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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-08 · Heft 24 (8.6.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 24 (8.6.1857)
Date
1857-06-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JW L4. 21. Jahrgang. Allgemeine Ei» ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsorr in Magdeburg. Leipzig, den 8. Juni 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. um. fassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Noch «inmal die Freimaurer. — Die größeren und kleineren Gemeinden. — Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Zeitungsttachrrchterr: Deutschland: Aus dem Fürstenthum Birkenfeld. Preußen: Rawicz, Bochum, Königsberg. Oesterreich isch er Kaiserstaat: Wien, Wien, Wien, auS Böhmen, Triesch, Prag. Großbritannien: London, London. Leitende Artikel. Magdeburg, 1. Juni. Noch einmal die Freimaurer. In öffentlichen Blättern liest man: „Der in Nürnberg erscheinende „Fränkische Kurier" schreibt aus Erlangen, 21. Mai: Die hiesige Freimaurerloge hat Se. Majestät den König von Hannover, welcher dem Freimaurerbunde unter der ausdrücklichen Bedingung beigetreten ist, daß das in den preußischen Logen geltende Princip der erclusiven Christlichkeit Leibehalten werde, zum Ehrenmitgliede ernannt und Allerhöchstdemselben ein prächtig gearbeitetes Diplom zugesendet." DaS Sonderbare bei dieser Nachricht ist, daß, wie die „Augsburger Postzeitung" hinzufügt, in Bayern der Freimaurerbund (wie in Oesterreich, Rußland, den meisten italienischen Staaten und der pyrenäischen Halbinsel) gänzlich verboten ist. Jndeß läge die Bedeutung nicht in dieser Demonstration der Erlanger Freimaurer-- vielleicht einhalb Dutzend einzelner Personen — als vielmehr daß hierdurch jene Nachricht über die vom Könige von Hannover gesetzte Bedingung bestätigt wird. Wir legen dies nun keineswegs als eine unfreundliche Gefinnung des Königs gegen seine jüdischen Unterthanen aus, denn keine Handlung Sr. Majestät hat bis jetzt eine solche Gefinnung erwiesen, — wir glauben vielmehr, daß mit jener Ausschließung nur das Gewissen salvirt werden soll, wenn man dem Freimaurerbund die Unchristlichkeit vorwirft. Wir haben wiederholt unsre Ansicht ausgesprochen, daß wir hierin ganz auf Seiten der Partei der „evangelischen Kirchenzeitung" stehen: Das Christenthum ist nicht blos eine Negation, und wenn dem Freimaurerbund und seinen religiösen Ceremonien alles positiv Christliche fehlt, so kann ihm niemals die Ausschließung von Nichtchristen den Charakter der Christlichkeit geben — der Freimaurerbund bleibt ein unchristliches Institut. Um also in Wahrheit und Wesenheit, nicht blos durch irgend eine äußerliche Ausschließung christlich zu werden, müßte die Freimaurerei in ihren Grundsätzen, Bekenntnissen und Formen sich völlig umgestalten und den kirchlichen Charakter annehmen. Es versteht sich von selbst, daß wir unsererseits dies nicht von vorn herein von der Freimaurerei fordern, ja nur wünschen: wir fordern es nur dann, wenn sie dadurch einen christlichen Charakter sich vindicirt, daß fie die Juden ausschließt. Im Allgemeinen stellt die Freimaurerei nur denselben Riß, dieselbe Spaltung auf, welche durch alle Erscheinungen der neueren Zeit geht: von der einen Seite die Rich-

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