Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-08-03 · Heft 32 (3.8.1857) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 32 (3.8.1857)
Date
1857-08-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226039-3226072--16287-3245133
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

440 die meisten den gehörigen Tact zu gebrauchen, was der administrativen und kirchlichen Entwickelung der Gemeinden wohl bekommt. Das sahen wir in den Gemeinden Sontheim und K o ch e n d o r f bei Heilbronn, in welchen die Lehrer Weil und Stern unermüdlich und bescheiden arbeiten. Daß das Gemüthliche und Erhebende des alten Minhag aus der Synagoge Württembergs nicht geschwunden ist, beweist, daß die frommen Gläubigen in allen Synagogen fich unter Beobachtung des nöthigen Anstandes ungestört dem ziemlich lauten Vortrage ihrer Gebete überlassen können*), daß selbst die freundliche Ausschmückung der Synagogen mit Laubwerk und Blumen am Schebuothfeste fast nirgends fehlt. Wir kennen eine Gemeinde in einem andern Lande, in welcher sich der Rabbiner vergebens abmüht, diesen schönen Gebrauch aufrecht zu erhalten, obschon kein Stückchen Piiut weggelaffen und die Hoschanot zu Fetzen abgeschlagen werden, in welcher man es nicht mehr dahin bringen kann, daß Jemand mit dem Chasan vrV und sagt,- obschon ein Antrag zur Abschaffung derselben als Staatsverbrechen gälte. Wohl aber findet man dort ein großes Eremplar einer niederg-legt in einem Winkel an der heil. Lade für rvmn ■'anf. Ruhe wohl, du altgebackenes Product einer engherzigen Ansicht über die Sabbathfeier! und wenn das Jahr hindurch im Stillen etwa eine Maus an dir nagt, so laß dich dieses nicht verdrießen, denn es nagt in deiner Nähe ein weit gefährlicherer Feind, nämlich Jndifferentismus und Materialismus, an weit wichtigem Dingen, am ganzen Kultus unserer ehrwürdigen Religion. Diese Parallele aufzustellen, fanden wir am Orte, um einerseits zu zeigen, wie wahr Sie in No. 43. sagten, „daß hauptsächlich durch die Piutim der jüdische Gottesdienst zum Sprüchwort der Völker geworden"; andererseits nachzuweisen, wie trotz der Entfernung der Piutim bei einer bedeutenden Anzahl Israeliten das Judenthum nicht verschwunden, sondern vielmehr erstarkt und verjüngt wurde. M. I. B. *) Hier ist aber nicht das störende Geschrei oder der widrige Singsang gemeint. Corresp. A »zeig e n. rv 2 Restauration und Gastwirtschaft von 8. Hirsche!, Dresden, Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die hiesige Cantor- und Schächterstelle soll bis spätestens zum Isten September a. c. wieder besetzt werden. Sie gewährt durch einen festen Gehalt von 200 Thlrn. und Schechita - Gebühren, so wie durch sonstige Emolumente ein jährliches Einkommen von 300 Thlrn. Neben der gewöhnlichen, für beide Aemter nöthigen moralischen und technischen Qualifikation wird auch musikalische Befähigung gewünscht, um den hiesigen geregelten Gottesdienst mit Chor leiten zu können. Vorzüglich wird Gewicht gelegt auf einen wohlklingenden, deutlichen Vortrag. Portofreie Anmeldungen find zu richten an den Unterzeichneten Vorsteher. Schneidemühl, den 20. Juni 1857. H. Bornstein. Ein Rabbiner und Prediger gesucht. Die israelitische Gemeinde Adath Israel zu Louisville im Staate Kentucky, Nord-Amerika, wünscht einen Rabbiner und Prediger auszunehmen. Derselbe soll sowohl gründliche Gymnasial- und Univerfitätskenntnisse besitzen, als auch gut bewandert in der Bibel und im Talmud sein. Der Gehalt ist auf 1500 Dollars das Jahr festgesetzt und wird vorerst auf 5 Jahre ausgenommen, mit der Zusicherung, daß, wenn die Gemeinde mit seinen Leistungen während dieser Zeit zufrieden war, auf Lebensdauer. Bewerber wollen fich gefälligst mit Beifügung der nöthigen Zeugnisse und Empfehlungen an den Unterzeichneten wenden. Rev. Dr, H. Felsenheld, Corresponding Secretary of the Committe, Louisville, Ky. Bei der isr. Schule zu Friedrichsstadt (Herzogth. Schleswig) kann zum 1. September ein tüchtiger Lehrer mit 150 Rbth. Gehalt und freier Station angestellt werden. Geeignete unverheirathete Bewerber wollen fich in portofreien Briefen an die Schulaufsichtsbehörde wenden. Coneurs. Nachdem der Herr Bernhard Löwenstein, Religions¬ und Oberlehrer der hiesigen israel. Gemeindehauptschule, zugleich Prediger der Gemeinde, zum Rabbiner berufen wurde: so wird zu Besetzung dieses vacant gewordenen Postens, mit welchem ein jährlicher firer Gehalt von 800 Fl. C.-M. verbunden ist, hiermit der Concurs ausgeschrieben. Bewerber wollen ihre Anmeldungen sammt Zeugnissen längstens bis zum 31. August 1857 franco einsenden an den Vorstand der Liptauer israel. Cultusgemeinde zu Lipto Szent Miklüs in Ungarn. Liptö Szent Miklfis, im Juni 1857. Der Vorstand der Liptauer israelitischen Cultusgemeinde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.