Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 38 (14.9.1857)
- Date
- 1857-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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21. Jahrgang. JVf 38 Allgemeine Zeitimg des Zudknthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipps»« in Magdeburg. Leipzig, den 14. September 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung in geben, ist der Preis äußerst nie-drig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/* Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angksetzt morden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs« Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die konigl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Born Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Die Beschneidung in Oesterreich. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: OesterreichischerKaiserstaat: Hollischau, Wien, Wien, Wien, von der westgalizischen Grenze, aus Böhmen, Jamnitz. Die Schweiz: Lengenau. England: London. Rußland: Aus Litthauen, Zitomir. Türkei: Tunis, Tunis, Konstantinopel. Persien. Australien. Amerika: Charleflon, Milwaukie, Eharston. Leitende Artikel. Magdeburg, 7. September. Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Mit großer Genugthuung haben wir dem teilnehmenden Publikum mitzutheilen, daß nach Schluß des diesjährigen Abonnements das Institut abermals die Auflage seiner Schriften erhöhen muß, und diese diesmal die Zahl von 3600 Exemplaren befassen wird. Dieses Factum tritt den verschiedenen Jnvectiven, welchen,das Institut in seinem zweiten Jahre ausgesetzt war, so fiegreich entgegen, daß wir jeder anderweitigen Widerlegung schon um des Friedens willen, der dem Judenthum so noth thut, entsagen können. Daher nur Weniges in dieser Beziehung. Man hat wiederholt gesagt, daß das Institut zu wenig wissenschaftliche Werke veröffentlicht. So leicht es uns wäre, nachzuweisen, wie wenig das, was jene Herren wissenschaftlich nennen, wirklich Wissenschaft ist, und zuletzt in nichts Anderes als in eine minutiöse Literaturhistorie fällt: so begnügen wir uns doch zu bemerken, daß, wenn für ein Abonnement von 2 Thalern, wovon Porto, Versendung und Provision zugleich getragen werden, in einem Jahre Jost's Geschichte, Hamburgers Geist der Hagada, Wolff's Piutim gegeben worden, dies für die strengere Richtung der Literatur jedem Unparteiischen genug erscheinen wird und daß die weniger ernste Literatur an den übrigen Lieferungen des Jahres nicht zu überwiegend betheiligt ist. Hierzu kommt, daß die meisten von jenen Anklägern als wissenschaftlich ausgegebenen Schriften für kaum 200 der Abonnenten genießbar, also für 3200 nur Maculatur sind, daß es daher viel vernünftiger ist, solche Werke zu subventioniren. Wir werden binnen Kurzem die Titel der wieder subventionirten Werke bekannt machen, und die Richtigkeit unseres Grundsatzes damit erweisen. Es kann ein Werk sehr hohen Werth haben, und doch nur für einen sehr kleinen Kreis passen, so daß es Unvernunft wäre, Tausende auf dasselbe zu verwenden, und damit Wenigen Nutzen zu verschaffen, während sein Erscheinen durch die Unterstützung mit einer verhältnißmäßig kleinen Summe ermöglicht wird. Wir wollen, um ganz offen zu sein, ein Beispiel anführen. Man hat uns öffentlich heftige Vorwürfe gemacht, daß wir Löwisohn's Zoologie des Talmuds nicht herausgegeben. Das Werk ist eine werthvolle Monographie,