringsten verwirklicht zu werden, voraussetzen lassen. Im Uebrigen bleibt nur zu wünschen, daß unsre Glaubensgenossen in Persien aus der tiefen Erniedrigung der socialen und geistigen Armuth, in welcher sie versunken sind, sich erheben möchten.

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