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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-09 · Heft 11 (9.3.1857) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 11 (9.3.1857)
Date
1857-03-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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J& 11. äi. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des Zu-euthums. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 9. März 1857. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels. Registers u. s. w. umfassen.. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.j für sechs Monate — 22 Va Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postäniter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Kurhessen. — La liberte de conscience par Jules Simon. Paris 1857. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Preußen: Schneidemühl, Posen. O esterrei ch i sch er Kaiserstaat: Brünn. Frankreich: Straßburg. Die Schweiz: Aus dem Aargau. Nordamerika: San Francisco. Nothwendige Berichtigung. Leitende Artikel. Magdeburg, 2. März. Kurhessen. Wir haben in voriger Nummer Auszüge aus der Broschüre „Zur Abwehr von einem Kurhessen israelitischer Confession. Kassel, 1857." versprochen. Der Verfasser sagt gegen den General-Superintendenten Martin, welcher in der ersten Kammer den Antrag gestellt, den Israeliten die „politischen" Rechte zu nehmen, und nur die „bürgerlichen" zu lassen, unter Anderm: „So viel auch über Gleichstellung der Juden seit einem Jahrhundert schon gesprochen und geschrieben wurde, so war doch niemals ein Fall vorgekommen gleich dem, um welchen es sich hier handelt; ein Umstand, welcher ganz besondere Beachtung verdient. In allen andern Staaten, wenn von der Gleichstellung der Juden die Rede war, so nahmen diese die Gleichstellung zwar als ein Recht in Anspruch, weil sie dieselben Lasten zu tragen, dieselben Pflichten zu erfüllen haben; aber sie nahmen sie doch erst in Anspruch, sie petitionirten um deren Verleihung. Die gesetzgebende Macht hatte darüber""zu entscheiden, und obgleich die Staatsmänner und Volksvertreter hierbei selbst interessirt waren, so lag es doch in der Natur der Sache, daß ihnen die Entscheidung zustand. „In Kurheffen dagegen besitzen die Juden seit 1833 beziehungsweise 1816 die volle Gleichstellung und man will ihnen dieselbe nehmen, sich als gesetzgebende Gemalt hiezu für befugt haltend, weil es das Interesse der (d. h. ihrer) Kirche als nützlich erscheinen läßt, oder weil es ihnen für die übrigen Staatsangehörigen und für sie selbst vortheilbringend dünkt, also für befugt, in eigner Sache gegen einen Theil der Landesbewohner das Richteramt zu üben. Es kommt sonach in dem vorliegenden Falle gar nicht auf das an, was den Juden entzogen wird, es wird ihnen das Recht entzogen. Anstatt ein Recht zu haben, sollen ihnen blos Rechte gelassen werden, die über kurz oder lang ebenfalls entzogen werden könnten. Intoleranz, sagt der Herr General-Superintendent, liegt ihm ferne. Die von ihm beantragte Ausschließung sieht er nicht als Intoleranz an, denn die bürgerliche Gleichstellung soll ja bleiben; wer bürgt uns aber, ob nicht ein Späterer aus eben diesem Grunde diese zu nehmen für gut findet? und wieder ein Späterer noch weiter geht? Welches Recht schützt den Juden, wenn ihm gegenüber die Gesetzgebung freien Spielraum hätte und ohne Rechtsbasis das individuelle Ermessen entscheiven würde? Sol«

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