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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-08-17 · Heft 34 (17.8.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 34 (17.8.1857)
Date
1857-08-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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21. Jahrgang J\? 34 Allgemeine Zeitung des Zvdenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr, Ludwig Philkppfon in Magdeburg. Leipzig, den 17. August 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, MontagS, und wird jährlich 78 Bvgen in Quart inel. de- Titel-, Registeru. s. w. um. affen. In Gemäßheit deS Zwecke-, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Tblr. für den Jahrgang; — 1 Tblr. 15 Ngr. (t Tblr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Nur. (18 gGr.) für da- Vierteljabr ang.-fctzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-- Expeditione», nebmen Bestellungen an; der Hauptspeditiou für beite Letztere hat sich dle königl. sächs. Zeirungs. Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Vorgänge in England. — Eine Warnung an die sogenannten „orthotoren Rabbiner" in Preußen. — Dom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Kaiserslautern, Dresden, Dresden. Preußen: Vom Rhein, Berlin, Steele. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Horic, Nachod. Großbritannien: London. Californien: San Francisco. Rußland: St. Petersburg. & Leitende Artikel. Magdeburg, 9. August. Die Vorgänge in England. Die Zulassung der Juden in das englische Parlament hat natürlich nicht jene große materielle Macht hinter sich, welche die Emancipation der Katholiken ins Werk zu setzen nöthig war, sie nimmt in dem großen Kreise der politischen Fragen Englands, namentlich in einer so schwierigen Zeit wie die unsrige, wo Indien, Persien und China für England unabsehbare Gefahren bereiten, keine so große Stelle ein, um ihretwillen Parlamente aufzulösen oder neue Peers zu creiren. Aber gerade je geringer die materielle Macht ist, je schwächer die äußeren Mittel, durch welche sie siegen kann, desto bedeutsamer ist die ganze Angelegenheit. ES liegt hier ein reiner AuSdruck, eine lautere Ausprägung deS großen PrincipS der Gewissensfreiheit vor, als dessen Schlußstein der liberale Engländer die völlige Gleichstellung der Juden ansieht. Es ist dieser Sieg vom ideellen Standpunkt aus um so bedeutender, als eS sich hier um das in Europa noch am meisten religiös gesinnte Volk, die Engländer, handelt. Wenn aber die Parlamentsdebatten über diese Zulassung durch die immer wiederholte Annahme deS Unterhauses und Ablehnung des Oberhauses zu einem langweiligen Spiele wurden, wenn selbst das letzte Mal die große Mehrheit im Unterhause und die kleine im Oberhause die Sache nicht besser machen konnte, so find doch die nach dieser letzten Abstimmung eingetretenen Vorgänge von so großem Gewicht, daß wir die besondere Aufmerksamkeit darauf lenken müssen. Wenn nämlich der Baron Rothschild in seiner Rede bei der jüngsten Niederlegung seines Mandats freimüthig zu verstehen gab, daß weder Lord John Russell — wie wir es seit Jahren in diesen Blättern bemerkten — noch Lord Palmerston es ganz aufrichtig mit dieser Frage meinten, da fie sonst wohl energischer vorgegangen, namentlich der Erstere sich nur immer mit seinen Wählern gewissermaßen abfinden will, und recht eigentlich mit seinen Bills den Karren in den Dreck geschoben habe — so dient Alles, was in dieser Angelegenheit vergeht, dazu, es vorzugsweise als den Ausdruck der öffentlichen Meinung zu bezeichnen, und eS kann unS nur viel lieber fein, daß die öffentliche Meinung sich so energisch auSspricht, als wenn Lorv So und So wiver die öffentliche Meinung sich energisch auSspräche.

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