Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 21 (18.5.1857)
- Date
- 1857-05-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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21. Jahrgang JW 21. Allgemeine Zeitung -es Zudenthvms. El» ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipps»« in Magdeburg. Leipzig, den 18. Mai 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bozen in Quart incl. des Titels, Registeru. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Vr Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesctzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Ein erfreulicher Sieg. — Nord-Amerika. Zeitungsnachrichten: Deutsch land:Darmstadt. Preußen: Königsberg, Berlin, Crefeld, aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserftaat: Saatz, Krakau, aus Galizien. Rußland: Brody. Großbritannien: London. Leitende Artikel. Magdeburg, 11. Mai. Ein erfreulicher Sieg. Unsre Leser werden sich erinnern, daß wiederholte Berichte aus der Schweiz vor anderthalb Jahren mit einer Bestimmtheit, welche keinen Zweifel zuzulassen schien, behaupteten: die Regierung der uordamerikanischen Staaten habe endlich der Schweiz nachgegeben, in den betreffenden Handels- und Freundschastslractat die Klausel aufzunehmen, daß sich die Wohlthaten desselben nur auf die Bürger christlichen Glaubens beschränken. In diesem Augenblicke erhalten wir folgenden Bericht, der das gerade Gegentheil lehrt. Genf, den 6. Mai 1857. Zu meinem Erstaunen las ich gestern in dem Journal de Genfcve vom 2. d. M. den hier copirten Artikel. Ich glaubte die ganze Angelegenheit schon längst zu Ungunsten der Juden abgethan und wurde sowohl von sonst zuverlässigen Freunden als auch durch die glaubwürdigsten öffentlichen Organe in diesem Sinne berichtet. Und ist der Gegenstand um so interessanter, als er in einem sehr conservativen Blatte erscheint. „Le gouvernement des Etats Unis vient enfin de signer le traite qui se ndgociait depuis plusieurs annes avec la Suisse, et qui n’avait 6t6 retardd qui par la clause qui excluait les Isradlites americains des avanlages garantis aux aulres sujets de l’Uunion. Le congräs d’accord avec le prdsident, n’a point voulu admettre de distinction de culte, et la Suisse a fini par accepter les exigences imposees par la civilisation. Le conseil federal se prevalait en particulier des disposilions serablables contenues dans un trail6 concla en 1827 avec la France. Apres Fexemple donne par les Etats unis le moment serait peut-6tre opportun pour la France de provoquer la revision de ce traite, ä Feilet d’eu faire disparailre les clauses que n’a pas voulu subir le cabinet de Washington.“ Dies heißt: „Die Negierung der vereinigten Staaten hat endlich den Trattat unterzeichnet, über welchen sie mit der Schweiz seit einigen Jahren verhandelte, und der nur durch die Klausel verzögert wurde, die die amerikanischen Israeliten von den Vortheilen ausschließen sollte, welche den übrigen Bürgern der Union verbürgt wurden. Der amerikanische Kongreß, in Uebereinstimmung mit dem Präsidenten, hat eine Religionsverschiedenheit nicht zugestehen wollen, und die Schweiz hat schließlich die Forderungen der Civilisation bewilligt. Der Bundesrath batte sich dabei auf ähnliche Bestimmung in einem mit Frankreich 1827