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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-07-13 · Heft 29 (13.7.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 29 (13.7.1857)
Date
1857-07-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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21. Jahrgang JVf 29 Allgemeine Zeitung des Zndenthnms. En, unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herauögegeben von Rabbiner »r Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 13. Juli 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w. lim» fassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Tlilr. 12 gGr.j für sechs Monate — 22 '/a Ngr. (18 gGr.) für bas Vierteljahr ang.sctzl worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspebition für beide Letztere hat sich die kvnigl. sächs. Zeitungs» Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Der Sieg ist doch unser! — Die Türkei und Neapel. — Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. — Die Donaufürstenthülner. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: D eu t sch l a n d : Worms. O e st eure i ch i sch e r K a i se r st a a t: Libochowitz. Leitende Artikel. Magdeburg, 5. Juli. Der Sieg ist doch unser! E n g l i s ch e P a rl a m e n t s v er h a n d l u n g. Am 26. Juni ging die dritte Lesung der Eivbill vor sich und wurde, trotzdem die irischen Mitglieder ihren Widerstand fortsetzten, weil die Katholiken in Bezug auf den Eid nicht gleichberechtigt mit den Juden sein würden (indem sie den für die Katholiken besonders formulirten Eid zu schwören hätten, während die Juden den allgemeinen Parlamentseid leisten werden), wobei fie sich inveß gegen die Auslegung verwahrten, als wollten sie die Zulassung der Juden verhindern, die Bill mit 291 Stimmen gegen 168, also mit einer Majorität von 123 angenommen. Somit ist der Eid in der neuen Form vom Unterhause gebilligt und es handelt sich nun zunächst um das Schicksal der Bill im Oberhause. Jndeß hat doch die Bill bei der Erwägung im Ausschüsse einige Clauseln erhalten, welche derselben den vollen Werth beeinträchtigt. Sir I. Fitzgcral sagte nämlich: da er gehört habe, daß der Lord- Premier denselben nicht mehr enrgegenzurreten beabsichtige, weil er in diesem Fall eine bedeutende Schmälerung seiner Majorität zu fürchten Härte, so sei eine Morivirung oder Befürwortung dieser Amendements überflüssig geworden. Dieselben haben den Zweck, etwaige Unterhausmirglieder jüdischen Glaubensbekenntnisses von einer Anzahl Aemter und Stellen auszuschließen; dazu gehören das Amt eines Richters und Armenhausvorstehers im Vereinigten Königreich, eines Reichsregenten, eines Lordkanzlers, Großstegelbewahrers, Lordstatthalters oder Vicestatrhalters von Irland, Bevollmächtigten bei schottischen Kirchenversammlungen, sowie mehrere andere Aemter, die ein Recht zur Pfründenverleihung mit sich bringen, oder mit den Functionen kirchlicher Gerichtshöfe in Verbindung stehen. Lord Palmerston erklärte: er habe an die Einschaltung dieser Clauseln nicht gedacht, weil er die darin vorgesehenen Möglichkeiten für höchst unwahrscheinlich hielt. (Hört!) Aber bei dem lebhaften Wunsch der Negierung, daß die Bill durchgehen möge (Beifall), wolle er die Verantwortlichkeit einer Opposition gegen diese zwar unnöthigen, aber ebenso unschädlichen Verbesserungsanträge nicht aus sich nehmen. Die Anträge wurden genehmigt. Die Wirkung dieser amendirten Clauseln besteht nicht allein in der größeren Majorität, mit welcher die Bill durch das Unterhaus ging, und die darum nicht gleichgültig ist, weil eine größere Majorität des Unterhauses

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